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Alexandra Birklein bringt seit zehn Jahren Leben in die Innenstadt

Streit in Bad Aibling: Geheimes Treffen ist „klarer Affront“ gegen das Stadtmarketing

Da schien die Welt noch in Ordnung zu sein: Im Oktober planten Alexandra Birklein vom Stadtmarketing (links) und Bürgermeister Stephan Schlier (rechts) auf der Bihlerbrücke im Kurpark noch, wo am Irlachweiher die Christkindlmarktstände aufgestellt werden könnten. Doch Corona zwang auch diesen Markt in die Knie.
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Da schien die Welt noch in Ordnung zu sein: Im Oktober planten Alexandra Birklein vom Stadtmarketing (links) und Bürgermeister Stephan Schlier (rechts) auf der Bihlerbrücke im Kurpark noch, wo am Irlachweiher die Christkindlmarktstände aufgestellt werden könnten. Doch Corona zwang auch diesen Markt in die Knie.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Dass das Stadtmarketing in Bad Aibling optimiert werden muss und künftig von der Aib-Kur mit übernommen werden sollte, war die Botschaft einer Zusammenkunft aus Einzelhändlern, Gastronomen und Hoteliers am Samstag. Nicht eingeladen war die Frau, die sich seit zehn Jahren um das Stadtmarketing kümmert: Alexandra Birklein.

Bad Aibling – Im Interview nimmt sie zu den Vorwürfen Stellung, sie habe sich nicht gekümmert, und stellt ihre Sicht dar.

Frau Birklein, warum sehen Sie es als Intrige an, dass Sie zur Diskussionsrunde über das Stadtmarketing nicht eingeladen wurden?

Alexandra Birklein: Seit zehn Jahren betreue ich das Stadtmarketing in Bad Aibling. Es gab immer wieder schwierige Situationen und Zeiten. Es war aber immer ein kollegiales Miteinander. Ich hatte nie das Gefühl, „nur“ eine externe Mitarbeiterin zu sein. Meinen Aufgabenbereich und das Stadtmarketing für diese Einladung zu benutzen, ist ein klarer Affront.

Wurde die Veranstaltung im Nachhinein mit Ihnen ausgewertet? Welches Feedback gab es?

Alexandra Birklein: Bis dato hat sich keiner der einladenden Herren bei mir gemeldet. Auch das vom Bürgermeister versprochene Protokoll ist mir nicht zugegangen. Ich gehe davon aus, dass es keine konkreten Ziele oder Projekte aus dieser Sitzung gibt. Vor zwei Wochen hatte ich an alle Einzelhändler eine kleine Meinungsumfrage verteilt. Der Rücklauf mit dementsprechenden Ideen und Projektvorschlägen ist sehr gut. Die Wünsche und das Feedback, das ich hier bekommen habe, waren positiv.

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Reicht ein Tag pro Woche für Stadtmarketing aus?

Alexandra Birklein: In dieser Zeit kann man die Aufgaben erfüllen, die laut Vertrag festgelegt wurden – die alleinige Organisation vom Weihnachtsmarkt ist oft schon schwierig gewesen. Mit diesen Voraussetzungen kann man aber nicht der Kümmerer für die ganze Stadt sein. Stadtmarketing ist zudem nur ein Baustein. Hier gehört innerhalb der Stadt auch noch eine Stelle für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie ein Social-Media-Beauftragter dazu, um für die Zukunft gut aufgestellt zu sein.

Einzelhändler werfen Ihnen vor, sich in der Corona-Krise nicht um sie gekümmert zu haben.

Alexandra Birklein: Ich habe gemeinsam mit dem Bauhof hunderte von Desinfektionssäulen gebaut, die wir im ersten Lockdown allen kostenlos zur Verfügung gestellt haben. Gleich danach habe ich zwei neue Social-Media-Kanäle „Shoppen und Lifestyle in Bad Aibling“ sowie „Genussmarkt Bad Aibling“ ins Leben gerufen. Hier können mir Einzelhändler und Gastronomen ihre Angebote oder einfach auch nur schöne Fotos zukommen lassen. Ich stelle die Geschäfte vor und vernetze sie medial.

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Zudem wurde der Wochenmarkt auf neue Beine gestellt und neu konzipiert. Jeden Freitag gab es im Sommer Livemusik in der Stadt, und im Herbst waren dann auch schon wieder Warenmärkte möglich. Jedes Jahr kümmere ich mich um die Weihnachtsbeleuchtung, die übrigens kostenlos für die Einzelhändler ist. Zudem konzipiere ich neue Bereiche wie beispielsweise den Irlachweiher. Die Shoppingnacht „Nacht der 1000 Lichter“ ist immer der Startschuss dazu. Außerdem habe ich gemeinsam mit einer Agentur dem Stadtmarketing ein modernes Erscheinungsbild gegeben – unter anderem mit neue Grafiken oder neuen Plakaten für jeden Markt.

