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Schließung steht nicht zur Debatte

Trotz hoher Gaspreise: Darum plant Bad Aibling keine Einschränkungen bei Thermenbetrieb

Ob Becken-, Sauna- oder Beauty-Bereich: Die Therme Bad Aibling bleibt geöffnet.
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Ob Becken-, Sauna- oder Beauty-Bereich: Die Therme Bad Aibling bleibt geöffnet.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Die Therme Bad Aibling bleibt auch in Zeiten der großen Energiekrise geöffnet. Stadtwerke-Leiter Stefan Barber erklärt, warum eine Schließung nicht zur Debatte steht – und betont, dass die Anpassung der Eintrittspreise nichts mit den steigenden Gaspreisen zu tun hat.

Bad Aibling –Was Corona in den vergangenen zwei Jahren geschafft hatte, soll die Energiekrise in diesem Jahr nicht fertigbringen – und deswegen bleibt die Therme Bad Aibling trotz hoher Gaspreise geöffnet. Da gibt es für Stefan Barber, Leiter der Stadtwerke, auch gar keine Kompromisse. „Wir haben vor, so lange geöffnet zu haben, wie es gesetzlich erlaubt ist. Und dabei wird es auch keinerlei Einschränkung geben – weder beim Angebot noch bei der Beckentemperatur.“ Dafür gebe es eine Reihe von Gründen. Und was die Energieversorgung angeht, habe man einen Plan B in der Schublade für den Fall, dass in Sachen Gaspreis die absolute Schmerzgrenze für die Stadtwerke erreicht werden sollte.

Warmer Sommer eine große Hilfe

Die Therme sei der größte Gaskunde der Gas- und Wärme GmbH Bad Aibling. „Um sie kostenoptimiert zu betreiben, sind wir seit Beginn gehalten, Energie zu sparen“, sagt Barber. Zudem habe man heuer Glück gehabt: „Dass der Sommer so warm war, half uns bei Gas und Geld. Dadurch brauchte die Therme deutlich weniger Energie.“

Nach den schweren finanziellen Einbußen durch die lange Schließung der Therme mit Saunanlage sei der Betrieb bereits wieder in den schwarzen Zahlen, ist Barber für den Moment erleichtert. Aber auch sonst spreche vieles für den Weiterbetrieb: Die Therme sei ein bedeutender Faktor des Gesundheitsstandorts Bad Aibling, dessen Angebot sie seit 2007 ergänzt.

Stadtwerkeleiter warnt vor Schließung

„Sie trägt außerdem maßgeblich dazu bei, auch das touristische Angebot aufrecht zu erhalten. Wirtschaftszweige wie Tourismus oder Gastgewerbe profitieren schließlich ebenfalls davon“, so Barber. Er warnt: „Eine Schließung wäre mit hohen Verlusten verbunden.“ Das sei auch der Grund, warum man daran denke, auf andere Energien umzusteigen. Bis vor Kurzem sei der Blockheizkraftwerk-Betrieb mittels Gas noch sehr effizient gewesen, doch mittelfristig – in zwei bis fünf Jahren – wolle man auf eine Wärmepumpenanlage umsteigen. „Das ist eine echte Alternative“, sagt Barber. Die kurzfristige Lösung: Ein Teil der Wärmeenergie soll mittels Flüssiggas – ein Nebenprodukt der Erdölraffinerien, das im Augenblick günstiger sei als Erdgas – erzeugt werden.

Lesen Sie auch: „Eine Frage der Perspektive“: Droht die Schließung der Bad Aiblinger Therme?

Die dafür erforderliche Umrüstung sei zwar ebenfalls mit Aufwand verbunden – Tanks müssen gekauft und installiert, Brenner umgerüstet werden et cetera. Aber man habe das durchkalkuliert: „Es würde sich rechnen und wäre die momentan schnellste Lösung.“ Ein Teil werde bereits umgerüstet. „Wir wären auch in der Lage, bivalent zu fahren. Aber wir bleiben so lange bei Erdgas, bis uns der ,Schmerz‘ zu groß wird“, so Barber.

Die Stadt steht laut Bürgermeister Stephan Schlier hinter diesen Entscheidungen. Die Therme, die gerade ihr 15-jähriges Bestehen gefeiert hat, sei ein Aushängeschild nicht nur für Kur, Tourismus und Fremdenverkehr. Auch müsse bedacht werden, dass seit Errichtung ein großer Teil der Schulden bereits getilgt worden sei und dass man die Einnahmen benötige, um die weitere Tilgung zu stemmen. Wie sich die Energiekosten im kommenden Jahr entwickeln werden, könne man zum jetzigen Zeitpunkt seriös nicht sagen. Hinter den Kulissen jedenfalls habe man bereits eine Menge getan und alle Energieeinsparmaßnahmen ausgereizt.

Dass die zum 1. Oktober in Kraft tretende Erhöhung der Eintrittspreise mit den aktuellen Energiekosten zu tun haben, verneinen Bürgermeister und Stadtwerkeleiter. „Angesichts der Preise anderer Thermen waren wir zu billig. Aus diesem Grund wurde die Anpassung beschlossen.“ Dabei steigen die Tarife im Schnitt um zwei Euro, mit Ausnahme bei der Tageskarte, die künftig fünf Euro mehr kostet. „Doch damit liegen wir immer noch einen Euro unter der Therme Bad Endorf.“

Eintritt für Familien neu geregelt

Eine andere Tarifgestaltung gibt es für die Familienkarte, bei der auf jene mit einem und jene mit drei Kindern Rücksicht genommen wurde. Künftig ist darin zwar nur ein Kind inkludiert (bisher zwei), jedoch zahlt jedes weitere Kind nur zehn Euro anstatt wie bisher den normalen Kindertarif. Und das erst ab vier und nicht wie bisher ab drei Jahren. Für Familien mit zwei Kindern über vier Jahre wird der Besuch indes um zehn Euro teurer. Für Personen, die ermäßigten Eintritt zahlen, ändert sich laut Barber unterm Strich nichts.

Blick auf die Besucherzahlen

Anfang des Jahres 2022 konnten laut Stadtwerkeleiter Stefan Barber aufgrund der Beschränkung der maximalen Besucherzahlen noch weniger Gäste verzeichnet werden als in den Jahren vor der Corona-Pandemie. „Seit spätestens August 2022 sind wir allerdings auf dem Level der Vorjahre angekommen. Im September werden wir voraussichtlich sogar die Besucherzahlen aus den Jahren 2016 und 2019 übertreffen.“ Diese lagen heuer bereits am 21. September bei 17 939. Im kompletten September 2016 waren es 18 741 und vor drei Jahren 23 004.

Diese Preise gelten ab 1. Oktober 2022

Ab dem 1. Oktober 2022 gelten die neuen Eintrittspreise. So kostet in der Therme die Frühkarte für Erwachsene künftig 16 (bisher 14) Euro, die Vier-Stunden-Karte 24 (bisher 22) Euro, die Tageskarte 29 (24) Euro und die Abendkarte 21 (19 Euro. Der Eintritt in die Sauna kostet dann analog dazu mit der Frühkarte ebenfalls 16 (14 Euro), für vier Stunden 24 (22) Euro und für den gesamten Tag 29 (24) Euro. Abends sind es 21 (19 Euro). Die Kosten für Therme und Sauna zusammen: Frühkarte 21 (19) Euro, Vier-Stunden-Karte 29 (27) Euro, Tageskarte 34 (29) Euro, Abendkarte 26 (24 Euro).

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