Start für den Neubau

Trotz Corona: In Bruckmühl wird ein Katzentraum wahr – Spatenstich für Gnadenhof

Setzen ein positives Zeichen im Corona-Jahr: Renate Holland, Vorsitzende des Vereins Gnadenhof Katzentraum, Josef und Franz-Josef Schwaiger von der Baumeisterfirma und Bürgermeister Richard Richter (von links) beim ersten Spatenstich für das neue Domizil des Katzentraums – natürlich mit entsprechendem Sicherheitsabstand.
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Setzen ein positives Zeichen im Corona-Jahr: Renate Holland, Vorsitzende des Vereins Gnadenhof Katzentraum, Josef und Franz-Josef Schwaiger von der Baumeisterfirma und Bürgermeister Richard Richter (von links) beim ersten Spatenstich für das neue Domizil des Katzentraums – natürlich mit entsprechendem Sicherheitsabstand.
  • Kathrin Gerlach
    vonKathrin Gerlach
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Es gibt auch noch gute Nachrichten im Corona-Jahr. Eine davon kommt vom Verein Katzentraum. Jetzt fand der erste Spatenstich für das neue Domizil des Gnadenhofs in Ried in der Marktgemeinde Bruckmühl statt. „Unser Traum wird doch noch wahr“, freut sich Vereinsvorsitzende Renate Holland.

Bruckmühl/Bad Feilnbach – Doch wie schafft es der Verein, den Neubau in Ried zu realisieren? Noch im April waren dunkle Wolken über dem Projekt aufgezogen. Mit dem Hilferuf „Wir verlieren unser Zuhause“ wandte sich Renate Holland an die Öffentlichkeit. Architektin Karin Stiglauer hatte die Baukosten auf Grundlage der aktuell geltenden Preise auf drei Millionen Euro beziffert.

Seit dem Kauf des Grundstücks im Jahr 2018 waren diese um circa 30 Prozent gestiegen. „Wir hätten statt des geplanten Kredits von 1,5 Millionen einen in Höhe von 2,5 Millionen Euro finanzieren müssen“, blickt die Vereinsvorsitzende zurück.

Mit guten Angeboten sinken die Kosten

Doch die Wolken sind verzogen. Dank der regionalen Baufirmen. „Das Echo der Unternehmer war sehr positiv. Sie wollen unser soziales Projekt unterstützen. Wir haben so gute Angebote bekommen, dass die Baukosten auf 2,2 bis 2,4 Millionen Euro gesunken sind“, ist Holland dankbar.

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Aber auch die 429 Mitglieder und zahlreichen Unterstützer des Vereins legten sich noch einmal richtig ins Zeug. Die Rücklagen für das Projekt, die Anfang des Jahres schon bei 560 000 Euro lagen, stiegen bis zum 31. Oktober noch einmal auf stattliche 640 000 Euro an. „Gerade im Corona-Jahr, in dem wir keine Flohmärkte und keinen einzigen Tag der offenen Tür durchführen oder uns auf Christkindlmärkten präsentieren können, sichern diese Menschen das Überleben unseres Vereins“, würdigt Holland diese „unglaubliche Leistung“.

Baugrube wird im November ausgehoben

Wie geht es nun weiter: Das alte Bauernhaus in Ried wurde bereits abgerissen. Es wird in der bisherigen Größe und in bäuerlichem Stil wieder aufgebaut, damit es in die Kulturlandschaft passt. Beherbergen soll der neue Gebäudekomplex neben den Räumen für die Katzen, Kranken- und Quarantänestationen, Küche und Begegnungsräumen für die Besucher und Helfer, Sozialräume und vier Wohnungen für Mitarbeiter.

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Vereinsvorsitzende und Bauherrin Holland hofft, dass schon bis Ende 2021 die wichtigsten Räume für den Gnadenhof und die ersten zwei Mitarbeiterwohnungen fertig sind: „Das wäre zumindest unser Traum.“ Die Bagger sind schon angerollt. Ende November soll die Baugrube ausgehoben, mit der Verschalung und dem Kellergeschoss begonnen werden. Wie die Bauarbeiten fortschreiten, hängt von der Witterung ab.

Projekt ganz in regionaler Hand

„Alle Arbeiten wurden an einheimische Unternehmen vergeben, das war uns sehr wichtig“, betont Holland. Die Baumeisterarbeiten hat die Schwaiger Bau GmbH aus Bad Aibling übernommen. Die Elektroarbeiten führt die Bruckmühler Firma Blechinger aus. Das Dach erstellt die Zimmerei Söllerspöck. Heizung und Sanitäranlagen kommen von der Firma Hardraht.

„Das Bauvolumen unseres neuen Gnadenhofes ist enorm. Man könnte es mit sieben Doppelhaushälften vergleichen“, verdeutlicht Architektin Stiglauer die Dimension des Projektes.

Renate Holland blickt optimistisch auf die kommenden Wochen und Monate: „Dank der vielen Unterstützer sieht die Zukunft des Gnadenhofes Katzentraum wieder gut aus.“

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