Lesen geht immer

Stadtbücherei Bad Aibling boomt: Trotz Corona 200 000 Ausleihen

Auch in Lockdown-Zeiten haben die Bücherei-Mitarbeiterinnen Lena Berger (links) und Gina Müller alle Hände voll zu tun. Gelesen wird immer.
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Auch in Lockdown-Zeiten haben die Bücherei-Mitarbeiterinnen Lena Berger (links) und Gina Müller alle Hände voll zu tun. Gelesen wird immer.
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Gelesen wird in Bad Aibling immer: Trotz des Lockdowns im Frühjahr und der nun erfolgten neuerlichen Schließung verzeichnet die Stadtbücherei im Rathaus bis jetzt schon fast so viele Ausleihen wie im Jahr 2019. Möglich macht‘s der tolle Service des ganzen Teams.

Von Johann Baumann

Bad Aibling – Erneut ist die Stadtbücherei im Bad Aiblinger Rathaus wegen des Corona-Lockdowns geschlossen – voraussichtlich bis 10. Januar. Jetzt müssen sich Leser und Büchereiteam wieder auf die neue Situation einstellen. Das heißt aber nicht, dass die Kunden ganz ohne Lese- oder Hörstoff bleiben müssen: Ab sofort bietet das beliebte „Rathaus-Mediencenter“ einen To-Go-Service – die Abholung von Medien ist möglich.

Das Gewünschte am besten vorbestellen

Dabei ist allerdings einiges zu beachten: Wenn mehrere Titel bestellt werden, ist es am einfachsten, sich im Medienkatalog ins Leserkonto einloggen, die gewünschten Titel in die Merkliste einzufügen, „Merkliste weitergeben“ (Briefsymbol) anklicken (funktioniert in der App „B24“ nur in der Desktopversion), den Link kopieren und per Mail an die Bücherei senden. „Bitte vergessen Sie auch Ihre Bibliotheksausweisnummer und Ihre Adresse nicht“ lautet die abschließende Empfehlung der Büchereileitung.

Herber Rückschlag durch Beschränkung

Man kann die gewünschten Titel aber auch in einer E-Mail-Nachricht senden oder – bei einer geringen Anzahl von Titeln – auch anrufen. Der aktuelle Lockdown ist auch für das Büchereiteam ein herber Rückschlag. „Wir haben in den vergangenen Wochen extra in zwei getrennten Schichten gearbeitet, um eine Bücherei-Schließung bei einer eventuellen Corona-Infektion zu vermeiden. Unsere Hygiene-Vorschriften wurden von allen Lesern akzeptiert, wir hatten damit keine Probleme“, erläutern Bücherei-Leiterin Hiltrud Braun und ihre Stellvertreterin Gabriele Huber gegenüber unserer Zeitung.

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Die Leser seien froh gewesen, dass sie in den Sommermonaten und bis vor Kurzem persönlich in die Bücherei kommen konnten. „An den letzten beiden offenen Tagen im November haben wir Ausleihrekorde verbucht – am Samstag, 28. November mit 1600 Medienausleihen an einem Tag und das innerhalb von vier Stunden.“ Und trotz der längeren Schließung im Frühjahr konnten dieses Jahr (Stand 11. Dezember) 191 590 Entleihungen (2019: 202 995 im gesamten Jahr/jeweils ohne Onleihe) erzielt werden, berichten die beiden stolz.

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Die Rückgabe von Medien ist übrigens auch im Lockdown jederzeit möglich. Im Eingangsbereich des Rathauses befindet sich die Rückgabe-Box zum Einwurf der ausgeliehenen Medien. Diese wird täglich geleert, die Exemplare werden zurückgebucht. Wer Medien außerhalb der Rathaus-Öffnungszeiten zurückgeben möchte, kann das entliehene Medium an das markierte Feld halten (circa zwei Meter links vom Haupteingang an der Wand), dann öffnet sich die äußere Tür und die Medien können in die Rückgabeklappe eingeworfen werden.

Fristen automatisch bis 2021 verlängert

Die derzeit ausgeliehenen Medien sind im Übrigen bis Mitte Januar 2021 automatisch verlängert. Darüber hinaus bietet die digitale Ausleihe über www.BiblioLoad.de allen Lesern mit gültigem Büchereiausweis einen weiteren Service an: eBooks können jederzeit zu allen Tages- und Nachtzeiten kostenlos heruntergeladen werden. Bei der Plattform BiblioLoad gibt es außer eBooks für Erwachsene, Kinder und Jugendliche auch digitale Zeitschriften/Zeitungen sowie Hörbücher zum Streamen. Das Büchereiteam arbeitet trotz der Schließung weiter. Es ist es von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr telefonisch unter 0 80 61/ 4 90 11 40 und per E-Mail, buecherei@bad-aibling.de, erreichbar. Der Bestand der Stadtbücherei umfasst derzeit knapp 35 000 Medien.

Medientipps vom Büchereiteam

Dorothee von Beerfelde liest derzeit den aktuellen Roman „Schockraum“ von Tobias Schlegl: „Dieses Buch interessiert mich deshalb, weil es ein Bild von den schwierigen Arbeitsbedingungen der Notfallsanitäter in unserem Gesundheitssystem zeichnet: Der Hamburger Notfallsanitäter Kim kämpft in einem überlebenswichtigen Beruf, aufgerieben zwischen Nacht- und Zwölf-Stunden-Schichten und einem früheren, traumatischen Einsatz, plötzlich selbst ums Überleben.“

Hiltrud Braun ist immer sehr interessiert an Biografien, bevorzugt Künstlerbiografien und hat sich den Titel „Simone de Beauvoir, ein modernes Leben“ von Kate Kirkpatrick für die Weihnachtszeit vorgenommen: eine umfangreiche Biografie, für die die Autorin auch auf erst in jüngster Zeit veröffentlichte Quellen zugreifen konnte. Vor Kurzem ist auch von Alice Schwarzer ein neues Buch erschienen: „Lebenswerk“. Sie hat in jungen Jahren Simone de Beauvoir und Jean-Paul Sartre persönlich kennengelernt.

Gabriele Huber hat sich für einen Online-Lesekreis angemeldet und liest gerade „Die Kieferninseln“ von Marion Poschmann. Das Buch erschien 2017 und handelt von einer ungewöhnlichen Reise auf den Spuren des klassischen Dichters Basho in Japan.

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Lena Berger freut sich auf die DVD „Marie Curie – Elemente des Lebens“. „Eigentlich wollte ich den Film mit der großartigen, wandelbaren Rosamund Pike im Sommer im Kino anschauen, wo er leider aufgrund der derzeitigen Situation nur sehr kurz lief. Jetzt freue ich mich, ihn daheim auf DVD anzuschauen – und auf viele neue Filme im kommenden Jahr, die ich mir dann wieder im örtlichen Kino anschauen möchte.“

Gina Müller hat sich schon lange vorgenommen den Liebesroman „Northern Love – Hoch wie der Himmel“ von Julie Birkland zu lesen. „Das Buch wurde mir von einer Kollegin empfohlen, die es schon gelesen hat.“ Darin geht es um Annik, die gemeinsam mit ihrem Sohn Theo ein neues Leben in Norwegen beginnen will. In der Praxis Solberg findet sie nicht nur einen Job, sondern auch die Liebe.

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