Lockdowns setzen der Truppe zu

Theater Aibling erlebt Corona-Desaster statt „Desaster-Dinner“

So lebensnah und „unmaskiert“ konnten Klaus Huber, Claus Maier und Tanja Micecvic (von links) nur vor dem Corona-Desaster für das „Perfekte Desaster-Dinner“ proben.  Baumann
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So lebensnah und „unmaskiert“ konnten Klaus Huber, Claus Maier und Tanja Micecvic (von links) nur vor dem Corona-Desaster für das „Perfekte Desaster-Dinner“ proben. Baumann
  • vonJohann Baumann
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Das „Desaster“ im Titel des für 2020 geplanten Stücks über das (eben nicht) „perfekte Dinner“ beim Theater Aibling war noch witzig gemeint. Doch durch die Lockdowns kommt auf die Truppe allmählich ein tatsächliches Desaster zu.

Bad Aibling – Eigentlich hätte sich im April 2020 im „Luli“-Theater der Premierenvorhang für die Boulevard-Komödie „Das perfekte Desaster-Dinner“ heben sollen. Der Auftakt für das Frühjahrsstück fiel bekanntlich Corona-bedingt ins Wasser und auch die mit viel Optimismus in den Herbst 2020 verschobene Spielzeit musste aus den bekannten Gründen abgesagt werden. Inzwischen haben die Verantwortlichen beim Theater Aibling auch erhebliche Zweifel, ob das Stück im Frühjahr 2021 aufgeführt werden kann.

Probenbeginn in den Sternen

„Wenn wir im April 2021 spielen wollen, müssten wir jetzt im Januar wieder mit den Proben beginnen. Da ein Probenbeginn wegen der Corona-Auflagen derzeit nicht terminierbar ist, wird das schwierig“, stellt Regisseur Beppo Fritsch gegenüber unserer Zeitung fest. Aus dem „Perfekten Desaster-Dinner“ ist somit ein perfektes „Corona-Desaster“ geworden.

Dabei ist die Absage-Misere nicht nur für die Bühnenakteure mehr als frustrierend – auch die Vereinskasse wird durch den Ausfall von bisher bereits zwei kompletten Spielzeiten hart gebeutelt.

Im Jahr 2017 schon einmal hart getroffen

Dazu kommt, dass das „Theater Aibling“ bereits 2017 mit dem damals zur Aufführung vorgesehenen „Watzmann“-Musical einen Spielzeitausfall zu verkraften hatte. Seinerzeit hatte der zuständige Bühnenverlag dem Theaterverein trotz vorheriger Genehmigung kurzfristig die Aufführungsrechte wieder entzogen. Der „Watzmann“ konnte dann 2018 mit großen Erfolg gespielt werden.

Nach der Absage des „Perfekten Desaster-Dinners“ nun im Frühjahr dieses Jahres konstatierte Vorstand Claus Maier bereits: „Wir können dank unserer Rücklagen den Ausfall einer Spielzeit verkraften. Sollte aber die Herbstsaison 2020 auch noch ausfallen, müssten wir unsere finanzielle Situation schon neu bewerten.“

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Dies ist inzwischen geschehen und auch unter Berücksichtigung der negativen Frühjahrsprognose 2021 hat das Theater Aibling zur Abwendung eines finanziellen Desasters nach Aussage von „Finanzchef“ Günter Kobl die staatliche Corona-Beihilfe beantragt.

Dazu ist anzumerken, dass das Theater Aibling – anders als andere, in kommunalen Sälen spielende Amateurbühnen – mit dem „Luli“-Theater an der Wendelsteinstraße eine eigene Spielstätte betreibt.

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„Wir haben durch die Miete, die dazugehörigen Nebenkosten sowie für Lagerkosten monatlich rund 1000 Euro feste Ausgaben zu tragen, die wir nur über Eintrittsgelder und Erlösen aus der Bewirtung stemmen können“, erläutert der Vereinskassier.

Desaster hoffentlich nur noch auf Bühne

Dies bedeutet, dass der Verein mit jeder ausfallenden Spielzeit tief ins Defizit rutscht. Nichtsdestotrotz hofft die Vorstandschaft, dass sich ein Desaster in naher Zukunft nur noch auf der Bühne einstellt – zur Freude der Zuschauer und des Kassiers.

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