Tuntenhausener Haushalt trotz Corona-Finanzkrise im Plus

Trotz der Corona-Finanzkrise hält die Gemeinde Tuntenhausen an ihren Investitionen fest. Größter Posten ist derzeit das neue Kinderhaus in Tuntenhausen, in dessen Bau allein in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro investiert werden.
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Trotz der Corona-Finanzkrise hält die Gemeinde Tuntenhausen an ihren Investitionen fest. Größter Posten ist derzeit das neue Kinderhaus in Tuntenhausen, in dessen Bau allein in diesem Jahr 1,5 Millionen Euro investiert werden.

Einen positiven Zwischenbericht zum Haushalt in Corona-Zeiten gab jetzt die Kämmerei der Gemeinde Tuntenhausen: Es sind keine finanziellen Rückschläge zu verzeichnen. Im Gegenteil: Nach heutigem Stand steht unter der Bilanz von Einnahmen und Ausgaben ein Plus von circa 400000 Euro.

Von Werner Stache

Tuntenhausen – Einen durchaus positiven Zwischenbericht zum Haushalt in Corona-Zeiten gab die Kämmerei der Gemeinde Tuntenhausen in der jüngsten Ratssitzung: Es sind keine größeren finanziellen Rückschläge zu erkennen. Im Gegenteil: Nach heutigem Stand steht unter der Bilanz von Einnahmen und Ausgaben ein Plus von circa 400 000 Euro.

So habe sich der Verwaltungshaushalt nach den Worten von Kämmerer Andreas Marx auf der Einnahmenseite bisher planmäßig entwickelt. Ein Grund dafür ist, dass der Haushalt erst im April verabschiedet wurde, die Gemeinde auf die möglichen Auswirkungen der Corona-Krise also noch rechtzeitig reagieren und Mindereinnahmen einplanen konnte.

Waren die Einnahmen aus der Gewerbesteuer ursprünglich mit 2,5 Millionen Euro und die aus der anteiligen Einkommenssteuer mit 4,8 Millionen Euro angesetzt, wurde rechtzeitig nachgebessert: „Wir haben aufgrund der Corona-Pandemie unsere Ansätze in beiden Bereichen um jeweils 500 000 Euro gekürzt.

Das hat sich als richtig erwiesen“, erläutert Marx. Damit verringern sich die Einnahmen aus der Gewerbesteuer auf zwei Millionen und die in der anteiligen Einkommenssteuer auf 4,3 Millionen Euro. Bürgermeister Georg Weigl betont: „Wir haben bewusst sehr vorsichtige Haushaltsansätze vorgenommen.“

Bund und Freistaat spannten einen kommunalen Rettungsschirm und stellen den Kommunen zum Ausgleich weggebrochener Gewerbesteuern zum Jahresende 2,398 Milliarden Euro in Aussicht. Grundlage für die Verteilung der Mittel ist der Vergleich der Gewerbesteuereinnahmen im Corona-Jahr mit dem Durchschnitt der Gewerbesteuereinnahmen der vergangenen drei Jahre. „Da lagen wir bei 2,5 Millionen Euro“, informiert der Kämmerer. „Nach aktuellem Kenntnisstand würden wir rund 400 000 Euro erhalten. Wenn das so kommt, sind wir zufrieden.“

Auch auf der Ausgabenseite gibt es kaum nennenswerte Überschreitungen. Nur ein Posten ist unerwartet hinzugekommen: Ein Leitungswasserschaden im Physikraum der Schule Ostermünchen hat die Ausgaben für den Gebäudeunterhalt um 40 000 Euro erhöht. Der Schaden wird aber von der Versicherung komplett übernommen.

Trotzdem weist der Kämmerer auf steigende Kosten hin: „Aufgrund ständig steigender Betreuungszahlen und -zeiten in den Kindereinrichtungen der Gemeinde erhöht sich die Förderung für die Kindertagesstätten.“ Schlägt die Förderung der Kindereinrichtungen im Haushalt der Gemeinde jährlich mit circa einer Million Euro zu Buche, sind heuer Mehrkosten von 200 000 Euro für den Betrieb der Kindereinrichtungen zu verzeichnen. Davon trägt die Gemeinde circa 60 000 Euro selbst. „Trotz staatlicher Förderung wird der kommunale Anteil immer höher“, erklärt Weigl.

Positiv schaut es auch im Vermögenshaushalt aus. Dortige Über- beziehungsweise Unterschreitungen ergeben sich hauptsächlich aus Grundstücksgeschäften, ansonsten sind auch hier die Ansätze stabil. Fazit: Die Haushaltsveränderungen wirken sich in Tuntenhausen positiv aus. Unterm Strich bleibt trotz der Corona-Krise sogar ein Plus von etwa 400 000 Euro.

„Wir können sehr zufrieden sein“, resümiert Bürgermeister Weigl. Mit einem Blick auf die Nachwirkungen der durch Corona ausgelösten Finanzkrise betont er: „Ich gehe davon aus, dass wir auch 2021 und 2022 bei der Gewerbesteuer nochmals Rückgänge hinnehmen müssen.“

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