Im Tierheim Ostermünchen gibt es auch am Heiligabend Streicheleinheiten für Hund und Katz

Die Katzenkinder Sissi, Smartie, Sophie und Sandor sind für Streicheleinheiten immer dankbar. Doris Zednik und Carolin Pech (von links) sind sogar am Heiligabend für ihre Schützlinge da. Gerlach
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Das Tierheim Ostermünchen tickt anders als andere Tierheime. Dort gibt es keinen Abgabestopp in der Weihnachtszeit. Dort wurde auch noch wenige Tage vor dem Fest noch vermittelt. Und dort betreuen Haupt- und Ehrenamtliche die Vierbeiner auch an Heiligabend mit Streicheleinheiten.

Ostermünchen – Sissi, Smartie, Sophie und Sandor müssen am Heiligabend nicht auf Streicheleinheiten verzichten. Denn auch wenn die süßen Katzenkinder noch zu klein sind, um schon bei einer neuen Familie das Fest verbringen zu können, sind sie im Tierheim in Ostermünchen nicht allein. Carolin Pech (26) und Doris Zednik (46) sind bei ihnen. Ihre beiden „Ersatzmamas“ haben sie mit der Flasche aufgezogen und heute Spätdienst. Aber auch ehrenamtliche Streichler sind am Heiligabend im Tierheim herzlich willkommen. Sie müssen sich nur am Vormittag noch schnell anmelden.

Urlaubszeit ist Eingewöhnungszeit

Ostermünchen denkt anders als andere Tierheime. Hier gibt es keinen Abgabestopp in der Weihnachtszeit. Hier wurde auch am Freitag und Samstag – also noch wenige Tage vor dem Fes – vermittelt. Und hier werden die „lebendigen Weihnachtsfreuden“ auch noch vor Weihnachten „zugestellt“. Denn, so sagt es Tilmann Rieger, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Mensch und Tier: „Jetzt haben die Leute doch Urlaub. Und das ist ein guter Grund, sich für ein Tier zu entscheiden, denn jetzt haben sie Zeit, sich um die Eingewöhnung zu kümmern.“

Engagierte Menschen machen es möglich

Dass das möglich ist, liegt vor allem am Engagement der Ostermünchener Tierschützer. „Wir führen auch in der Weihnachtszeit ausführliche Gespräche mit den Interessenten, nehmen uns Zeit für sie, geben ihnen im Tierheim die Gelegenheit, die Tiere in Ruhe kennenzulernen und machen gewissenhafte Platzkontrollen“, betont Rieger (67).

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Und natürlich stehen auch in der Weihnachtszeit die Belange der Tiere vor den Wünschen der Menschen. So musste ein kleines Mädchen aus Ebersberg am Wochenende leider unverrichteter Dinge nach Hause zurückkehren. Denn eine Katze hatten ihr die Eltern erlaubt, nicht aber zwei. „Katzenkinder unter einem Jahr geben wir grundsätzlich nur paarweise ab. Und auch Freunde reißen wir nicht auseinander“, erklärt Klaus Esthner (60) vom Vereinsvorstand.

Derzeit beherbergt das Tierheim etwa 55 Katzen und fünf Hunde sowie Kaninchen „Schoko“. 17 Katzen und fünf Hunde wurden in den letzten Tagen vermittelt und verleben ihr Weihnachtsfest nun schon in einem neuen Zuhause.

Lebenslange Rückkehrmöglichkeit

Angst, dass die neuen Besitzer ihre Schützlinge nach dem Fest wieder nach Ostermünchen zurückbringen könnten, haben die Tierschützer nicht, denn „bei uns hat jedes Tier eine lebenslange Rückkehrmöglichkeit“. Genau das gibt natürlich auch den neuen Besitzern die Gewissheit, es versuchen zu können. Wenn es mit dem neuen Hund oder der Katze klappt, ist alles perfekt. Klappt es nicht, sind sie sich der Hilfe aus Ostermünchen gewiss. Ganz egal, ob im Haushalt oder bei der Rückführung ins Tierheim – die Ostermünchener kümmern sich um ein Tier, solange es lebt.

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In der Interessengemeinschaft Mensch und Tier stehen die Tiere im Mittelpunkt. Und sie sind es auch, die sich ihre Menschen aussuchen und nicht umgekehrt. „Wir empfehlen den Leuten immer, sich einfach zu den Katzen zu setzen und zu warten, was passiert“, erläutert Rieger. Hat es gefunkt, werden die persönlichen Verhältnisse des Menschen geprüft. Dabei interessiert vor allem, wie er wohnt, wie lange er arbeitet, wie viele Kinder im Haushalt sind, ob es einen Garten gibt oder nur eine Wohnung und ob alle Gegebenheiten zu dem Tier passen, das sich eben jenen Menschen ausgesucht hat. Ein Abgabe- und Schutzvertrag regelt alles Weitere.

Das Tier steht im Mittelpunkt

Dann fährt ein Tierheimmitarbeiter zum Menschen und prüft, ob die Angaben der Wahrheit entsprechen. Und dann erst fällt die Entscheidung, ob dieser Ort tatsächlich der „finale Platz“ für den Schützling des Ostermünchener Tierheims sein kann.

An 365 Tagen im Jahr kümmern sich die haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter des Tierheims um ihre Schützlinge. Auch am Heiligabend. Heute werden Caro und Doris bei den Katzen sowie Basti bei den Hunden sein.

An 365 Tagen im Jahr für Tiere da

Sie kümmern sich nicht nur um die Tierheimbewohner, sondern auch um die Pensionstiere, die über Weihnachten zu Gast sind. Für die drei Tierheimmitarbeiter ist das ganz normal, nicht nur, weil es ihr Job ist, auch „weil uns die Tiere ans Herz gewachsen sind“, erklärt Carolin. „Wir haben sie in einem jämmerlichen Zustand gefunden, gesund gepflegt, gefüttert und freuen uns, dass es ihnen jetzt wieder gut geht. Das verbindet.“ Sie hat ihre Liebe zu Tieren zum Beruf gemacht.

Für den Heiligabend rechtzeitig anmelden

Genauso wie ihre Kollegin Doris, die an einem Heiligabend als ehrenamtliche Streichlerin begann. „Ich dachte, dass an Weihnachten bestimmt keiner Zeit für die Katzen hat, also sind mein Mann und ich zum Streicheln gekommen.“

Auch heute sind Streichler und Gassigeher willkommen. Sie sollten sich allerdings bis 12 Uhr anmelden, damit die Tierheimmitarbeiter wissen, dass Besuch kommt. Das Katzenhaus des Tierheims Ostermünchen hat heute von 8 bis 12 und 17 bis 19 Uhr geöffnet, das Hundehaus von 8 bis 12 und 15 bis 19 Uhr. Vermittlungen finden freitags, von 18 bis 20 Uhr, und samstags, von 11 bis 13 Uhr, statt.

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