Aus dem Stadtrat

Therme Bad Aibling: Bei Technik und Optik am Ball bleiben

Mit Ausnahme der jährlichen Revisionswoche war die Aiblinger Therme seit ihrem Bestehen bis zu den coronabedingten Schließungen an 364 Tagen im Jahr geöffnet. Nun stehen einige Renovierungsarbeiten ins Haus.
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Mit Ausnahme der jährlichen Revisionswoche war die Aiblinger Therme seit ihrem Bestehen bis zu den coronabedingten Schließungen an 364 Tagen im Jahr geöffnet. Nun stehen einige Renovierungsarbeiten ins Haus.
  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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Neben den großen Neuerungen wie Wendelsteinsauna oder Kneipp- und Thermalbecken, die die Therme Bad Aibling nach und nach anvisiert, stehen auch in den Duschen und im Keller einige Arbeiten an. Stadtwerkeleiter Stefan Barber stellte sie dem Stadtrat vor.

Bad Aibling – Tiefe Löcher schlägt die Corona-Pandemie auch in die Bilanz der Bad Aiblinger Therme. Zu tiefe Löcher baulicher Art kann man hingegen zum Glück vermeiden, wenn es um den mittelfristig bevorstehenden Umbau der Duschanlagen geht, wie Stadtwerkeleiter Stefan Barber dem Stadtrat in der jüngsten Sitzung erläuterte.

„Extrem Bammel“ habe man nämlich davor gehabt, in allen sechs Duschräumen die Wände öffnen müssen, um die Technik auf den neuesten Stand zu bringen. „Das wäre enorm teuer gewesen.“

Günstiger und zugleich attraktiver

Doch die Bemühungen, mit einem Experten eine Lösung zu finden, waren letztlich erfolgreich: „Nun wird auf die bestehende Duschanlage ein Auf-Putz-Modell gesetzt, das nicht einmal hässlich ausschaut und auch nicht so teuer ist“, teilte Barber dem Gremium mit.

Baukosten liegen bei 250 000 Euro

Benötigt werden insgesamt 44 Dusch-Elemente aus Edelstahl. Man rechnet mit Baukosten in Höhe von 250 000 Euro. Für die Planungskosten in Höhe von 79 000 Euro gaben die Kommunalpolitiker bereits grünes Licht.

Ausgetauscht werden muss die Technik, weil sie eigentlich nicht mehr den gesetzlichen Vorgaben zur Warmwasseraufbereitung entspricht. Bislang wird das Wasser laut Barber im Keller bis zu einer Temperatur von 43 Grad gemischt und gelangt dann nach oben zu den Duschen. Künftig soll 60 Grad warmes Wasser erst kurz vor dem Duschkopf mit kaltem Wasser gemischt werden.

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Diese gesetzlichen Vorgaben seien kurz vor Fertigstellung der Therme im Jahr 2007 in Kraft getreten. Da das Wasser in der Therme aber eng beprobt werde und stets einwandfrei sei, stehe dem Betrieb mit der ursprünglichen Technik nichts im Wege, man sei hier stets in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt Rosenheim und die Sicherheit der Besucher sei jederzeit gewährleistet, versicherte Barber.

Auch wenn die Therme im 14. Jahr ihres Bestehens sehr gut in Schuss sei, wie auch Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) betonte, so rechnen die Stadtwerke aufgrund von Verschleiß der Technik und des Baukörpers in den kommenden Jahren auch anderweitig und vor allem im Keller mit erhöhtem Reparaturbedarf.

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Dies betrifft unter anderem die Ultrafiltrationstechnik für die Wasseraufbereitung, durch die man stets absolut bakterien- und virenfreies Wasser in den Becken gewährleisten könne. Für die Anlage sei einst eine Lebensdauer von sieben bis acht Jahren prognostiziert worden, mittlerweile halte sie schon fast doppelt so lang.

Angesichts des natürlichen Alterungsprozesses bei einem Betrieb von 364 Tagen im Jahr minus einer Woche für die Revision in Zusammenspiel mit Chlor und Wärme werde man um einen Ersatz für die Filter in einigen Jahren nicht herumkommen. Barber rechnet mit Kosten von circa einer Million Euro.

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„Wir versuchen, das Geld für die Reparaturausgaben zu erwirtschaften“, betonte der Stadtwerkechef. Hinzu kommt in den kommenden Jahren noch der dosiert anvisierte Zubau von Angeboten wie Wendelsteinsauna, Thermal- und Kneippecken oder der Umbau der Ruhekoppel und das Projekt „My Spa“.

Erschwert werde die Situation aktuell durch die fehlende Planungssicherheit. Der Wirtschaftsplan 2021 beinhalte deswegen viele Fragezeichen. Er sähe Gesamteinnahmen von 17,48 Millionen Euro und Ausgaben von 17,33 Millionen Euro und somit einen Gewinn von 150 000 Euro vor.

Rückläufige Zahlen in vielen Bereichen

Doch die coronabedingten Rückgänge bei den Besucherzahlen in Therme, Sauna und Freibad verdeutlichen schon die Zahlen im Zwischenbericht zum ersten Halbjahr 2020, den der kaufmännische Leiter der Stadtwerke, Robert Karl, dem Stadtrat vorstellte: 36 751 (45,77 Prozent) weniger Saunabesucher als im ersten Halbjahr 2019, 33 743 (46,51 Prozent) weniger in der Therme, 16 147 (92, 49 Prozent) im Freibad und 356 (3,47 Prozent) in der Eishalle. Beim Elektrizitätswerk blieb man mit der gesamt verfügbaren Strommenge von 30,9 Millionen Kilowattstunden um 5,61 Prozent hinter der Menge vom ersten Halbjahr 2019 zurück. „Hier haben sich unter anderem auch die Schließungen der Schulen und Gastronomiebetriebe bemerkbar gemacht“, so Barber.

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