„Tour de Bürgermeister“ führt durch Tuntenhausen

Die Tour der Bürgermeister führt vorbei an den mächtigen Türmen der Basilika – hier verlassen die Radler den Wallfahrtsort und radeln Richtung Glonn.
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Die Tour der Bürgermeister führt vorbei an den mächtigen Türmen der Basilika – hier verlassen die Radler den Wallfahrtsort und radeln Richtung Glonn.

Tuntenhausen – Sie steigen alle Jahre wieder aufs Rad für eine Radtour durch ihre Heimat – die Bürgermeister des Landkreises Rosenheim: Um Schätze in Ruhe zu erkunden, sich sportlich zu betätigen und zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen.

Diesmal führte die „Tour de Bürgermeister“ von Großkarolinenfeld aus nach Tuntenhausen, von dort weiter nach Glonn zum Piusheim und über Grafing, Emmering zurück. „Das sind insgesamt 77 Kilometer“, informiert Großkarolinenfelds Bürgermeister Bernd Fessler, der die Route nicht nur ausgearbeitet, sondern prophylaktisch im Vorfeld auch schonmal getestet hatte.

Bei bestem Wetter gingen die fast 30 Radler – allesamt aktuelle oder ehemalige Bürgermeister, teilweise auch mit ihren Ehefrauen – frühmorgens am Rathausneubau in Großkarolinenfeld an den Start. Mit dabei auch Landrat Otto Lederer, dessen Terminkalender diesmal eine Mitfahrt erlaubte. „Das ist jedesmal ein inte ressanter Austausch. Zugleich lernt man die Region noch besser kennen“, meint er. Nach wenigen Kilometern erreichten die Radler Tuntenhausen, der Heimat von Bürgermeister Georg Weigl. Er führte die Truppe gleich zum – historisch betrachteten Höhepunkt der Radtour – zur Pfarr- und Wallfahrtskirche Basilica Minor, dem nicht zu übersehenden Wahrzeichen von Tuntenhausen. Im seit Ende letzten Jahres frisch renovierten Gotteshaus erhielten sie von Pfarrer Bruno Bibinger eine interessante Kirchenführung. „Es ist heute meine letzte Kirchenführung“, betonte Bibinger, der Tuntenhausen verlässt und ab September Stadtpfarrer in Wasserburg wird.

Seine Erläuterungen reichten von der erstmaligen Erwähnung als Tontinhusa um das Jahr 1000 bis hin zum großen Umbau 1629, von den reichlichen Votivgaben wie dem Votivaltärchen des Andreas von Ettling bis zum Gnadenbild der „Virgo potens“, der Mutter Gottes. Beim anschließenden Rundgang durch das riesige Kirchenschiff blieben viele Bürgermeister voller Bewunderung am Choraltar stehen. Dort ist eine der umfangreichsten Sammlungen von Votivkerzen zu sehen, von denen eine jede vom Schicksal eines Menschen erzählt. „Sie wurden und werden noch heute als sichtbares Zeichen des Gebets oft verbunden mit einem Anliegen hier aufgestellt“, erklärte der Pfarrer und zeigte unter anderem die Kerzen der Gebirgsschützenkompanie Bad Aibling und des örtlichen Spielmannszuges, der Pfarreien Schliersee, Rosenheim und Kundl. Doch auch die vielen Votivbilder waren Blickfänge – so die Weihegabe des „Söller Bauern“, eine volkstümliche Schnitzgruppe der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. „Hier ist ein Bauer am Pfluggespann dargestellt“, erläuterte der Pfarrer, der gerade dieses Werk als absolute Rarität bezeichnet, auf die die Kirche besonders stolz ist. Nach der Kirchenführung lagen noch rund 65 Kilometer vor dem Radltross. Doch vorerst ging es nur 500 Meter abwärts, zum neuen Rathaus von Tuntenhausen. Dort warteten eine Führung und Erfrischungen auf die Besucher. Dann aber hieß es in die Pedale treten – Richtung Glonn. Erst am späten Nachmittag kam die radelnde Truppe wieder zurück. Beim Wirt in Dred – wenige Kilometer vor dem Ziel – gab es dann noch ein gemütliches Beisammensein. Werner Stache

Einen kurzen Abriss der Basilika-Geschichte gibt Pfarrer Bruno Bibinger (links) den Bürgermeistern. Stache

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