Tuntenhausen sucht Zwischenlager für getrockneten Klärschlamm

Bruckmühl/Tuntenhausen. – Die Gemeinde Tuntenhausen sucht Zwischenlagerstätten für getrockneten Klärschlamm.

Mit dieser Information wandte sich Bürgermeister Georg Weigl auf der jüngsten Gemeinderatssitzung an die Bürger und bat darum, geeignete Flächen in der Verwaltung zu melden. Auch diese außergewöhnliche Bitte geht auf die Corona-Krise zurück. Der Grund: Momentan wird kein getrockneter Klärschlamm gebraucht. Bislang wurde dieser Energieträger in Betonwerken und Kohlekraftwerken verbrannt. Die Betonwerke sind geschlossen. Aufgrund des wirtschaftlichen Stillstands wird etwa 30 Prozent weniger Energie gebraucht. Der Klärschlamm bleibt übrig. Normalerweise muss sich die Gemeinde Tuntenhausen um den Schlamm der Kläranlagen in Tuntenhausen, Ostermünchen und Hohenthann nicht kümmern. Er wird ins Klärwerk nach Bruckmühl gebracht, dort entwässert, getrocknet und von Entsorgungsunternehmen zu den Endverbrauchern transportiert. Etwa 470 Tonnen pro Jahr werden aus Bruckmühl in Zementwerken und Kohlekraftwerken verbrannt. Nun stockt der Kreislauf. Zwar sind in Bruckmühl ausreichend Lagerkapazitäten vorhanden, die eine Klärschlammzwischenlagerung bis Juni oder sogar Juli ermöglichen würden. Doch Bürgermeister Georg Weigl stellt vorsorglich die Weichen für den Notfall und sucht alternativ auch Zwischenlager im Gemeindegebiet. Getrockneter Klärschlamm ist ein erdfeuchtes Granulat, das nicht stinkt. Eine Geruchsbelästigung der Umgebung wäre von einem Zwischenlager also nicht zu befürchten.

Kommentare