Tannenhof in Bad Feilnbach: Gemeinderat will traditionelle Vordächer

Insgesamt fünf Gebäudewerden auf dem Tannenhof-Gelände errichtet. Wie deren Vordächer aussehen sollen, darüber beriet der Bad Feilnbacher Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung eingehend. Strim

„Vordächer gehören bei uns dazu“ – das war die überwiegende Meinung des Bad Feilnbacher Gemeinderats, als es in der jüngsten Sitzung um die Dachüberstände der Gebäude auf dem Tannenhof-Gelände ging.

Von Eva Lagler

Bad Feilnbach – Daran änderte auch ein kurzer Vortrag von Architekt Markus Hölzl (Büro Hölzl, Knote, Frischholz) zum Thema Baukultur in nichts.

Heimische Baukultur im Fokus

Der Planer wollte dem Gremium vermitteln, dass es auch hier in der Region zahlreiche Beispiele gibt, bei denen ab einer Viergeschossigkeit eines Gebäudes das Vordach fast ganz verschwindet. „Je höher das Gebäude, desto weniger Dachüberstand“, brachte er es auf den Nenner. Zugleich versicherte er: „Wir wollen hier alle das Gleiche, nämlich die heimische Baukultur pflegen, ehren und auch weiterentwickeln.“

Auch bei hohen Gebäuden nicht an den Maßen sparen

Als typische Beispiele und Maße aus der hiesigen Region führte er an: „1,20 Meter Dachüberstand bei Gebäuden bis zweieinhalb Geschosse, 80 Zentimeter bei bis zu dreieinhalb Geschossen und null bis 20 Zentimeter ab einer Viergeschossigkeit.“ Katharina Angermaier (Überparteiliche Wähler) hielt dagegen: „60 Zentimeter müssen es meiner Meinung auch bei den hohen Gebäuden mindestens sein.“

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Martin Huber (CSU) meinte mit Blick auf die Niederschlagsmengen in der Region: „Einen gewissen Schutz brauchen wir. Das hat schon alles seinen Sinn.“ Er verwies als Negativ-Beispiel auf ein neugebautes Industriegebäude in Au, an dessen Nordseite schon Moos wachse und forderte: „Wir sollten bei 30 bis 60 Zentimetern bleiben.“

„Von Bürgern höre ich öfter, wir würden schön langsam verstädtern“, berichtete Andreas Henfling (Überparteiliche Wähler). Die Bad Feilnbacher Gegend sei bäuerlich geprägt, daran solle man sich auch bei Neubauten orientieren. Das sah auch Georg Stadler (CSU) so: „60 Zentimeter wären gut. 40 bis 50 wären aber auch noch in Ordnung.“

„Das ist schließlich unser Ort“

Michael Wallner (CSU) warnte vor zu geringen Dachüberständen: „Wenn wir weiter so bauen, fahren wir irgendwann durch die Kufsteiner Straße und kein Gebäude hat mehr ein Vordach. Es ist schließlich unser Ort, wir leben hier und wir schauen jeden Tag die Häuser an.“ Deswegen wolle man, sagte Wallner an die Planer gerichtet, „das Maximale an Vordach, das sie sich vorstellen können“. Sein Fraktionskollege Balthasar Spann (CSU) pflichtete ihm bei: „Wo unterscheidet sich der Baustil irgendwann dann von Niederbayern oder Fürth? Wenn ich Häuser mit keinem oder nur geringem Dachüberstand sehe, habe ich kein Heimatgefühl mehr. Für mich ist das Vordach ein ganz wesentlicher Punkt.“

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Gerhard Mair (CSU) meinte schließlich, die von der Verwaltung vorgeschlagenen Maße mit einer Bandbreite zwischen 30 und 60 Zentimetern bei dem dreigeschossigen „Haus B“ und dem viergeschossigen Gebäude „Haus A“ an der Kufsteiner Straße, von 60 Zentimeter bis 1,0 Meter bei dem dreigeschossigen „Haus C“ in der Mitte des Geländes sowie von 1,0 bis 1,50 Meter bei den beiden dreigeschossigen Häusern „D“ und „E“ im rückwärtigen Bereich seien ein guter Kompromiss.

Ein Ergebnis, mit dem auch die Planer gut leben können, wie Hölzl erklärte.

„Maximum bei den hohen Häusern“

Christian Schlemer (Überparteiliche Wähler) und Michael Wallner forderten jeweils das Maximum dieser angegebenen Werte. Der Gemeinderat einigte sich schließlich auch auf mindestens 60 Zentimeter für Haus A und B und mindestens 1,0 Meter bei Haus C. Bei Haus D und E soll ein Maß zwischen 1,0 und 1,50 Meter möglich sein.

Eine weitere Diskussion entspann sich noch zum Thema Stellplatzregelung für das Areal und zu einem angedachten Carsharing-Modell (Bericht folgt).

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