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Stadt leistet sich Stabstelle für 72000 Euro pro Jahr: Viel Geld für ein bisschen Image

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  • Eva Lagler
    vonEva Lagler
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72000 Euro pro Jahr soll die – zunächst sogar widerrechtlich aus dem Boden gestampfte – neu geschaffene Stabstelle für Öffentlichkeit kosten. Geld, das sich die Stadt besser gespart hätte, sagt Eva Lagler, Leitende Redakteurin des Mangfall-Boten.

Da predigt der Stadtrat in jeder Sitzung Sparsamkeit – und zaubert nun mal eben für 72 000 Euro pro Jahr eine Stabstelle für Öffentlichkeitsarbeit aus dem Hut. Dass das Ganze auch noch widerrechtlich hinter verschlossenen Türen geschieht, ist ein starkes Stück. Es wird auch dadurch nicht besser, dass der neue Mitarbeiter alleiniger Ansprechpartner für die Presse sein soll. Lange Wege, noch bürokratischere Abläufe und das Gegenteil von Transparenz sind dadurch vorprogrammiert.

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Wie „neutral berichtend“ (O-Ton CSU und ÜWG) der Mitarbeiter letztlich sein kann, muss sich dabei erst einmal zeigen. Schließlich klang bereits durch, dass der Stadtrat die von ihm gesetzten Themen entsprechend gesteuert sehen möchte. Das ist viel Geld für ein bisschen Image. Wenn sogar der Bürgermeister nicht mehr Ansprechpartner in wichtigen Angelegenheiten sein soll, ist eine vernünftige Berichterstattung nicht möglich. Diese lebt in einer Stadt der Größenordnung von Bad Aibling von kurzen Drähten und kurzen Wegen. Letztlich schlägt sich all das auch auf die neutrale und vor allem zeitnahe Information für den Bürger nieder.

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