Im Coronajahr 2020

Therme Bad Aibling zieht bedrückende Bilanz: Defizit von zwei Millionen Euro

„Das Becken und das Sprudelbad der Erlebniskuppel sind leer“, so Stadtwerke-Leiter Stefan Barber.
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„Das Becken und das Sprudelbad der Erlebniskuppel sind leer“, so Stadtwerke-Leiter Stefan Barber.
  • vonJohann Baumann
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Im Schatten von Corona: Eine bedrückende Bilanz bei der Therme Bad Aibling zieht Stadtwerke-Leiter Stefan Barber. So kamen heuer beispielsweise nur 19 436 Gäste ins Freibad - 2019 waren es 30 990. Wie es jetzt weitergehen soll und worauf Barber jetzt hofft, lesen Sie hier.

Bad Aibling – Neben der Gastronomie und Hotellerie zählen Heilbäder und Wellness-Einrichtungen zweifellos zu den am meisten gebeutelten Branchen in der Corona-Pandemie. Von den negativen wirtschaftlichen Begleiterscheinungen wurde auch die Therme Aibling nicht verschont – dies zeigen die vom Stadtwerke-Leiter Stefan Barber dramatischen Zahlen. Während 2019 insgesamt 303 148 Personen die Therme und Sauna besuchten, ging die Besucherzahl 2020 auf 149 471 und damit um die Hälfte zurück.

2019: 30 990 Gäste, 2020: 19 436 Gäste

Auch das Freibad musste eine gravierende Einbußen verzeichnen – hier sank die Gästezahl von 30 990 (2019) auf heuer 19 436. Der öffentliche Eislauf wurde in der Saison 2020/21 noch gar nicht gestartet. „In einem regulären Jahr generiert die gesamte Freizeitanlage, das heißt Therme/Sauna mit Freibad und Eishalle, Einnahmen von knapp 5 Millionen Euro. In diesem Jahr werden es nicht einmal 2,5 Millionen Euro“, erläuterte Stefan Barber.

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„Durch den Betriebsstillstand und den damit verbundenen Energiekosteneinsparungen, der Kurzarbeit fast aller Mitarbeiter der Freizeitanlage und sonstigen Einsparungen kommen wir auf ein sehr hohes Defizit von etwa zwei Millionen Euro“, schildert er weiter. In Abstimmung mit Bürgermeister Stephan Schlier wurde die „Novemberhilfe“ beantragt, um das Defizit zu senken.

Gleichzeitig werde die Anlage aber mit nur wenigen Personen gut gepflegt und instandgehalten. „Unsere Gäste werden sich ab dem ersten Tag der Wiedereröffnung wohl fühlen. Es gibt ein ausgefeiltes Hygienekonzept, welches natürlich auch die Gastronomie und die Beauty- und Wellnessabteilung einschließt“, unterstreicht der Stadtwerke-Manager.

Neue Attraktionen geplant

Trotz der finanziell heiklen Lage habe man in Eigenregie kleine Schönheitsreparaturen und auch Planungen für neue Attraktionen in Therme und Sauna in Angriff genommen. Für Weihnachten setzt man auf den Gutscheinverkauf, der am und 5., vom 9. bis 12. und vom 16. bis 19. Dezember jeweils von 15 bis 18 Uhr an der Thermenkasse und Beautyabteilung erfolgt. „Wir haben viele Stammgäste und Kunden, die jährlich unsere Gutscheine verschenken“, stellt er fest.

Weihnachtsbeleuchtung installiert

Ferner haben die Mitarbeiter heuer eine Weihnachtsbeleuchtung an der Therme installiert. „Ich kann nur jedem Aiblinger einen kleinen abendlichen Spaziergang in Richtung empfehlen“, regt er an. Auch die Eishalle verursache durch die ständige Betriebsbereitschaft und ohne Einnahmen weitere Kosten. Hier hoffte man nach der Ankündigung des November-Lockdowns auf eine Öffnung im Dezember. Derzeit ist aber eine Wiederaufnahme des Betriebes noch nicht absehbar. „Gerade für die Sportler ist die Schließung der Eishalle ein großes Problem“, konstatiert Stefan Barber.

Die Schließung der Eishalle trifft die Kufensportler schwer - hier ein Trainingsspiel der Nachwuchs-Cracks des EHC Bad Aibling.

Gute Kommunikation mit der Stadtspitze

Nicht nur in Bezug auf die Eishalle, sondern generell sei in dieser schwierigen Zeit eine gute Kommunikation mit dem Bürgermeister Stephan Schlier, Stadtrat und Sportreferent Erwin Kühnel, Werksreferent Markus Stigloher und den Vertretern der Vereine unerlässlich. „Persönlich sehe ich bisher eine sehr gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit mit allen Beteiligten, damit sowohl die Interessen der Sportler und Nutzer der Anlagen, als auch die wirtschaftlichen Zwänge der Stadtwerke Bad Aibling ausreichend Berücksichtigung finden“, hebt er hervor.

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Und ergänzt: „Ich bin sehr dankbar darüber, wie engagiert, konstruktiv und ergebnisorientiert trotz der unterschiedlichen Blickwinkel der Personen auch in dieser Zeit miteinander umgegangen wird.“

Die vorsichtig-optimistische Einschätzung des Stadtwerke-Chefs lautet: „Insgesamt ergibt sich natürlich ein bedrückendes Bild. Aber: es ist jetzt unser aller Aufgabe, diese Zeit zu überstehen und uns dennoch mit Freude und frischem Schwung auf die Zeit nach der Pandemie und den ganzen Einschränkungen vorzubereiten.“

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