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Besondere Fachkräftesuche

Tiny House als Zuckerl: So will Medical Park Bad Feilnbach 100 neue Arbeitsplätze besetzen

Ein Muster-Tiny-Haus steht bereits an der Medical Park Klinik Reithofpark. In den nächsten Wochen werden weitere gebaut. Sie sind für Mitarbeiter als Zuhause auf Zeit gedacht, bis sie eine Wohnung gefunden haben.
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Ein Muster-Tiny-Haus steht bereits an der Medical Park Klinik Reithofpark. In den nächsten Wochen werden weitere gebaut. Sie sind für Mitarbeiter als Zuhause auf Zeit gedacht, bis sie eine Wohnung gefunden haben.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Medical Park Kliniken Bad Feilnbach investieren gerade acht Millionen Euro in eine Fachklinik für geriatrische Rehabilitation. Schon im Frühsommer soll sie mit 81 Betten in zwei Gebäuden am Blumenhof eröffnet werden. Welche neuen Wege die Medical Park Kliniken Bad Feilnbach beschreiten, um trotz des Fachkräftemangels 100 neue Arbeitsplätze unter anderem in der Pflege zu besetzen, erklärt Geschäftsführer Stephan Merz im Interview mit den OVB-Heimatzeitungen.

Gibt es auf dem „Markt“ Fachkräfte für geriatrische Rehabilitation?

Stephan Merz: Die gibt es, aber sie sind nicht nur rar, sondern aktuell auch sehr gefragt, da die Versorgung betagter Menschen verbessert wird und vielerorts geriatrische Akutkliniken und Rehakliniken entstehen. Da wir unsere Geriatrie seit 2017 planen, haben wir einen Teil der Führungskräfte schon unter Vertrag. So ist unsere Therapieleiterin Sylvia Wunderlich seit zwei Jahren in der Fachklinik für onkologische Rehabilitation Blumenhof Bad Feilnbach. Die Pflegedienstleiterin Lidija Franzkewitsch ist seit dem 1. August da. Unser neuer Chefarzt nimmt seine Tätigkeit am 1. April 2022 auf.

In der Corona-Pandemie wurde der Finger auf die Wunde gelegt: Die Pflege muss besser bezahlt werden. Was tun die Medical Park Kliniken dafür?

Stephan Merz: Wir haben im September mit unserem Haustarif eine neue Vergütungsordnung eingeführt, die sich am Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes orientiert und unsere Mitarbeiter – vor allem im Bereich der Pflege, der Medizin und der Therapie – besserstellt.

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Schon heute fehlen in Deutschland 200.000 Pflegekräfte, 2030 werden es circa 500.000 sein. Wie wollen Sie es unter diesen Rahmenbedingungen schaffen, etwa 100 Ärzte, Pflegende und Therapeuten zu finden?

Stephan Merz, Geschäftsführer der Medical Park Kliniken Bad Feilnbach.

Stephan Merz: Die Medical Park Kliniken stehen für ein positives Klima, für tolle Führungskräfte und ein Miteinander auf Augenhöhe. Zudem erfahren unsere Mitarbeiter durch Benefits eine besondere Wertschätzung.

Wer sich für eine Arbeit in Bad Feilnbach entscheidet, braucht Wohnraum. Der ist in der Region nicht nur rar, sondern auch sehr teuer.

Stephan Merz: Unsere Personalabteilung unterstützt die Mitarbeiter bei der Wohnungssuche. Wir kooperieren mit Vermietern, haben eine interne Wohnungsbörse, in der jede Woche bezahlbarer Wohnraum angeboten wird – von der Ein-Raum-Wohnung bis zur Doppelhaushälfte. Damit wir schnell Mitarbeiter akquirieren, sie sich aber in Ruhe ihr künftiges Zuhause suchen können, haben wir Pensionen angemietet. Außerdem stellen wir am Reithofpark Tiny-Häuser für unsere Mitarbeiter zur Verfügung, um ihnen den Weg zu uns zu ebnen.

Familie und Pflege lassen sich oft nicht vereinbaren. Welche Modelle gibt es in Bad Feilnbach?

Stephan Merz: Wir bieten Teilzeitstellen, spezielle Mütter-Schichten- oder Alleinerziehenden-Modelle an, damit unsere Mitarbeiterinnen Beruf und Familie vereinbaren können. Außerdem gibt es bei uns schon seit Jahren ein kostenloses Kinderferienprogramm von sechs Wochen im Jahr, welches auf dem Gelände des Reithofparks stattfindet. Ergänzt wird es durch mindestens einen Ausflug pro Woche in die Umgebung – vom Kuko über einen Zoo- oder Schwimmbadbesuch ist alles dabei. Oder ein Förster erklärt den Kindern die Pflanzen und Tiere des Waldes oder ein Imker die Honigproduktion.

Unsere Mitarbeiter wissen, dass ihre Kinder an Ostern, Pfingsten und im Herbst jeweils eine Woche und in den Sommerferien drei Wochen von 7 bis 17 Uhr gut betreut sind, ein Frühstück und ein warmes Mittagessen bekommen. Das Angebot ist kostenlos und wird sehr gut angenommen. Von der frischen Küche in unserem Haus können auch unsere Mitarbeiter profitieren. Wir bieten für 3,50 Euro die Auswahl aus drei verschiedenen Vier-Gänge-Menüs an.

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Wann muss das neue Team stehen?

Stephan Merz: Wir stellen schon jetzt die Weichen für eine Rehabilitation auf hohem medizintherapeutischen Niveau. Unserer Therapieleiterin steht ein interdisziplinäres Team zur Seite, denn eine geriatrische Rehabilitation gelingt am besten, wenn alle Professionen zusammenarbeiten.

Wir haben viele Mitarbeiter, die sich für Geriatrie interessieren. Sie bringen ihre Ideen in die Gestaltung der Fachklinik für geriatrische Rehabilitation ein. Außerdem bieten wir Weiterbildungen zum Fachtherapeuten für Geriatrie an. Auch interne Schulungen zu Lagerung, Transfer oder Mobilisierung betagter Patienten finden bereits statt.

Im Januar schreiben wir die Stellen aus. Parallel dazu suchen wir aktiv. Im April nehmen weitere Führungskräfte wie beispielsweise Stationsleitungen ihre Arbeit auf. Wir wollen unsere geriatrische Rehabilitation im Frühsommer eröffnen. Spätestens vier Wochen vor dem Start wird unser Team stehen.

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