Teilhabe-Beratungsstelle (EUTB) zieht ins Heimathaus – „Startklar“ mit Beratern auf Augenhöhe

„Startklar“ ab Freitag im Heimathaus: Marco Trapp (links) und Nils Vater beraten Menschen mit Behinderung kostenlos in Bad Aibling.
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„Startklar“ ab Freitag im Heimathaus: Marco Trapp (links) und Nils Vater beraten Menschen mit Behinderung kostenlos in Bad Aibling.

„Startklar Soziale Arbeit“ ist starklar: Ab Freitag, 11. September, berät und unterstützt der Träger der Sozialen Arbeit in Ober- und Niederbayern Menschen mit Behinderung und deren Angehörige in den Räumlichkeiten der AWO-Bewegungsstätte im Heimathaus.

von Eva Lagler

Bad Aibling – Die Außenstelle der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) war zwar seit über einem Jahr im Bad Aiblinger Rathaus untergebracht. Doch dort sei das Angebot nicht so gut angenommen worden, sagt Nils Vater, einer der beiden Berater, die in Stadt und Landkreis Rosenheim Betroffenen helfen. Bei einer Begegnung mit Altbürgermeister Dr. Werner Keitz, seines Zeichens auch Schriftführer der Arbeiterwohlfahrt, sei die Idee aufgekommen, mit dem Beratungsangebot ins Heimathaus zu ziehen, wo auch die AWO mit ihren Seniorenangeboten beheimatet ist.

Übersicht über Hilfsmöglichkeiten

„Die meisten Menschen mit Behinderung sind nun einmal Senioren. Doch viele wissen gar nicht, dass es für sie Erleichterungen und Hilfen gibt, auf die sie auch einen Anspruch haben. Und stellen deshalb auch keinen Antrag“, so Nils Vater.

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Er und sein Berater-Kollege Marco Trapp unterstützen hier kostenlos, trägerunabhängig und bei allen Themen, die das Leben mit Behinderung betreffen, wie beispielsweise bei der Antragstellung für Leistungen oder bei Widersprüchen.

Probleme besser nachvollziehbar

Dabei unterscheide sich die EUTB deutlich von anderen Beratungsstellen. Denn: Die EUTB-Berater sind „Peers“, das heißt, sie sind selbst von Behinderung betroffen oder verfügen über persönliche Erfahrungen mit Menschen mit Behinderung. „Wir können deren Probleme somit besser nachvollziehen und dadurch auf Augenhöhe beraten“, sagt Vater.

Bundesweite Vernetzung

Dank der bundesweiten Vernetzung mit anderen Fachstellen biete die EUTB allen Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderungen, Senioren sowie Angehörigen eine umfassende und individuell abgestimmte Beratung an.

Die Klientel der beiden ist dabei sehr unterschiedlich. Das kann die berufstätige Tochter sein, die nicht weiß, welche Hilfen oder Betreuungsmöglichkeiten es für ihre plötzlichen betroffenen Eltern gibt. Oder Betroffene, die mit der Flut an Informationen und unübersichtlichen Formularen schlicht überfordert sind – oder nicht wissen, welche Behördenabteilungen für sie die richtigen Ansprechpartner sind.

Hilfe mit Ämtern und Behörden

„Hier können wir im Bedarfsfall auch mit den Ämtern abklären, wie es weitergeht. Oder wir schauen, welche Ressourcen die Menschen zuhause haben. Wo Familie, Nachbarn oder Freunde helfen können, möglicherweise sogar ein Entgelt dafür bekommen oder wofür es staatliche Hilfen gibt.“ Ziel sei dabei immer, dass die Betroffenen schnell wieder in die Selbstständigkeit kommen.

Zu Trapp und Vater kommen aber auch Menschen, die beruflich mit behinderten Menschen arbeiten, beispielsweise in Betreuungs- oder Pflegeeinrichtungen. Ebenso rechtliche Betreuer. „Behinderungen und Betroffene sind extrem unterschiedlich, das Personal muss sich individuell einstellen. Manche erkundigen sich auch nach Erfahrungen in anderen Einrichtungen.“

Vater und Trapp bieten neben Hausbesuchen auch Online-Teamsitzungen per Zoom oder Skype an. Neben dem Hauptsitz der EUTB in Rosenheim-Stadt gibt es noch weitere Außenstellen in Prien und Wasserburg. Mehr Informationen gibt es online unter www.startklar-soziale-arbeit.de/eutb

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