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Tag der Rückengesundheit

Dr. Rusz von der Schön Klinik Bad Aibling gibt Tipps: So tun Sie Ihrem Rücken Gutes

Tag der Rückengesundheit Interview Leiter des Wirbelsäulen-Zentrums in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen
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Am 15. März ist Tag der Rückengesundheit: Dr. med Roland Rusz, Leiter des Wirbelsäulen-Zentrums in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen, kennt sich aus mit Beschwerden im Rücken.
  • Marina Birkhof
    VonMarina Birkhof
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Am Tag der Rückengesundheit am 15. März steht die Rückseite des Menschen im Fokus. Dr. med. Roland Rusz, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie und Leiter des Wirbelsäulen-Zentrums in der Schön Klinik Bad Aibling Harthausen, weiß um Symptome und Ursachen. Im Interview mit rosenheim24.de gibt er Empfehlungen, um schmerzhaften Verspannungen vorzubeugen.

Bad Aibling - Unterschieden gehören Dr. Rusz zufolge zunächst zwei Sachen: Zum Einen Rückenbeschwerden aufgrund von organischer oder genetisch bedingter Erkrankungen, die auch schon Jüngere belasten können. „Wir sehen nicht selten jüngere Patienten mit Bandscheibenvorfällen und Verschleißerscheinungen“, weiß Dr. Rusz.

Mit zunehmenden Alter, ab 35 aufwärts, sei es ein ganz normales Erscheinungsbild, dass die Bandscheiben langsam austrocknen, verlieren sie damit ihre dämpfende Funktion, was wiederum vermehrt zu Rückenbeschwerden führe.

Vorbeuge das A und O

Der zweite Grund seien „funktionelle Beschwerden“: Darunter zählen mitunter mangelnde Bewegung im Alltag, eine schlechte Körperhaltung oder Adipositas. „Diese Faktoren belasten die Wirbelsäule“, unterstreicht Dr. Rusz. Laut Statistiken führen unter anderem Rückenbeschwerden zu meisten Arbeitsunfähigkeit in Deutschland. Daher sei die Vorbeuge das A und O.

„Kleine Übungen zwischendurch zur Mobilisierung der Wirbelsäule, gerade bei sitzenden Tätigkeiten – im Büro oder bei längeren Autofahrten – empfehlen wir Ärzte immer“, unterstreicht Dr. Rusz. „Da genügen schon Aufstehen, ein paar Schritte gehen oder Dehnen.“

Schwimmen, Rückengymnastik oder Pilates und Yoga

Gerade in der Freizeit und nach Feierabend aber sollten bewusst Sportarten für den Rücken integriert werden. Die Bauchmuskulatur und die tiefe Rückenmuskulatur „umarmen“ sozusagen die Lendenwirbelsäule, von der aus häufig die Schmerzen ausstrahlen. Deshalb sei es essentiell, gerade die Bauch- und Rückenmuskulatur zu trainieren und zu stärken.

Ein Klassiker sei Schwimmen. Auch spezielle Rückengymnastik, wie sie oft in Fitnessstudios angeboten wird, helfen zu mobilisieren – ebenso wie zum Beispiel Pilates oder Yoga. Alternativ zum Fitnessstudio könne man mit Suchbegriffen wie „Rückengymnastik“ Videos auf YouTube finden und zuhause auf einer Matte durchführen.

Zwei- bis dreimal pro Woche 20 bis 30 Minuten Training

Wichtig in den Augen von Dr. Rusz ist die Regelmäßigkeit und sich vor allem Ziele zu setzen, die durchführbar sind: „Zwei- bis dreimal pro Woche 20 bis 30 Minuten Training sollte jeder unterbringen, sodass die Übungen der Rückengesundheit zugute kommen.“ Zeitgleich dürfe man aber auch Pausen und Erholung der Muskelpartien nicht außen vor lassen: Tägliches Training wiederum sei nur für Profi- oder Leistungssportler sinnvoll.