Ihnen weht gerade heftiger Gegenwind ins Gesicht. Können Sie sich erklären, woher der plötzlich kommt?

Alexandra Birklein: Im Laufe der Jahre gab es natürlich auch immer wieder kritische Stimmen, die so weit wie möglich und sofern es konkrete Projekte betraf, berücksichtigt wurden. Das jährliche Programm wurde immer dem Stadtrat und den Geschäftsinhabern im Inneren der Stadt vorgestellt und um eventuelle Ergänzungen gebeten. Auch wurden in der Vergangenheit die Geschäftsinhaber zu Informationsgesprächen eingeladen – leider mit mäßiger Teilnahme. Auch wenn ich persönlich nicht vor Ort bin, führe ich sehr oft Telefonate oder Gespräche mit Einzelhändlern und Gastronomen, die sich mit Wünschen und Anregungen an mich wenden. Mit konstruktiver Kritik kann ich sehr gut umgehen, daraus entstehen meistens auch gute Ideen und neue Projekte.

Haben Sie das Gefühl, dass die Stimmung einer coronabedingt veranstaltungsarmen Zeit jetzt Ihnen „in die Schuhe geschoben“ werden?

Alexandra Birklein: Die große Unzufriedenheit in diesen Zeiten und jetzt ein erneuter Lockdown sind für alle Parteien nicht einfach. Mit Beginn der Pandemie war ich mit der Rückorganisation aller geplanten Märkte und Veranstaltungen gefordert und habe diese im Sinne der Stadt erfolgreich abgewickelt. Andere Institutionen der Stadt haben dafür einen kompletten Mitarbeiterstab, ich war auf mich allein gestellt.

Was würde es für Sie bedeuten, wenn der Vertrag nicht verlängert würde?

Alexandra Birklein: Ich warte ab, ob mir die Stadt ein Angebot unterbreitet – zehn Jahre verbinden mich natürlich mit Bad Aibling.

Es gibt eine Empfehlung des Hauptausschusses, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Kann man auf einer solchen Jahresbasis arbeiten?

Alexandra Birklein: Die großen Veranstaltungen und Projekte wie zum Beispiel der Weihnachtsmarkt sind am Jahresende oder ziehen sich dann noch ins neue Jahr. Neue Projekte kann man in einem Jahr oftmals nicht erfolgreich durchführen. Ich hätte mir nach dieser langen vertrauensvollen Zusammenarbeit gewünscht, dass die Vertragsverlängerung früher im Stadtrat behandelt wird und nicht erst vier Wochen vor Vertragsende. Als Selbstständige kann man so nur schwer kalkulieren.

Könnten Sie sich vorstellen, dass Stadtmarketing als festangestellte Mitarbeiterin der Aib-Kur weiterzuführen?

Alexandra Birklein: Das würde nicht funktionieren. Das Stadtmarketing muss immer frei sein.

Welche konkreten Aufgaben hat die „externe Dienstleiterin“ für Stadtmarketing?

• Alexandra Birklein ist als Dienstleisterin per Vertrag mit der Stadt Bad Aibling für das Stadtmarketing verantwortlich.

• Ihre Hauptaufgabe liegt in der Belebung der Innenstadt. Dies wurde jahrelang von der Regierung Oberbayern mit dem Projekt „Leben findet Innenstadt“ gefördert. Hier war Bad Aibling immer die Vorzeigestadt, da das Projekt erfolgreich über Jahre hinweg durchgeführt wurde und sich dies auch im maximalen Förderzeitraum niederschlug. Neben der Betreuung der Märkte – Antikmarkt, Warenmärkte, Weihnachtsmarkt et cetera – und Veranstaltungen in der Innenstadt, wurden auch Presse- und Marketingtätigkeiten für alle Projekte gewünscht.

• Explizit ausgeschlossen war das Leerstandsmanagement.

• So entstand ein abwechslungsreiches Jahresprogramm mit unterschiedlichen Märkten, dem Antik- oder Stoffmarkt, der Langen Nacht der Musik, der Nacht der 1000 Lichter, mit Streetfoodfestivals und vielem mehr. Neben dem grünen Markt waren auf Empfehlung eines Einzelhändlers auch ein ita lienischer und französischer Markt zu betreuen. Im Auftrag des Wirtschaftsforums kam noch der Weihnachtsmarkt hinzu.

• Alles, was Alexandra Birklein in Bad Aibling aufgebaut hat, gab es vorher nicht. Jedes Jahr kommen neue Veranstaltungen oder Projekte hinzu – dazu gehört auch der Ausbau der Social-Media-Präsenz.

• Die Stelle „Stadtmarketing“ wird ausschließlich von Alexandra Birklein besetzt. Sie hat keine Mitarbeiter, ist einmal in der Woche einen Tag im Büro in Bad Aibling. Telefon und Mails sind immer auf sie umgeleitet und werden ständig bearbeitet. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen der Projekte ist sie bei der Organisation auf Agenturen angewiesen.

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