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Bauantrag zurückgestellt

Tuntenhausener Gemeinderat legt Baupläne für Hohenthanner Mitte auf Eis

Die Entwurfsplanung für den einstigen Gasthof zum Bräu vermittelt einen Eindruck von der Größe des Hauptgebäudes. Gemeinde und Landratsamt bewerten es als zu groß für Hohenthann.
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Die Entwurfsplanung für den einstigen Gasthof zum Bräu vermittelt einen Eindruck von der Größe des Hauptgebäudes. Gemeinde und Landratsamt bewerten es als zu groß für Hohenthann.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Dort, wo heute das einstige Gasthaus zum Bräu in Hohenthann steht, sollen künftig 22 Familien ihr neues Zuhause finden. Doch auch wenn in der Gemeinde Tuntenhausen Wohnraum gebraucht wird, wurde das Projekt auf Eis gelegt. Der Gemeinderat stimmt mit 18:3 Stimmen für eine Rückstellung des Bauantrages.

Tuntenhausen – Ein Bauunternehmer aus der Region möchte dem alten Gasthof wieder Leben einhauchen und ihn in ein modernes Wohnhaus umwandeln. Doch die geplante Bebauung ist der Gemeinde Tuntenhausen zu groß. An dieser Einstellung hat sich seit der Ratssitzung im März nichts geändert, auch wenn ein überarbeiteter Entwurf eingereicht wurde.

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Auf einer Grundstücksfläche von 2550 Quadratmetern sollen 1859 Quadratmeter überbaut werden. In zwei Gebäuden sind 22 Wohnungen geplant. 23 Stellplätze sollen in der Tiefgarage entstehen, weitere neun entlang der Staatsstraße und zwölf im Hof. Die Bebauung ist so kompakt, dass eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,99 und eine Grundflächenzahl (GRZ) von 0,73 erreicht würde. „Das sind Parameter, die wir genau prüfen müssen, um keinen Bezugsfall zu schaffen“, erläuterte der Bürgermeister.

So seien bei der Umgestaltung ähnlich kompakter Gebäude wie dem Wirt in Beyharting GRZ von 0,30 und GFZ von 0,66 oder an der VR-Bank in Ostermünchen von 0,33 (GRZ) und 0,63 (GFZ) genehmigt worden. „Erinnert Euch an unser Ringen um geringstmögliche Flächenversiegelungen in der neuen Ortsmitte von Ostermünchen. Da können wir uns eine maximale GRZ von 0,30 vorstellen“, zog der Bürgermeister Vergleiche.

Weniger Etagen, mehr Grün und Freiraum

Zudem wirke das Gebäude aus dem Süden und Westen mit Tiefgarage, Souterrain, Erd-, Ober- und Dachgeschoss fünfstöckig. Dabei habe die Gemeinde in Gesprächen mit den Planerinnen und dem Bauherrn darauf hingewiesen, dass drei sichtbare Vollgeschosse talseitig akzeptabel wären, mehr aber nicht. Auch die Firsthöhe sei mit 15,70 Metern noch immer höher als das Bestandsgebäude mit 13,11 Metern.

Bedenklich seien zudem talseitige Abgrabungen von etwa zwei Metern, Quergiebel und Loggien. Zudem fehlten vier Besucherstellplätze, sei der Kinderspielplatz zu klein für 22 Wohneinheiten, fehle es an Grün und unbebauter Freifläche. Kurzum: Das Bauvorhaben würde das Ortsbild erheblich verändern und die Belange der Nachbarn beeinträchtigen.

Projekt passt nicht zu dörflichem Charakter

Die Gemeinde hatte auch Rupert Seeholzer, den neuen Kreisbaumeister im Landratsamt Rosenheim, um seine Meinung gebeten. Er habe in den Plänen den Wunsch erkannt, einen maximalen Verkaufswert zu erzielen, zitierte Weigl aus der Stellungnahme.

Doch das Vorhaben passe weder zum dörflichen Charakter von Hohenthann noch in die Gemeinde Tuntenhausen. Zudem genüge der Plan der Bauvorlagenverordnung nur unzureichend. Er empfahl, dem Bauwerber die Gelegenheit zu geben, seinen Antrag zurückzuziehen.

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Eine zweite Möglichkeit, um das Projekt vorerst zu stoppen, ist die Zurückstellung des Bauantrages durch das Landratsamt auf Antrag der Gemeinde. Dieser stimmten die Räte mit 18:3 Stimmen zu. Der Grund: Die Gemeinde hatte im März die Aufstellung eines Bebauungsplanes für „Hohenthann Mitte-West“ beschlossen.

Gemeinde sichert ihre Planungshoheit

Dieser wird frühestens in einem Jahr in Kraft treten. Erst dann wären die Planungshoheit der Gemeinde und ihr Mitspracherecht bei der städtebaulichen Entwicklung der Hohenthanner Ortsmitte verbrieft.

Die Gemeinderäte hatten sich vor Ort ein Bild gemacht. „Wir brauchen Wohnungen, aber es muss passen“, betonte Johann Stürzer (CSU) und empfahl, dem Bauwerber eine Richtschnur zu geben. Stefan Hofbauer (UWO) regte an, eine GFZ von 0,66 festzulegen. Eine Liste mit Kriterien, die für diesen Bereich gelten soll, wird die Verwaltung erarbeiten und dem Rat vorlegen. Zudem setzt sie die Gespräche mit dem Bauwerber fort.

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