Als nicht wirbelsäulefreundlich gelten indes Sportarten, die mit Erschütterung oder Springen zu tun haben: Volley- oder Basketball, Reiten oder längeres Joggen mit schlechten Schuhen auf zu hartem Untergrund wie Asphalt oder Beton. Gegen dynamisches Laufen auf einer Aschebahn oder weicherem Boden im Wald mit guten Laufschuhen spricht jedoch dem Experten zufolge nichts.

Welche Rolle spielt die Ernährung?

Mit gesunder Ernährung und viel Flüssigkeit lassen sich bandscheibenbedingte Rückenbeschwerden nicht mildern, räumt Dr. Rusz ein. „Dieses Trugbild muss ich leider zerstören. Konkret mit Ernährung kann Bandscheibenverschleiß nicht beeinflusst werden. Das ist allerdings kein Freibrief: Schlechte und ungesunde Ernährung in Kombination mit zu wenig Sport führt häufig zu Übergewicht, das die Wirbelsäule und gesunde Bandscheiben belastet. Hier können sich schnell funktionelle Schmerzen entwickeln.“

Wie wichtig ist die Resilienz?

„Tatsächlich ist es so, dass Stress und psychische Belastungen im Alltag Wirbelsäulenbeschwerden extrem begünstigen und zu Verspannungen oder Schmerzen in der Muskulatur führen können“, erläutert Dr. Rusz weiter. Hier arbeiten die Wirbelsäulen-Spezialisten auch mit den Kollegen der psychosomatischen Medizin eng zusammen.

In diesem Fall sei es wichtig, stressige Tätigkeiten zu entzerren: In der Mittagspause eine Runde spazieren zu gehen sowie nachmittags nach Feierabend abzuschalten und sich einen sportlichen Ausgleich suchen.

Schlechte Ausstattung im Home Office „Gift für den Rücken“

Seit Corona arbeiten viele im Home Office. „Der Rücken reagiert natürlich empfindlich, wenn dauerhaft beispielsweise an der Eckbank des Küchentischs gearbeitet wird. Das ist Gift für den Rücken. Stimmt die Tischhöhe nicht oder ist der Stuhl unbequem können sich rasch Schmerzen einstellen“, warnt Dr. Rusz.

Seiner Meinung nach lohnt es sich, in Bürostühle mit spezieller Lendenwirbelsäulestütze zu investieren. Im Home Office finde man darüber hinaus zwischen zwei Telefonaten oder Video-Meetings eher die Zeit für ein, zwei Übungen zur Mobilisierung.

Auch wichtig: Der Blick in den Laptop führe des Öfteren zu Nackenbeschwerden oder Schmerzen im Schultergürtel, die nicht bagatellisiert werden dürften. Hier sollte man ebenfalls rückengerecht sitzen, die Lendenwirbelsäule gut abstützen oder sich einen zweiten Monitor auf Augenhöhe anschaffen.

„Dem Schmerz hinterherlaufen ist der falsche Weg“

Insgesamt gelte: Bleiben Beschwerden trotz der Einnahme von Schmerzmitteln über einen längeren Zeitpunkt bestehen, sollte man dies unbedingt medizinisch abklären und ärztlich diagnostizieren lassen. „Dem Schmerz hinterherlaufen ist der falsche Weg“, warnt der Facharzt. „Finden sich keine schwerwiegenden Ursachen, die möglicherweise operativ behandelt werden müssten, so hat man Gewissheit und ist durchaus bestärkt, mehr Aktivität in seinen Alltag zu bringen.“

Das Wichtigste, und damit schließt Dr. Rusz seine Ausführungen, sei der Wille, etwas ändern und sich mehr bewegen zu wollen. „Den inneren Schweinehund zu überwinden ist essentiell. Wer diese Schwelle einmal überwunden hat, dem fällt es auch leichter im Alltag an gewisse Kleinigkeiten zu denken. Und der Rücken dankt es am Ende.“

mb

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