Super Tourismus-Jahr für Bad Aibling, bevor Corona kam: 75 Millionen Euro Umsatz

Die Analyse der Daten zeigt die Bedeutung der Tourismusbranche für Bad Aibling auf. Klinger

Es lief richtig gut für Bad Aiblings Tourismusbranche, bis sie von der Corona-Krise ausgebremst wurde: Auf 75,2 Millionen Euro belief sich der Bruttogesamtumsatz auf diesem Sektor im vergangenen Jahr.

Von Eva Lagler

Bad Aibling – Reisemobilisten, Übernachtende in Privatquartieren und gewerblichen Betrieben sowie Tagesreisende brachten es zusammen auf 1,187 Millionen Aufenthaltstage in der Kurstadt. Ermittelt hat diese Zahlen das Deutsche Wirtschaftsforschungsinstitut (dwfi) in seiner aktuellen Studie, die Kurdirektor Thomas Jahn jetzt im Stadtrat vorstellte.

Reisemobilisten auch mit dabei

Dabei wurde in den gewerblichen Betrieben ein Umsatz von knapp 53 Millionen Euro (360 000 Aufenthaltstage) und durch die Tagesreisenden 20,5 Millionen Euro (800 000 Aufenthaltstage) an Umsatz erbracht. 1,1 Millionen Euro waren es bei den Privatquartieren mit weniger als zehn Betten (13 000 Aufenthaltstage) und 700 000 Euro bei den Reisemobilisten (14 000 Aufenthaltstage).

„Diese insgesamt 75,2 Millionen Euro kommen auch tatsächlich in Bad Aibling an“, erklärte Jahn. Nicht nur das Gastgewerbe, sondern auch der Einzelhandel, Dienstleistende, Zuliefernde, Produzierende und Handwerksbetriebe profitieren ihm zufolge vom Tourismus als Umsatzbringer. „Ganz wichtig für den Standort ist es auch, dass wir hier eine Menge nicht verlagerbare Arbeitsplätze haben.“

Wertsteigerung beläuft sich auf neun Prozent

Seit der ersten Studie im Jahr 2009 habe man bei diesen Kennziffern insgesamt eine Wertsteigerung von neun Prozent erlebt. „Das ist eine beeindruckende Zahl. Nun heißt es fleißig weiterarbeiten“, sagte Jahn, der dem Stadtrat aber auch die Folgen des Corona-Lockdowns verdeutlicht hatte , bei dem „alles innerhalb von drei Monaten quasi auf Null geschrumpft ist“. 9,5 Millionen Euro betrug der Umsatzverlust allein in den Monaten März und April.

Die Studie zeige allerdings auch, dass der Einzelhandel trotz Einnahmensteigerungen von 13 Prozent auf 13 Millionen Euro in den zurückliegenden zehn Jahren nicht in dem Maße wie Hotellerie, Tagestourismus und Gastgewerbe profitiere. „Daran müssen wir arbeiten“, meinte Jahn. Unter anderem gehe es hier darum, sich bei den Öffnungszeiten noch mehr an dem Bedarf der Touristen zu orientieren. „Dabei sprechen wir auch von einheitlichen Öffnungszeiten.“

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Für die Stadt seien die Investitionen in die touristische Infrastruktur ebenfalls lohnenswert und sinnvoll, betonte der Kurdirektor – „nicht zuletzt, da über Steuereinnahmen, Kurtaxe und Fremdenverkehrsbeiträge ein Beitrag zur Finanzierung des Stadthaushaltes geleistet wird.“ Im Jahr 2019 waren das 2,7 Millionen Euro. Und nicht zuletzt schaffe und sichere der Tourismus als Jobmotor und als bayerische Leitökonomie ortsgebundene Arbeitsplätze.

Auf die Frage von AfD-Stadtrat Andreas Winhart, wie die Situation bei den Übernachtungen über das Online-Marktplatzunternehmen Airbnb aussieht, entgegnete Jahn: „Wir schauen regelmäßig bei diesen Plattformen vorbei, ob dort Aiblinger Anbieter dabei sind. Wir schreiben sie dann wegen der erforderlichen Gewerbeanmeldung an.“

„Jeder muss seinen Beitrag leisten“

Viele wüssten über die Verpflichtungen gar nicht Bescheid, wenn sie Aufenthalt gegen Entgelt anböten. Der Großteil der Vermieter arbeite sauber und ehrlich, und da gehe es nicht an, dass andere an der touristischen Infrastruktur und den Leistungen partizipieren, ohne dazu einen Beitrag zu leisten. Jahn bezeichnete es als verwerflich, eine kostenlose oder sehr günstige Plattform zu betreiben, aber den Vermietern dann nicht zu sagen, was Sache sei, beispielsweise was die Versicherung des Gastes angeht. „Die meisten sind sehr dankbar, wenn wir sie darüber aufklären.“

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