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Wie kann der Hof erhalten werden?

Trogerhaus in Au bei Bad Feilnbach: Chancen für das denkmalgeschützte Haus aus dem Jahr 1537

Ein in Kronjuwel aus der Renaissance: Das Trogerhaus wurde 1537 erbaut und steht als denkmalgeschütztes Kulturgut an der Schmiedgasse in Au (Gemeinde Bad Feilnbach).
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Ein in Kronjuwel aus der Renaissance: Das Trogerhaus wurde 1537 erbaut und steht als denkmalgeschütztes Kulturgut an der Schmiedgasse in Au (Gemeinde Bad Feilnbach).
  • VonPeter Strim
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Das Trogerhaus gehört untrennbar zum Ortsbild von Au in der Gemeinde Bad Feilnbach. Seit 1537 steht der alte Hof dort an der Schmiedgasse und ist noch ziemlich gut erhalten, wie der Gemeinderat jetzt von Expertenseite erfuhr. Doch wie kann er erhalten werden?

Bad Feilnbach – Bad Feilnbach ist reich an kulturellen Schätzen und Baudenkmälern. Eines davon ist das Trogerhaus. Es steht als ältestes denkmalgeschütztes Bauwerk der Gemeinde an der Schmiedgasse in Au. Über die Ergebnisse der jüngsten Untersuchungen informierte Diplom-Ingenieur Christoph Scholter vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, die Bad Feilnbacher Gemeinderäte in ihrer Sitzung im großen Saal des Gasthauses Weingast.

Experte: „Ein einzigartiges Juwel“

Das Trogerhaus sei ein einzigartiges Juwel, so Scholter, der die Kommunalpolitiker, Besucher und die Erbengemeinschaft Poschauko und Kalkusch sodann auf eine Zeitreise mitnahm. Sie führte zurück ins Mittelalter zur Epoche der Renaissance, auch die Zeit des Umbruchs vom Mittelalter in die Neuzeit genannt. Im Jahre 1537 machte der Zug halt und blieb in Au stehen, genau dort wo sich das Trogerhaus befindet. Zumindest der Wohnteil, welcher sich anhand der Dendrochronologie, einer Methode zur Auswertung von Jahresringen von Holzpflanzen, zurückverfolgen lässt. Schwierig zu datieren sei der Keller, er dürfte aber aus dem gleichen Jahr stammen.

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Der Wirtschaftsteil sowie Teile des Daches in der gegenwärtigen Konstruktion dürften in der Zeit um 1649 hergestellt worden sein. Das Holz selbst, mit hoher Wahrscheinlichkeit aus den Auer Wäldern stammend, sei vermutlich vor 1537 geschlagen worden.

Wie Scholter anmerkte, gelten Bauernhöfe, die vor 1600 erstellt wurden und bis heute in gut erhaltenem Zustand wie der Trogerhof sind, eher als Seltenheit. Somit sei das Trogerhaus als eines der ältesten Bauernhäuser in Oberbayern sogar ein echtes Kronjuwel, das in Blockbauweise hergestellt wurde. Bereits in den 40er- Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde Interesse am Gebäude bekundet, 1944 seien Pläne gefertigt worden. Veränderungen seien seit 1941 kaum vorgenommen worden – der Grad an Originalität kennzeichne sich durch das voll erhaltene Erd- und Obergeschoss.

Kreisheimatpfleger: Sehr seltenes Objekt

Forschungen an und in historischen Häusern gehören zu den spannenden Themen von Daniel Hoheneder, Architekt und ehrenamtlicher Kreisheimatpfleger Rosenheim, der sich seit 2009 eingehend mit dem Trogerhaus befasst. Sehr selten seien derartige zweigeschossige Bauernhäuser aus den Epochen Renaissance und Barock mit giebelseitiger Erschließung und typischem Mittelflurhaus. Die Entwicklung des Gebäudes lasse sich bis aufs Fundament als Blockbau zurückverfolgen.

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Jedes Detail des Gebäudes erzähle Auer Geschichte und der Aufwand, das Gebäude zu erhalten lohne sich für Au und für die Kommune, so Hoheneders Überzeugung.

Nach Ansicht der Erbengemeinschaft, vertreten durch Thomas Poschauko, stellt das Trogerhaus einen besonderen Ort dar, an dem nicht nur das Gebäude selbst, sondern auch künstlerische Größen wie Steinbildhauer Karl Resmann, Holzbildhauer und Diakon Helmut Mayr (beide bereits verstorben) sowie der Maler und Künstler Bepp Füß, Auer Geschichte schrieben.

Vision vom klassischen Dorfplatz für Au

Als Art Vision von Thomas Poschauko würden Gebäude und Umfeld einen klassischen Dorfplatz bieten, an dem Künstler und Vereine ihre Traditionen leben könnten. Passend zur aktuellen Situation, wo in Au ein erheblicher Mangel an Begegnungsstätten zur Pflege des Trachtenvereinslebens, des Schützensports und der Gesangs- und Musikkultur herrscht, sei das Trogerhaus eine mögliche Alternative. Gleichzeitig leiste das Areal ein Beitrag zur Verschönerung und Aufwertung des Dorfes Au in derGemeinde Bad Feilnbach.

Wenig Unterstützung von der Denkmalpflege zu erwarten

Von der Bedeutung des Trogerhauses zeigte sich der Gemeinderat überzeugt. Es gab jedoch eine Reihe von Fragen, etwa nach Fördermitteln, gestellt von Sepp Riedl (CSU). Laut Scholter seien etwaige Fördermittel von Seiten des Amtes für Denkmalpflege sehr gering. Vielversprechender sei es, Anfragen an Stiftungen zu stellen. Neben dem Erhalt der Denkmalsubstanz sei auch der Aspekt wichtig, dass das Haus Bestandteil im Dorf bleibt.

In Erwägung gezogen werden soll nach Ansicht von Stephan Oberprieler (Bündnis90/Die Grünen) eine denkmal- und umbautechnische Machbarkeitsstudie, vor allem hinsichtlich dessen, was unterhalb der Dachkonstruktion großflächig umsetzbar sei.

Wie kann der Trogerhaus an Fördermittel kommen?

Fördermittel zu erwirken, sieht auch Siglinde Angermaier (Bündnis90/Die Grünen) als wichtige Komponente an. Im Wirtschaftsteil des Trogerhofs Bereiche für die Öffentlichkeit einzubauen, sei ein mögliches Argument für die Förderfähigkeit des Vorhabens und für eine finanzielle Beteiligung der Kommune, so die Gemeinderätin.

Wenn die Gemeinde das Gebäude hätte, so Balthasar Spann (CSU), könnten Flächen für die Gemeinschaft genutzt werden. Eine Unterstützung sei im Zusammenspiel mit der Denkmalpflege denkbar.

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