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Planer wollen 30 Wohneinheiten bauen

Streit um Anzahl der Stellplätze – Warum sich Aiblinger Stadträte über zu viele Details ärgern

Nahe der Kreuzung Sedanstraße / Maillingerstraße / Frühlingstraße könnten neue Wohnungen entstehen.
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Nahe der Kreuzung Sedanstraße / Maillingerstraße / Frühlingstraße könnten neue Wohnungen entstehen.
  • VonNicolas Bettinger
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Der Bad Aiblinger Bauausschuss befasste sich mit dem geplanten Neubau von vier Wohnhäusern. Doch die Planung ging vielen Stadträten schon zu weit. Warum das Gremium letztlich zu einem ernüchternden Ergebnis kam.

Bad Aibling – Lange Diskussionen und am Ende doch kein Ergebnis. So lautet das Fazit einer Beratung im Aiblinger Bauausschuss, der sich mit einem möglichen Neubau von vier Wohnhäusern an der Sedanstraße beschäftigte. Die „Wohnen & Gut Leben GmbH“ hatte im Rahmen eines Vorbescheids den Neubau der Gebäude samt Tiefgarade beantragt.

Die Grundstücke liegen im unbeplanten Innenbereich (es gibt dort keinen Bebauungsplan, jedoch einen im Zusammenhang bebauter Ortsteil). Dabei bildet die markante Position an der Kreuzung Sedanstraße / Maillingerstraße / Frühlingstraße die Basis für den städtebaulichen Entwurf. Laut Antrag befinde sich im entsprechenden „Quartier“ überwiegend Wohnnutzung. Neu sollen insgesamt 30 Wohneinheiten entstehen.

Baurechtliche Fragen zu klären

Im Antrag auf Vorbescheid sollten nun zunächst einige baurechtliche Fragen geklärt werden. Etwa ob die geplante Art der Nutzung als reine Wohnnutzung zulässig ist, ob die Anzahl der Stellplätze ausreicht oder ob Größe und Höhenentwicklung der Gebäude in Ordnung gehen.

Laut der beauftragten Münchner Immobilienagentur wolle man mit dem Antrag „Planbarkeit und eine mögliche Realisierung“ voranbringen.

Man habe sich bemüht, den Bestand in seiner Optik und Art und Weise in die Pläne mit aufzunehmen. An dieser Stelle meldete sich Stadtrat Florian Weber (Bayernpartei) zu Wort: „Als gebranntes Kind habe ich hiermit ein strukturelles Problem.“ Laut Weber gebe es häufig Vorbescheide und „am Ende kommt dann doch etwas ganz anderes raus“.

Er stellte die Frage, wie man sich gegen genau solche Fälle absichern könne. „Ich übertreibe jetzt bewusst, aber was passiert, wenn dann da plötzlich neun Geschosse stehen, die da überhaupt nicht reinpassen?“

Diese Angst, erklärte Stadtbaumeister Andreas Krämer, könne er Weber nehmen. „Denn genau aus diesem Grund habe ich dem Antragssteller ja den Vorbescheid empfohlen“, so Krämer.

„Es kann ja eigentlich nicht sein“

Grünen-Stadträtin Anita Fuchs bemerkte zunächst, dass ihre Fraktion durchaus „nette Seiten“ an dem Vorhaben erkennen könne. „Aber 30 Wohneinheiten lösen einen großen Bedarf an Stellplätzen aus“, so Fuchs.

Laut Stellplatzsatzung sind 37 Parkplätze für die 30 Wohneinheiten erforderlich. Diese können in der Tiefgarage nachgewiesen werden. Zudem sollen sieben oberirdische Besucherstellplätze nachgewiesen werden. Doch für Stadtrat Richard Lechner (SPD) waren diese Berechnungen nicht ganz richtig.

Dem prozentualen Anteil nach müsste es somit nicht sieben, sondern acht Besucherstellplätze geben, machte Lechner deutlich. Die errechnete Zahl erfordere ein Aufrunden nach dem Komma, was letztlich zu acht Stellplätzen führe.

„Das ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht nötig“, betonte daraufhin Stadtbaumeister Krämer, da es sich zunächst um einen Vorbescheid handelt. Lechner gab sich damit nicht zufrieden. Denn wenn die Details noch nicht entscheidend seien, „warum hat der Architekt dann aber schon so genau geplant?“

Und genau diese Details störten etwa auch Richard Lindl (Grüne), der sich beispielsweise an der geplanten Gebäudehöhe störte. Denn eine der baurechtlichen Fragen beschäftigt sich damit, ob die Firsthöhe eines Hauses mit fast 15 Metern zulässig sei. „Es kann ja eigentlich nicht sein, dass das Gebäude einfach zwei Meter höher ist als alles Umliegende“, so Lindl.

Krämer gab ihm in diesem Punkt zwar recht, betonte aber, dass das Gremium nun noch nicht über Details abstimme. „Es geht jetzt nur darum, ob Sie sich so etwas grundsätzlich vorstellen können“, so Krämer.

Einige Themen diskussionswürdig

Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) fasste sodann zusammen, dass das Vorhaben nicht grundsätzlich auf Ablehnung stoße, Themen wie Stellplätze oder Gesamthöhe jedoch noch sehr kritisch diskutiert würden.

Diskussionen gab es dann auch noch bei der Frage, wie über den Antrag im Gremium abgestimmt werden solle. Denn der Beschluss über den Vorbescheid beinhaltete gleich sieben einzelne baurechtliche Fragen, etwa zu besagter Höhe, den Stellplätzen oder der Nutzung. Laut Richard Lechner (SPD) müsse man über jede Frage einzeln abstimmen.

Die Unklarheiten darüber führten letztlich dazu, dass der gesamte Antrag zurückgestellt wurde, wozu sich das Gremium einstimmig entschied. Eine weitere Behandlung wurde vertagt.

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