Standort für Funkmast gesucht

Unmittelbar neben diesem Trinkwasserbehälter soll ein mindestens 30 Meter hoher Funkturm aufgestellt werden. Proteste seien zu erwarten, befürchten schon jetzt mehrere Ratsmitglieder. Foto merk
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Unmittelbar neben diesem Trinkwasserbehälter soll ein mindestens 30 Meter hoher Funkturm aufgestellt werden. Proteste seien zu erwarten, befürchten schon jetzt mehrere Ratsmitglieder. Foto merk

Die Alarmierung der Feuerwehren und aller anderen Rettungskräfte soll künftig über einen digitalen Funkspruch erfolgen. Die bisher angewandte analoge Verständigung ist nach Ansicht der Fachleute nur noch bedingt funktionsfähig und technisch längst überholt. Allein in Bayern sollen 900 neue, 30 bis 40 Meter hohe Sendemasten aufgestellt werden. Schwierigkeiten gibt es in den Gemeinden ganz offenbar bei der Suche nach geeigneten Standorten.

Feldkirchen-Westerham - Mit der Einrichtung des Digitalfunks, beziehungsweise dem Aufstellen neuer Sendemasten hat die bayerische Staatsregierung ein privates Unternehmen beauftragt. Dessen Sprecher hat den Feldkirchen-Westerhamer Gemeinderat darüber informiert, dass als Standort für einen Sendemasten ein Grundstück in Aschbach vorgesehen sei.

Die Strahlenbelastung sei außerordentlich gering und gebe zu keinerlei Sorgen Anlass, so seine Aussage. Die Notwendigkeit eines digitalen Funks wurde auch vom Chef der Polizei in Bad Aibling, Markus Reiter, bestätigt. "Der schwere Verkehrsunfall vor wenigen Wochen in Unterlaus konnte wegen eines so genannten Funklochs nicht rechtzeitig gemeldet werden", sagte Reiter. Rathauschef Bernhard Schweiger ergänzte, dass bei einer Dienstbesprechung der Landkreis-Bürgermeister der Digitalfunk schon einmal ein Gesprächsthema war.

Der Bürgermeister ließ keinen Zweifel aufkommen, dass über den Standort für diesen Sendemasten umfassend und sachlich informiert und ohne Emotionen diskutiert werden sollte. Wenngleich er daran erinnerte, dass die dann endgültige Entscheidung der Gemeinderat treffen müsse, will er konkret die gesamte Bevölkerung mit einbinden.

Schon jetzt ist an eine diesbezügliche Versammlung gedacht, in der das Für und Wider ausführlich beleuchtet werden soll. Schweigers Stellvertreterin Ursula Borkenhagen besteht darauf, dass die Bedenken und Argumente der schon jetzt bekannten Gegner dieser Sendermasten ernst genommen werden.

Kritisch betrachtet wurde vor allem der von der Firma angedachte Standort am Wasserturm unmittelbar an der Einfahrt zum Berggasthof Aschbach. Als absolut zu hoch und damit nicht annehmbar bezeichnete ihn CSU-Sprecher Anton Kammerloher, genau so kritisch sieht die Sachlage sein Parteikollege Theo Biller.

Der Freie-Wähler-Rat Georg Schnitzenbaumer glaubt, dass ein Verschieben in Richtung des angrenzenden Waldes die technischen Voraussetzungen für eine gut funktionierende Sendeleistung kaum schmälern würde. Mehrere Räte ließen den Verdacht anklingen, das Unternehmen würde diesen Standort schon deswegen favorisieren, weil dieses Grundstück der Gemeinde selbst gehört.

Anlass zu dieser Vermutung sei, das war herauszuhören, dass der Verpächter eines privaten Grundstücks an den Betreiber möglicherweise mit Ärger der Nachbarn rechnen müsse. Das sieht auch Franz Bergmüller ("Pro Bürger") so, "deshalb sollte sich die Gemeinde um ein geeignetes Grundstück bemühen".

Der Frage von Christof Langer ("Grüne"), ob die Gemeinde tatsächlich verpflichtet sei, einen geeigneten Sendemasten-Standort zur Verfügung zu stellen, ließ der Sprecher keine eindeutige Antwort folgen: "Ein Sendemast wird kommen" meinte er vielsagend. Jetzt sollen erst einmal genaue Unterlagen vorgelegt werden, bevor die nächste Gesprächsrunde startet. me

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