Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


GEMEINDE WILL ENERGIE SPAREN

Tuntenhausen legt Maßnahmen mit spürbaren Effekten für die nächsten beiden Jahre fest

Die Fotovoltaikanlage auf dem neuen Tuntenhausener Rathaus deckt 50 Prozent des Strom- und Wärmeverbrauchs von Rathaus und Bauhof ab.
+
Die Fotovoltaikanlage auf dem neuen Tuntenhausener Rathaus deckt 50 Prozent des Strom- und Wärmeverbrauchs von Rathaus und Bauhof ab.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
    schließen

Die Gemeinde Tuntenhausen will in den nächsten beiden Jahren 125 Megawattstunden (MWh) Primärenergie einsparen. Als eine von 13 Kommunen gehört sie dem Energieeffizienz-Netzwerk Rosenheim-Traunstein an. Initiiert wurde dieses Netzwerk vom Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) mit Sitz an der Technischen Hochschule Rosenheim.

Tuntenhausen – Im vergangenen Jahr erfolgte eine Bestandsaufnahme der kommunalen Einrichtungen, Gebäude, Anlagen und Fahrzeuge. Nun liegen konkrete Anregungen vor, wie Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen der Gemeinde gesenkt werden könnten.

Vorhaben mit wenig Aufwand

„Wir haben uns vorerst auf Maßnahmen konzentriert, die wir in den kommenden beiden Jahren umsetzen können und durch die wir schnelle Effekte erzielen“, erläutert Bernhard Krichbaumer vom Bauamt.

So bieten beispielsweise die gemeindlichen Kläranlagen in Tuntenhausen und Hohenthann Einsparpotenziale. „Der Austausch von Fenstern und Türen an den Gebäuden in Tuntenhausen und die Installation einer bedarfsgerechten Steuerung der Wärmeerzeugung und -abgabe beispielsweise wären schnell gemacht“, erklärt Kirchbaumer die Möglichkeiten. Zudem werde geprüft, ob Fotovoltaik-Anlagen installiert werden können.

Das neue Rathaus der Gemeinde Tuntenhausenwurde mit einer 20 KW-PV-Anlage mit Speicher bestückt. „Damit decken wir etwa 50 Prozent des Stromverbrauchs und der Heizung von Rathaus und Bauhof ab“, informiert Bürgermeister Georg Weigl. Zudem werde geprüft, ob es sinnvoll ist, einen größeren Energiespeicher anzuschaffen. Dachflächen wie die der Mehrzweckhalle in Schönau oder des Bauhofes in Tuntenhausen, die die Gemeinde gegenwärtig an Dritte zur Energiegewinnung verpachtet hat, seien nach Ablauf der Verträge zusätzliche Optionen, als Gemeinde weitere Energiequellen zu erschließen.

Lesen Sie auch: NEWS-TICKER ZUR CORONA-PANDEMIE Nach Lockerungen in Bayern und Erleichterungen für Geimpfte: Heimbewohner leiden weiter unter strengen Regeln

An den beiden Schulgebäuden der Gemeinde wurden in den vergangenen Jahren bereits viele Maßnahmen zur Primärenergieeinsparung durchgeführt. So wurde die Grundschule Ostermünchen energetisch saniert. Beide Schulgebäude und der Kindergarten in Ostermünchen verfügen über Hackschnitzelheizungen. Der Kindergarten in Hohenthann wird mit der Abwärme einer Biogasanlage beheizt. Das neue Kinderhaus, das in Tuntenhausen entsteht, wird mit Holz beheizt, der Strombedarf mittels PV-Anlage gedeckt.

„Vor einer Entscheidung für weitere PV-Anlagen müssen wir Kosten-Nutzen-Rechnungen aufmachen, da es kaum mehr staatliche Förderungen gibt und sich eine Einspeisung von Strom ins öffentliche Netz nicht mehr lohnt“, erklärt der Bürgermeister.

Das Gebäude des Gasthofes in Ostermünchen, das im Besitz der Gemeinde ist, soll energetisch nachgerüstet werden. Hier würden neue Fenster und die Umstellung der Beleuchtung auf LED schon Ersparnisse bringen. Zudem werde geprüft, ob die Statik des Daches eine Fotovoltaik-Anlage erlaubt.

Die alte Ölheizung des Gasthofes soll mit einer neuen Pumpe ertüchtigt werden. In eine moderne Heizung will die Gemeinde vorerst nicht investieren, da mit der neuen Ostermünchener Mitte auch ein Nahwärmeversorgungskonzept für den Ort entsteht.

Das könnte Sie auch interessieren: SERIE „VON ORT ZU ORT“ Pups, Petting und Tuntenhausen: Wenn Ortsnamen lustig klingen

„Um unsere Straßenbeleuchtung sukzessive auf LED umzustellen, sind wir bereits im Kontakt mit den Bayernwerken“, informiert der Bauamtsleiter. Die Gemeinde bemühe sich um insektenfreundliche LED. Die Straßenbeleuchtung nachts komplett abzuschalten, sei aus Sicherheitsgründen keine Option. In der Zukunft soll es jedoch möglich sein, die Leuchten in bestimmten Zeiten so zu dimmen, dass Strom gespart und die Lichtverschmutzung reduziert werden kann. Ein Allzweckfahrzeug des Fuhrparks der Gemeinde soll gegen ein E-Mobil ausgetauscht werden. Die dafür erforderliche Ladesäule steht bereits vor dem Rathaus.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Wasserver- und Abwasserentsorgung. Hier könnte die Energieeffizienz durch den Austausch alter Aggregate verbessert werden.

Nach ersten Schätzungen könnten allein durch die jetzt geplanten Maßnahmen 78 Megawattstunden Endenergie pro Jahr eingespart werden. Das entspricht etwa dem Jahresverbrauch von 20 Haushalten. Insgesamt sollen 125 MWh Primärenergie pro Jahr eingespart werden. „Das bedeutet, dass wir auch stärker auf nachhaltige Brennstoffe setzen, also Öl beispielsweise durch Holz ersetzen müssen“, erläutert Krichbaumer.

Heizungen von Öl auf Holz umstellen

So werde unter anderem geprüft, ob eine Umstellung der Wärmeerzeugung für die Mehrzweckhalle Schönau von Öl auf Holz möglich und förderfähig ist.

Die Verwaltung erarbeitet zu den Maßnahmen nun konkrete und mit Kosten unterlegten Planungen. „Sie werden in den Haushalt des kommenden Jahres eingearbeitet“, erläutert Krichbaumer. Kleinere Maßnahmen könnten möglicherweise aus dem aktuellen Haushalt finanziert werden. Bis zu einer Summe von 25 000 Euro kann der Bürgermeister entscheiden. Größere Investitionen werden dem Gemeinderat vorgelegt.

Mehr zum Thema

Kommentare