Ein bewegtes Fußballer-Leben

SV Bad Feilnbach und sein Trainer: Hans Peter Zacher, der schon mit Jogi Löw kickte

Gern erinnert sich Hans Peter Zacher an ein Benefiz-Spiel 2010 zugunsten im Beisein des damaligen Präsidenten des TSV 1860 München Karl-Heinz Wildmoser und Gerhard Lippert als Schiedsrichter
+
Gern erinnert sich Hans Peter Zacher an ein Benefiz-Spiel 2010 zugunsten im Beisein des damaligen Präsidenten des TSV 1860 München Karl-Heinz Wildmoser und Gerhard Lippert als Schiedsrichter
  • vonPeter Strim
    schließen

Hans Peter Zacher gilt immer noch als fußballerische Größe. Sein Weg führt ihn von seinem Geburtsort Freiburg über die „Sechzger“ mehrere Stationen bis zum Hobbytrainer beim SV Bad Feilnbach. Dort trainiert er heute mit Georg Berger und Torwarttrainer Ernst Töglhofer die erste Mannschaft.

Von Peter Strim

Bad Feilnbach – Heute trainiert er zusammen mit Georg Berger und Torwarttrainer Ernst Töglhofer die erste Mannschaft. Seine von Fußballkunst mit Steilpässen und Treffern geprägte Karriere an verschiedenen Stationen zeichnete Hans Peter Zacher im Gespräch mit unserer Zeitung nach.

Die Kugel, die sein Leben bestimmte

Geboren wurde Peter Zacher im Januar 1948. Mit sechs Jahren hatte er auf einem Bolzplatz erstmals Kontakt mit jener Lederkugel, die sein Leben bestimmen sollte. Ein prägendes Ereignis war der Moment, als er einen vierjährigen Buben aus einem Bach, der neben dem Bolzplatz vorbeifloss, rettete. Zacher wurde für seine vorbildliche Tat mit einer Rettungsmedaille der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft öffentlich geehrt. Der Vater des geretteten Kindes überzeugte den damals 15-jährigen Kaufmannslehrling, sich dem Verein Blau-Weiß Freiburg anzuschließen.

Genau getakteter Tagesablauf

Mittlerweile fest entschlossen, Fußballer zu werden, hieß Zachers Tages-Takt von nun an „Schule – Essen – Bolzplatz“. Sein Talent führte ihn ein Jahr später zum SC Freiburg, dem er auch heute noch angehört. Als 17-Jähriger spielte er in seinem Stammverein in der ersten Mannschaft und bereicherte mit seinem Können die „Südbadische Auswahl“, Lörrach-Raststatt.

Sein Weg führte weiter in die dritte Liga sowie mit 18 Jahren in die Amateur-Nationalmannschaft des DFB unter dem späteren Trainer des FC Bayern, Udo Lattek. Es folgten Angebote vom 1. FC Köln, von Eintracht Frankfurt und dem Karlsruher SC.

Das könnte Sie auch interessieren: Wahre 60er in Bad Feilnbach: Frühere Kickergrößen erinnern sich

Zacher wollte unbedingt zu den Kölnern, hätte gerne unter Willi Multhaup und mit Wolfgang Overath gespielt. Da damals die Volljährigkeit aber erst mit dem 21. Lebensjahr begann, unterschrieb sein Vater seinen Spielervertrag – zugunsten des Karlsruher SC. Begründung: Köln und Frankfurt seien von Freiburg zu weit weg. Das Vertragsverhältnis

Allerdings endete das Vertragsverhältnis nach einem Jahr und dem Scheitern in der Aufstiegsrunde gegen Rot-Weiß-Essen mit den Fußballlegenden Horst Hrubesch und Werner Lorant. Es folgte eine einjährige Spielzeit beim SSV Reutlingen, wo er die meisten Tore schoss. Ein Zusammentreffen mit Hans Tilkowsky brachte ihn, den jungen Mittelfeldspieler und Stürmer, 1970 zum TSV 1860 München. Ein Verein, in dem – wie er heute noch schwärmt – mancher Fußballer, umgeben von Nationalspielern, etwas erreichen konnte.

Mit Spielern wie Paul Breitner in bester Gesellschaft

Zacher musste in jenen Tagen als Wehrpflichtiger seinen 15-monatigen Dienst verrichten und befand sich in der Freimanner Bayernkaserne mit damaligen Spielergrößen wie Paul Breitner in bester Gesellschaft. Auch gehörte es zum guten Ton, in der Bundeswehr-Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Durch Mitwirkung von Hans Tilkowsky bot sich für Zacher die Chance, zweimal wöchentlich zum Training ins Stadion an der Grünwalder Straße zu fahren.

Lesen Sie auch: Gemeinde Bad Feilnbach spendiert 260 neue Obstbäume für gute Zukunft

1972 endete für ihn die Zeit bei den „Löwen“. Mit einigen Kameraden aus dieser zeit verbindet ihn bis zum heutigen Tag eine innige Freundschaft, etwas mit Hans-Dieter „Datschi“ Seelmann, Hans Rebele oder Jimmy Schmid.

Das waren Zeiten: Peter Zacher (rechts) mit dem heutigen Bundestrainer Jogi Löw (links) und Reinhard Willi. Die drei kickten in der Spielzeit 1978/79 gemeinsam beim SC Freiburg.

Durch ein Angebot des einstigen Löwen-Keeper Peter Radenkovic führte Zachers Weg zur Eintracht Kreuznach. Dort feierte er viele Erfolge mit einem bestens eingespielten Team, darunter die Süd-West-Meisterschaft oder der Deutscher Landespokalsieg „Rheinland-Pfalz“.

Fußballerischer Höhepunkt in Ludwigshafen

Fußballerischer Höhepunkt war es für ihn, 1974 in der Auswahl für ein Vorbereitungsspiel für die Weltmeisterschaft gegen Brasilien vor 40 000 Zuschauern im Südweststadion Ludwigshafen dabei sein dürfen. 1978/79 schloss sich der Kreis seines fußballerischen Wirkens beim Stammverein SC Freiburg, wo er damals mit dem zwölf Jahre jüngeren und heutigen Bundestrainer Jogi Löw zusammenspielte. Auch heute besteht noch eine rege Verbindung mit jenem Verein, mit dem Zachers Fußballerlaufbahn begann.

Vom Kaiserstuhl ging‘s nach Tirol

Von 1980 bis 1983 wirkte er als Spielertrainer im Bereich Kaiserstuhl. Als er seine Frau, die einstige „Miss Tirol“ Christina Kaindl kennenlernte, zog er in deren Heimat. Aus der Ehe entstammt Tochter Sandra (33)

2010 zog Zacher nach Bad Feilnbach, lebt dort zufrieden und schätzt die sympathische Dorfgemeinschaft und den Fußball beim SV Bad Feilnbach. Er pflegt eine innige Verbindung zu ehemaligen Spielern, engagiert sich für behinderte Jugendliche sowie krebskranke Kindern. Unterstützt wurde er dabei in der Vergangenheit von Franz Beckenbauer, Ewald Lienen, Peter Kupferschmidt und den verstorbenen Weggefährten Karl-Heinz Wildmoser und Gerhard Lippert (der Schauspieler war bei Benefizspielen als Schiedsrichter tätig).

Kommentare