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Tuntenhausen: Brenner Nordzulauf erneut im Fokus

Der Bahnhof in Ostermünchen soll auf jeden Fall erhalten bleiben, damit die Bürger der Gemeinde Tuntenhausen auch perspektivisch nicht auf die gute Anbindung nach München und Rosenheim verzichten müssen. Stache

Während sich der Widerstand gegen den Brenner-Nordzulauf regt und Bürgerinitiativen gegen die Planungen Sturm laufen, ist es in der Gemeinde Tuntenhausen relativ ruhig. Dabei wäre sie von den geplanten Grobtrassenführungen betroffen. Ostermünchen könnte sogar zur Verknüpfungsstelle ausgebaut werden.

Tuntenhausen – Trotzdem gibt es in der Gemeinde noch keine Bürgerinitiative. Bürgermeister Georg Weigl (CSU), der zusammen mit Gemeinderat Hans Thiel (CSU/FW) und Anton Rieder als Vertreter der Landwirtschaft im Gemeindeforum Rosenheim Nord vertreten ist, erklärt es so: „Es nützt nichts, wenn wir einfach nur sagen, dass wir dagegen sind. Wir müssen uns Gedanken darüber machen, wie wir auf die Planungen Einfluss nehmen können.“

Deshalb setzt er das Thema am Donnerstag, 12. September, ab 19 Uhr, auf die Tagesordnung der Gemeinderatssitzung. Und das nicht zum ersten Mal. Schon im November 2018 hat sich der Gemeinderat mit einer Stellungnahme an die Deutsche Bahn gewandt, und seine Position in fünf klare Forderungen gepackt: Grundsätzlich soll eine unterirdische Neubautrasse geplant werden: Das wäre die Variante, die Natur, landwirtschaftliche Flächen und Kulturdenkmäler erhalten würde.

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Darauf hoffen die meisten Menschen in der Region, doch heißt es von Planern und Tunnelexperten eben auch, dass eine Untertunnelung um ein Vielfaches teurer sei als der Trassenbau auf offener Strecke (wir berichteten). Der Bahnhof Ostermünchen darf im Zuge der Planungen nicht verlegt werden: Da einige Trassenplanungen den vierspurigen Ausbau der Strecke und in Ostermünchen sogar eine mögliche Verknüpfungsstelle vorsehen, müsste der Bahnhof verlegt werden.

Aufweitung der Strecke priorisiert

Das lehnen die Gemeinderäte ab. „Dadurch würde noch mehr Natur und landwirtschaftliche Nutzfläche verloren gehen, noch mehr Fläche überbaut werden“, erklärt der Bürgermeister und zählt auf: „Fläche für die viergleisige Neubaustrecke, für den Bahnhof, für Parkplätze und die Erschließungsarbeiten.“

Der aktuelle Standard des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) soll erhalten bleiben: Momentan fahren Züge Richtung München und Richtung Rosenheim im Stundentakt. Bürgermeister Georg Weigl schätzt das als „sehr hohen Standard“ ein. Die Gemeinderäte favorisieren die Trassenvarianten, die im Bereich Ostermünchen eine zweigleisige Neubaustrecke vorsehen. „Das würde den Erhalt oder sogar den Ausbau des ÖPNV sichern, da dieser dann ausschließlich auf der Bestandsstrecke abgewickelt werden kann“, erläutert Weigl.

Der Bau einer komplett neuen viergleisigen Strecke würde nicht nur eine Verlagerung des Bahnhofes nach sich ziehen. Die Tuntenhausener Räte befürchten zudem, dass die Bestandsstrecke zurückgebaut würde und der ÖPNV dann unter der Ausweitung des Güterverkehrs leiden könnte.

Lärmschutz muss bestmöglich sein

Derzeit passieren täglich etwa 250 Züge den Ort. Mit der Fertigstellung des Brennerbasistunnels wird eine weitaus höhere Auslastung der Strecke erwartet. „Nach Angaben der Deutschen Bahn verträgt unsere Bestandsstrecke bis zu 320 Zugbewegungen täglich“, erläutert Georg Weigl.

Die Gemeinde priorisiert eine Aufweitung der Bestandsstrecke: „In dem Fall würde die bestehende zweigleisige Strecke modernisiert und um zwei Gleise erweitert“, erläutert Georg Weigl. Der bestehende Bahnhof wäre für den ÖPNV ausreichend und könnte erhalten bleiben. Die beiden neuen Gleise für den Güterverkehr bräuchten in Ostermünchen keinen Haltepunkt. Ein bestmöglicher Lärmschutz ist zu gewährleisten: „Diese Forderung ist wahrscheinlich am einfachsten zu erfüllen“, sagt der Bürgermeister, auch wenn künftig Hochgeschwindigkeitszüge mit einer Länge von 740 Metern und einer Geschwindigkeit von 230 Kilometern pro Stunde durch die Region donnern.

Seit die Gemeinde Tuntenhausen diese Forderungen an die Deutsche Bahn gesandt hat, sind neun Monate vergangen. Die letzte Beratung des Gemeindeforums Rosenheim Nord war im November 2018. Nach der Vorstellung der Trassenführungen im Juli ist es nun an der Zeit, die Position der Gemeinde an die neuen Entwicklungen anzupassen.

Anregungen werden zu Forderungskatalog

Anregungen aus der Gemeinderatssitzung am 12. September sollen in den Forderungskatalog der Gemeinde eingearbeitet werden. „Wir wollen uns erneut an die Deutsche Bahn, aber auch an den Freistaat und den Bund wenden, wollen erreichen, dass unsere Forderungen Beachtung finden und in die Planungen eingearbeitet werden“, kündigt Bürgermeister Georg Weigl an. „Auf diese Weise verschafft sich die Gemeinde Tuntenhausen Gehör.“

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