"Tauziehen" um künftige Klasse 9M

Die derzeitigen Achtklässler (M-Zug) wollen im nächsten Schuljahr nicht - wie im Kooperationsvertrag mit Heufeld vorgesehen - nach Feldkirchen-Westerham wechseln. Jugendliche, Elternbeirat ud Eltern wandten sich deshalb an das Kultusministerium sowie das Staatliche Schulamt Rosenheim.
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Die derzeitigen Achtklässler (M-Zug) wollen im nächsten Schuljahr nicht - wie im Kooperationsvertrag mit Heufeld vorgesehen - nach Feldkirchen-Westerham wechseln. Jugendliche, Elternbeirat ud Eltern wandten sich deshalb an das Kultusministerium sowie das Staatliche Schulamt Rosenheim.

Als wegweisender Schritt wurde 2011 die Gründung des Mittelschulverbunds "Oberes Mangfalltal" zwischen den damaligen Hauptschulen von Heufeld und Feldkirchen-Westerham gefeiert. Doch nur zwei Jahre später ist "Sand im Getriebe". Denn: Die derzeitige achte Klasse (M-Zug) in Feldkirchen-Westerham will dem Vernehmen nach nicht als neunte Klasse nach Heufeld wechseln. Dabei ist dies aber genauso im Kooperationsvertrag festgeschrieben. Das Schulamt sowie übergeordnete Stellen sind nun eingeschaltet.

Feldkirchen-Westerham/Heufeld - Wo ist die künftige Klasse 9M des Mittelschulverbunds "Oberes Mangfalltal" ab September anzutreffen? In Heufeld oder in Feldkirchen-Westerham? Der vor zwei Jahren geschlossene Kooperationsvertrag besagt eindeutig, dass die siebten und achten Jahrgangsstufen der beiden Schulen in der westlichsten Landkreisgemeinde stationiert sind. Die neunten und zehnten Klassen des M-Zuges wiederum in Heufeld.

Doch Eltern der derzeitigen Feldkirchener Achtklässler sowie der dortige Elternbeirat wünschen sich eine alternative Regelung. "Wir kämpfen um unseren Schulstandort", betonte Richard Stubenrauch, zweiter Vorsitzender des Feldkirchener Elternbeirats, gegenüber unserer Zeitung. Keiner der betroffenen 19 Schüler will ihm zufolge nach Heufeld wechseln, sondern an der ihnen seit vier Jahren vertrauten Bildungseinrichtung bleiben.

Bereits vor drei Monaten beantragte der Elternbeirat beim Rosenheimer Schulamt, dass die künftige 9M in Feldkirchen bleiben darf. "Doch bisher wurde noch keine Entscheidung getroffen", so Stubenrauch. In der Zwischenzeit wurden weitere diesbezügliche Anträge von Eltern an die Regierung von Oberbayern und das Kultusministerium gesandt. Die Schüler wandten sich zudem in einem Brief persönlich an Schulrat Edgar Müller, um zu verdeutlichen, dass ihnen dieses Anliegen wichtig ist. Ein gemeinsamer Elternabend mit Schulrat und den beiden Schulleiterinnen brachte indes keine Lösung.

Nun wartet man auf die Einschätzung übergeordneter Stellen. "Wann genau diese ihre Entscheidung treffen oder ihre Beurteilung abgeben ist unklar. Es soll aber so schnell wie möglich geschehen", erklärte Müller gegenüber unserer Zeitung. Der Schulstandort Feldkirchen-Westerham steht aber in keinster Weiste zur Debatte. Denn um eben eine dauerhafte Existenz der einstigen Feldkirchener Hauptschule gewährleisten zu können, wurde 2011 der Mittelschulverbund geschaffen - parallel zu zahlreichen weiteren im Landkreis. Mit rund 200 Schülern ist dabei die Feldkirchener Einrichtung die "kleine Schwester" der Heufelder Schule mit zirka 540 Schülern.

Wie schon in den Jahren vor dem Kooperationsvertrag (und später dann darin verankert) sollen die siebten und achten Klassen in Feldkirchen-Westerham sowie die neunten und zehnten Klassen in Heufeld unterrichtet werden. Eine Ausnahmeregelung könnte dabei - so die Einschätzungen der Behörden - dauerhaft den Verbund gefährden.

Feldkirchen-Westerhams Elternbeirat sowie betroffene Mütter und Väter verweisen in ihren Begründungen aber auf eine in ihren Augen bereits genehmigte Ausnahmeregelung vor zwei Jahren: "Damals wich das Schulamt von der Regelung ab, die achte Klasse verblieb in Heufeld und wurde nicht nach Feldkirchen-Westerham verlegt", so Stubenrauch. Nun würde man quasi ausgleichende Gerechtigkeit für die künftige Klasse 9M einfordern.

Doch diese Argumentation ist für das Schulamt nicht nachvollziehbar. Zwar stimme es, dass 2011 die achte Klasse in Heufeld bleiben konnte, doch nicht als Ausnahme, sondern - im beiderseitigen Einvernehmen der Verbundspartner - als Übergangsregelung. Der Kooperationsvertrag war zu kurzfristig für Schüler und Busunternehmen geschlossen worden.

Doch für die Feldkirchener Schüler ist es unverständlich, warum sie sich in den letzten beiden Schuljahren in ein neues Umfeld einfügen sollen, zumal man sich erst eingewöhnen müsse. Sie befürchten nach Angaben des Elternbeirats damit wertvolle Zeit zu vergeuden, die der Vorbereitung auf den Abschluss dienen sollte. "In Heufeld kenne ich keinen Lehrer und weiß auch nicht, ob ich mit ihnen klarkomme. Ich befürchte, dass sich meine Noten verschlechtern", so ein Schüler. Ein Mitschüler geht sogar noch weiter: "Wir werden kämpfen, schließlich geht es um uns." Einen Sitzstreik der gesamten Klasse schließt er nicht aus. Eltern wollen sich zudem direkt an Kultusminister Spaenle wenden.

Dabei hatten die Verantwortlichen vor Abschluss des Kooperationsvertrages bereits eine Sonderklausel eingefügt. Diese besagt, dass bei zwei M-Klassen in der neunten und zehnten Jahrgangsstufe sowohl eine in Heufeld als auch eine in Feldkirchen-Westerham unterrichtet wird. Diesen Passus sah das Schulamt von Anfang an kritisch. Sollte es nun zu einer neuerlichen "Aufweichung" des Vertrags kommen, könnte der komplette Verbund in Frage gestellt werden. Denn eine klare Festsetzung der dazugehörigen Statuten sei ein durchgehender Ganztags- und M-Klassenzug. Dies ist aber nur in einem Miteinander der beiden Schulen zu leisten.

Die beiden Schulleiterinnen Arabella Quiram (Heufeld) und Angelika Epstude (Feldkirchen-Westerham) wollten sich aufgrund des schwebenden Verfahrens gegenüber unserer Zeitung nicht zur Sachlage äußern.

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