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Süßes oder Saures? – Aktion „Sicherer Schulweg“ in Heufeld

Die immense Größe des „totes Winkels“ konnten die Schüler anhand eines großen orangen Dreiecks anschaulich erkennen. Neuwirth

Eltern-Taxis wurden jetzt vor der Justus-von-Liebig-Grund- und Mittelschule in Heufeld unter die Lupe genommen. Ziel war es, für die Schulwegesicherheit zu sensibilisieren. Wer die vorgeschriebene Geschwindigkeit übertrat, wurde bestraft. An diesem Tag nur mit einem sauren Bonbon.

Bruckmühl – Am Morgen, 7.18 Uhr. Der Ruf: „Da kommt der Erste, mit einer Geschwindigkeit von 22 Kilometern pro Stunde, roter Kleinwagen“, durchbricht die morgendliche Stille rund um die Haupteinfahrt der Justus-von-Liebig-Grundschule. Sekunden später winkt Polizeiobermeisterin Katharina Slawik mit dem Anhaltestab das von einer Kollegin angekündigte Auto in die Schuleinfahrt. Nach dem Anhalten erklärt Polizeihauptkommissar Jochen Storch der Autofahrerin den Grund der polizeilichen Maßnahme.

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Was für den neutralen Beobachter wie eine normale Fahrzeugkontrolle wirkt, hat einen aktuellen Hintergrund: die Sensibilisierung der Eltern für die Schulwegsicherheit ihrer Kinder. Das Fazit aller Beteiligten zur Kooperationsaktion „Polizei und Schule“ war um 8.35 Uhr einhellig: „Ein Erfolg.“

Brisante Mixtur von Verkehrsteilnehmern

Die Initiative für diese landkreisweite Aktion mit Schwerpunkt im Bruckmühler Ortsteil Heufeld ging von der Polizeiinspektion (PI) Bad Aibling aus. „Wir waren von der Idee sofort begeistert und haben unsere volle Unterstützung zugesagt“, erklärt Schulleiterin Arabella Quiram. Dabei wies sie auf die durchaus brisante Verkehrsmixtur mit Konfliktpotenzial rund um die Heufelder Grund- und Mittelschule hin: „Unsere Kinder und Jugendlichen kommen zu Fuß, mit dem Skooter, dem Skateboard, dem Fahrrad, dem Zug, dem Schulbus oder dem Eltern-Taxi. Da geht es in Stoßzeiten teils hoch her.“

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In dem Zusammenhang berichtet sie auch von kuriosen Beobachtungen. „Es gibt Eltern, die bringen ihre Kids zwar vorsichtig zur Schule, sobald sie aber ausgestiegen sind, geht es mit deutlich höherem Gaspedaldruck vom Schulareal wieder weg.“ Welch hohen Stellenwert diese „Kooperationsaktion Sicher zur Schule“ hatte, bewies auch der Umstand, dass nicht nur die PI Bad Aibling mit einem großen Team um den Ersten Hauptkommissar und stellvertretenden Leiter Bernd Heller, sondern auch Richard Gröger, der Leitende Polizeidirektor vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd, anwesend war. Letzterer vertrat den Polizei-Präsidenten, der nach einem Unfall leider krankheitsbedingt absagen musste.

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Die Grundidee der „Blitzer-Aktion“: Autofahrer, die sich an die im Schulbereich vorgeschriebene Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde hielten, wurden als „Dankeschön“ mit einem Stück süßer Schokolade belohnt. Diejenigen, die schneller als erlaubt fuhren, mussten zur „Strafe“ gleich an Ort und Stelle einen sauren Drops – einen „Center Schock“ – lutschen. Als Überbringer fungierten dabei knapp 20 Dritt- und Viertklässler der Justus-von-Liebig-Grundschule.

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Bevor es aber „Schoko oder Zitrone“ gab, mussten die Eltern jeweils noch zwei bis drei Fragen rund um die Schulwegsicherheit beantworten. Die Acht- und Neunjährigen hatten sichtlich großen Spaß an der Aktion. „Voll cool war es, wenn die Erwachsenen die sauren Bonbons lutschen mussten, und dabei ihre Gesichter verzogen“, freuten sich Maxi und Raphael aus der Vierten diebisch. Die Eltern, vor allem auch die, die auf der Hans-Scheibmeier-Straße nach eigenen Aussagen „ihren Tacho kurz aus dem Blick verloren hatten“, fanden die Überraschungsaktion gut und sinnvoll. „Da sieht man mal wieder, wie gedankenverloren man seine Kinder zur Schule bringt“, fasste sich ein mit einer Geschwindigkeit von 37 Kilometern pro Stunde „erwischter“ Vater nachdenklich und selbstkritisch an die Stirn.

„Toter Winkel“ anschaulich erklärt

Im Anschluss an die „Blitzer-Schul-Stunde“ wurde den Mädchen und Jungen der Dritten und Vierten schließlich noch das Problemfeld „toter Winkel“ bei Lkw anschaulich und adressatengerecht dargestellt. Dabei konnten sie sich auch hinter das Lenkrad eines 16-Tonners setzen und so die Sache aus Sicht des Lastwagenfahrers betrachten und bewerten.

Die Schulwegsicherheit-Aktion von Polizei und Schule endete mit einer Bitte von Rektorin Quiram: „So langsam und vorsichtig, wie die Leute zur Schule fahren, sollten sie das Schulareal auch wieder verlassen“.

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