Tuntenhausen zu Brenner-Nordzulauf: „Es geht um Existenzen“

Demonstration gegen Bahnlinien-Ausbau Brennerzulaufstrecke
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"Schützt unsere Heimat und die Heimat unserer Kinder!" steht am 06.03.2017 in Rosenheim auf einem Traktor auf dem Jugendliche aus Ortschaften sitzen, die von den geplanten Bahntrassen betroffen sind. Die Demonstration richtet sich gegen oberirdische Trassen für die Zulaufstrecke zu dem bereits im Bau befindlichen 60 Kilometer langen Brennerbasistunnel. 
  • vonWerner Stache
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Wenig Zeit bleibt, aber die Gemeinde Tuntenhausen macht Nägel mit Köpfen: Am 9. Juli will der Gemeinderat seine Forderungen zum Raumordnungsverfahren für den Brennern-Nordzulauf formulieren.

Tuntenhausen – Erneut beschäftigte der Brenner-Nordzulauf den Tuntenhausener Gemeinderat: Diesmal ging es um den Start des Raumordnungsverfahrens, zudem sich auch die Bürger bis Mittwoch, 24. Juli, äußern können. Bürgermeister Georg Weigl (CSU/FWG) erläuterte das Ganze, verfolgt von vielen interessierten Bürgern.

Regierung prüft Vorhaben

Das Raumordnungsverfahren umfasse das Ausbauvorhaben der nördlichen Zulaufstrecke durch zwei zusätzliche Neubaugleise im Landkreis Rosenheim zwischen einer Verknüpfung im Gebiet der Gemeinden Tuntenhausen/Großkarolinenfeld und Kiefersfelden. „Die Regierung schaut hier beim Raumordnungsverfahren nur, ob dieser Raum so eine Neubaustrecke überhaupt verträgt“, erläuterte Weigl.

Diese landwirtschaftlichen Flächen und der Sportplatz nahe Berg sind bei einem Trassenneubau gefährdet.

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Im Raumordnungsverfahren werde festgestellt, wie sich das geplante Vorhaben auf die für die Raumordnung maßgeblichen Aspekte wie Natur und Landschaft, Land- und Forstwirtschaft, Siedlungsstruktur, Wasser, Verkehr, Energieversorgung und Wirtschaft auswirkt. Weigl: „Die Regierung überprüft das Vorhaben auf seine Raumverträglichkeit wie Linienführung und raumbedeutsame Auswirkungen.“ Gleichzeitig bitte die Regierung aber auch um Stellungnahmen.

Infoveranstaltung am 3. Juli

Die Gemeinde lädt gemeinsam mit der Bürgerinitiative am Freitag, 3. Juli, zur Infoveranstaltung. Beginn ist um 19 Uhr am Sportplatz in Ostermünchen. Im Vorfeld – und auch im Anschluss – haben Bürger die Möglichkeit, die Verfahrensunterlagen im Rathaus einzusehen. Obendrein sind sie auch auf der Homepage abrufbar. Stellungnahmen können an die Gemeinde via E-Mail an info@tuntenhausen.de oder an die Regierung von Oberbayern (beteiligung.rov-bnz@reg-ob.bayern.de) gesendet werden.

Bürgermeister begrüßt neue Bürgerintiative

Bürgermeister Weigl begrüßte die neugegründete Bürgerinitiative. „Es geht hier um Betriebe und um Landwirte, es geht um Existenzen.“ Auch der Gemeinderat von Tuntenhausen hat sich bereits in der Vergangenheit klar positioniert: Er forderte beispielsweise mehr unterirdische Trassen und will auf keinen Fall eine Bahnhofsverlegung. „Wir wollen Einfluss nehmen“, betonte Weigl in der Gemeinderatssitzung.

In der folgenden Diskussion erinnerte Stefan Hofbauer (UW Ostermünchen) an das geringe Zeitfenster für Stellungnahmen. Johannes Lechner (CSU/FWG) forderte möglichst viele Stellungnahmen, denn „irgendwie betrifft es ja doch jeden von uns.“ Die Gemeinde wiederum will in der Sitzung am Donnerstag, 9. Juli, ihre Forderungen aufstellen. Am Ende dieses Tagesordnungspunktes – es war hierzu kein Beschluss erforderlich – betonte Weigl abermals die Wichtigkeit des Projektes: „Wir sind fast alle davon tangiert.“

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