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Bruckmühler Volksfest

„Ich habe drei Jahre auf diesen Tag gewartet“: Kabarett-Feuerwerk der Extraklasse in Bruckmühl

Stefan Kröll war über zwei Stunden ein Stimmungsgarant „non stop“ im Bruckmühler Festzelt.
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Stefan Kröll war über zwei Stunden ein Stimmungsgarant „non stop“ im Bruckmühler Festzelt.

Das Bruckmühler Volksfest startete mit einem absoluten Kabarett-Knaller. Zum Auftakt der „69. Fünften Bruckmühler Jahreszeit“ präsentierten die Fußballer des SV Bruckmühl (SVB) am Vorabend des offiziellen Startschusses auf der Festbühne den Kabarettisten Stefan Kröll.

Bruckmühl – Zusammen mit Bühnenkollegin Martina Schwarzmann, Sängerin Irmi Haager und dem Musiker Andi Speth zündete der Lokalmatador ein 164-minütiges Kabarett-Feuerwerk der Extraklasse. Unter tosenden Applaus betrat Kröll bei seinem „Heimspiel“ die Bühne: „Ich habe drei Jahre auf diesen Tag gewartet, endlich samma beinand.“ Der gebürtige Feldkirchner präsentierte eine Spezialausgabe seines bayernweit erfolgreichen Bühnenlebens „Goldrausch 2.0“.

Zu Beginn schlug er einen humoristischen Bogen zu seinen eigenen Volksfesterfahrungen, was Lacher im Minutentakt auslöste: „Am coolsten waren die Jungs, die die Autoscooter im Stehen rückwärts einparken konnten.“ Sein Blick zurück in die eigene Kindheit mit „Manchester-Hosen“ (Cordhosen), die erst dann gewaschen wurden, wenn die „Rillen vor lauter Batz nimma zum seign waren“ und Geschichten rund ums „Bonanza-Radl“ lösten bei vielen spontane Kindheitserinnerungen aus. Bei dem vom Lokalmatador initiierten „Ping-Pong Wortspiel „Heute Abend mit der Nummer 12“ (Stefan Kröll) und der Antwort der begeisterten etwa 1000 Kabarett-Gäste „Stefan Kröll“ bebte zum ersten Mal die Festzeltplane.

Auch outete er sich als Hundekenner, denn „ich schaug mir des Viech o, und woas sofort, ob der Vierbeiner auf die Haupt- oder Realschule geht“. Punktgenau und scharfsinnig skizzierte er die Eigendynamik von Whats App-Gruppen und deren Emoji-Sprache. Nachdem die beiden Rock-Gitarristen Michi Schauer und Josef Bastl von „Zwoa Bier“ krankheitsbedingt nicht auftreten konnten, kündigte Kröll als „Ersatz“ eine Praktikantin an der Gitarre an: Martina Schwarzmann. Ihr Auftritt zündete schon mit ihrem ersten Bühnensatz „Ich hab` am Donnerstag immer Bereitschaft und wenn einer Durchfall hat, dann komm ich halt.“

Bei ihrem 24-minütigen Auftritt ging sie auf die Verleihung des Bayerischen Dialektpreises ein. „Da hat mich doch mal eine Journalistin gefragt, wie lange trainieren sie ihren Dialekt? Mei, hob i gsagt, des is wia beim Hosenpieseln, des kommt von selber raus.“

Martina Schwarzmann brachte als „Praktikantin“ gehörig Leben in die „Festzelt-Bude“.

Auch griff sie das Thema „Leserbriefe in Zeitungen“ auf, und was eine Schlagzeile wie „Ein Veganer wurde Schützenkönig“ so alles auslösen kann. Nach ihrem Schlusslied „Es ist so geil erwachsen zu sein, yeah, yeah“ wurde die Kabarettistin mit frenetischem Beifall verabschiedet.

Im zweiten Teil wurde es auch mal melancholisch

Den zweiten Teil startete Lokalmatador Kröll mit einer Familiengeschichte: „Meine Kinder haben mich wirklich einmal vermisst, ich bin nämlich weggefahren und habe die Wlan-Box ausgesteckt und mitgenommen.“ Unter großem Applaus kündigte er seine Begleiterin seit der ersten Stunde – Sängerin Irmi Haager – und seinen Spezl – den Profi-Musiker Andi Speth – an. Melancholisch wurde es im Bruckmühler Festzelt beim gemeinsam vorgetragenen Lied „Sweet Dreams“.

Den Nerv beim Festzelt-Publikum traf der 51-jährige mit den kritischen Texten samt scharfzüngigen Wortwitz, was die Gier nach Anerkennung so alles im menschlichen Körper auslöst. Auch bemängelte er feinsinnig die fehlende Kultur des Lobens, denn „des Bayerische ,Ned gschimpft is globt gnug‘ is der komplett falsche Weg“.

Für Brüller sorgte seine Feststellungen „Lets Dance ist das Gut Aiderbichl der vergessenen Prominenten“ und „die Koteletten sind beim Mann Ausgleichsflächen.“

Um 22.51 Uhr beendete der 51-Jährige sein farbiges, abwechslungsreiches, mit Überraschungen gespicktes, durchaus auch freches Bühnenprogramm, von dem die knapp 1000 Kabarett-Fans restlos begeistert waren.

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