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Aus für Umgehungsstraße

Eng geht es oftmals im Ortskern von Ostermünchen zu. Daran wird sich auch nichts ändern, denn der Gemeinderat setzte den Planungen für eine Ortsumgehung fürs Erste ein Ende.  Foto Stache
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Eng geht es oftmals im Ortskern von Ostermünchen zu. Daran wird sich auch nichts ändern, denn der Gemeinderat setzte den Planungen für eine Ortsumgehung fürs Erste ein Ende. Foto Stache

Nun ist es beschlossen: Ostermünchen bekommt keine Umgehungsstraße. Mit 17:2 Stimmen entschied sich der Gemeinderat Tuntenhausen in jüngster Sitzung abermals nach 2014 klar gegen die vom Staatlichen Straßenbauamt Rosenheim genehmigte ortsnahe Umfahrung des Ortes.

Tuntenhausen - Bei der von vielen Bürgern besuchten Ratssitzung erinnerte Bürgermeister Georg Weigl an die kürzliche Vorstellung durch das Staatliche Bauamt, das Anfang Oktober das Ergebnis der Untersuchungen zur von Tuntenhausen gewünschten alternativen weiteren Trasse vorstellte (wir berichteten). "Durch größtenteils naturschutzrechtlichen Aspekte ist die Alternativtrasse nicht darstellbar", zog Weigl das Fazit.

Auch über die Frage, wie es nun weitergeht, ging der Bürgermeister ein: Sofern die Gemeinde die ortsnahe Trasse nach wie vor ablehnt, wird die weitere Projektierung bis zur Fortschreibung des Ausbauplans seitens des Staatlichen Bauamtes eingestellt. Zum nächsten Ausbauplan im Jahre 2020 kann die Gemeinde ihren Wunsch dann abermals äußern, dann allerdings mit offenem Ausgang.

Weigl ging in der Folge auch noch auf die eingegangenen Bürger-Stellungnahmen ein, die insgesamt einer nahen Variante eher kritisch gegenüberstehen.

Wie unterschiedlich die Meinungen sein können, zeigte dann auch die Diskussion im Ratsgremium. Stefan Hofbauer (ÜW Ostermünchen) wies daraufhin, dass 2014 bei der Sammlung von Unterschriften die Auswahl zwischen einer nahen und einer fernen Trasse bestand. Hierbei wurde die ortsferne Trasse favorisiert. Jetzt aber, so Hofbauer, war zu entscheiden, entweder eine nahe oder gar keine Umfahrung zu erhalten. "Einige der Unterzeichner würden mit diesem Wissen möglicherweise einer nahen Trasse keiner Umfahrung vorziehen", so der Gemeinderat, der sich für die nahe Trasse aussprach.

"Als meine schwerste Ratsentscheidung" bezeichnete Herbert Prechtl (SPD, B90/Die Grünen, FWS) sein Ja für die nahe Trasse. Bauernobmann Josef Bodmaier (WG Hohenthann) dagegen sprach sich klar gegen die nahe Umfahrung aus: "Aus landwirtschaftlicher Sicht ist diese Trasse nicht zu befürworten."

Auch Johann Lechner (CSU/FWG) sieht die schweren Einschnitte in die Landschaft in keinem Verhältnis zum reduzierten Verkehrsaufkommen und meinte: "Momentan brauchen wir die Umgehung nicht." Heinz Speiser (CSU/FWG), der selbst direkt an der Ortsdurchfahrt wohnt, war gleichfalls der Meinung, dass aktuell noch keine Notwendigkeit für eine Umgehung gegeben ist: "Mir sind bisher keine Beschwerden der Anwohner auf zu viel Verkehr bekannt."

Schweres Geschütz fuhr dann Hans Thiel (CSU/FWG) auf, der sich "stocksauer" über das Straßenbauamt zeigte, das auf die Argumente der Bürger in keinster Weise einging und stetig auf seiner Trassenführung beharrte. "Eine ortsweite Umfahrung hätte Akzeptanz in der Bevölkerung gehabt", meinte Thiel, der sogar noch weiter ging: "Fragwürdige Natur- und Tierschutzargumente wurden meines Erachtens völlig überbetont". Auch für Quirin Stürzer (PF Schönau) lag der schwarze Peter bei der Behörde: "Die bewegen sich doch seit Jahren schon keinen Meter weiter", so der langjährige Gemeinderat. Einen weiteren Aspekt brachte dann noch Harald Filipitsch (ÜW Ostermünchen) in die Runde, der meinte, die Planung wäre den Baubehörden gar nicht so wichtig und man solle alles so belassen: "Wenn die was wollen, kommen sie schon wieder auf uns zu", so seine Meinung. Er sah deshalb derzeit keinen zwingenden Grund für eine Zustimmung zur ortsnahen Variante.

Damit war der Weg frei für die Abstimmung, die ergab, dass der Gemeinderat bei seiner Entscheidung vom Dezember 2014 blieb und mit 17:2 Stimmen eine ortsnahe Variante der Ortsumfahrung Ostermünchen ablehnte. Sollten sich in den kommenden Jahren andere Erkenntnisse ergeben, behält sich der Gemeinderat allerdings vor, die Entscheidung noch einmal zu überdenken und erforderlichenfalls eine erneute Anmeldung zum nächsten Ausbauplan für Staatsstraßen zu beantragen. Bis dahin wird das Staatliche Bauamt gebeten, von einer Einleitung eines Planfeststellungsverfahrens abzusehen. ws

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