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Wenig Resonanz für Sonderaktion

Corona-Hilfe: Bad Aibling bewertet Gutschein-Aktion für Handel und Gastronomie gemischt

Kleine Geschenkideen gibt es in Andreas Weyerers „Erlesenes & mehr“. Bei ihm kamen drei Gutscheine an.
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Kleine Geschenkideen gibt es in Andreas Weyerers „Erlesenes & mehr“. Bei ihm kamen drei Gutscheine an.

Um Gastronomen und Einzelhändler während der Corona-Pandemie zu unterstützten und den regionalen Einkauf zu fördern, hat die Kur- und Touristinformation Aib-Kur von April 2020 bis Juni 2021 Mehrwert-Gutscheine verkauft. Den Erfolg der Aktion bewerten die Beteiligten unterschiedlich.

Bad Aibling – Insgesamt hat die Aib-Kur 150 Gutscheine verkauft. Die meisten haben Bürger im Dezember 2020 und Januar 2021 erworben. Der Vertrieb ist mittlerweile eingestellt, die Gutscheine können Bürger aber weiterhin bei den 37 teilnehmenden Betrieben einlösen.

Manche Betriebe mehr nachgefragt

„Das Konzept selbst ist ein Erfolg und funktioniert vor allem ohne Kosten für die Partner“, sagt Kurdirektor Thomas Jahn. Den Aufwand für die Abwicklung trage die Aib-Kur. Deshalb sehe Jahn, dass es Läden und Lokale gibt, die stärker nachgefragt sind, als andere.

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Im Modehaus Jennerwein sind kaum Gutscheine eingereicht worden. Wie viele genau, weiß Mitarbeiterin Sibylle Biegel nicht. Wegen der geringen Anzahl vermutet sie jedoch, dass Bürger die Aktion nicht so gut angenommen haben. „Das ist eigentlich schade, wenn man sich so sehr bemüht.“

Appell an die Gäste

Petra Steffen sieht es ähnlich. In ihrem Restaurant „Steffens“ kam kein einziger Gutschein an. Das findet sie schade, da die Gäste auch etwas davon gehabt hätten. Für 100 Euro erhielten sie bei der Aib-Kur einen Gutschein im Wert von 110 Euro, statt 300 Euro gab es 330 Euro und statt 500 Euro 550 Euro.

„Vielleicht hätte man das anders aufziehen müssen“, sagt Steffen. Sie vermutet, dass ein früherer Zeitpunkt eventuell günstiger gewesen sei. Ihr restauranteigenes Gutschein-Geschäft laufe indes besser, nach und nach würden Gäste diese nun vorlegen. Dennoch appelliert sie an die Bürger: „Wir können bloß bestehen, wenn ihr uns unterstützt.“

Die Kunden sind vorsichtiger

Sie verstehe aber auch die andere Seite. Viele hätten weniger Geld verdient, weil sie in Kurzarbeit waren. Nicht alle ihre Kunden konnten sich während des Lockdowns Essen zum Mitnehmen bestellen. Wegen der Corona-Pandemie seien allgemein alle vorsichtiger geworden.

Das bestätigt auch Alexander Weyerer, Inhaber des Geschäfts „Erlesenes & mehr“ an der Kirchzeile. Er vermutet, dass viele Kunden vorsichtig waren und Angst hatten, 300 Euro im vornherein auszugeben. Nur drei Gutscheine wurden bei ihm eingelöst. Die Aktion und den Gedanken dahinter fand er dennoch gut.

Hilfe durch Werbung

Denn überall in der Stadt hingen die Werbeplakate. „Wenn Kunden da fünf mal am Tag vorbeigehen, löst das sicher etwas im Unterbewusstsein aus“, so Weyerer. Diese Werbewirksamkeit habe dem Handel und der Gastronomie möglicherweise geholfen, sodass Kunden nun bewusster und vor Ort einkaufen.

Im Restaurant „Steffens“ von Petra Steffen haben Gäste bisher keinen einzigen Gutschein eingelöst.

Nachfrage nach Regionalität

„Die Bürger wollen vermehrt regional einkaufen und uns unterstützen“, sagt auch Martina Steffl vom Geschäft Josef Pentenrieder. Dort können die Bad Aiblinger Haushaltswaren, Porzellan und Geschenkartikel kaufen. Und das haben sie getan. Viele Kunden haben Gutscheine im Pentenrieder eingelöst. Dabei hätten sie höhere Beträge ausgegeben, nie nur den Mindesteinkaufswert von 20 Euro. Die Gutscheine seien „bunt gemischt“ gewesen, von 110 bis 330 und 550 Euro sei alles dabei gewesen.

Kein Gutschein zwischen erstem und zeitem Lockdown eingelöst

„Die Kunden fanden das super und waren sehr zufrieden“, sagt Steffl. Sie ist auch froh über die Unterstützung durch die Aib-Kur. Es habe sie und ihr Team jedoch überrascht, dass Kunden die Gutscheine erst jetzt einlösen. Zwischen erstem und zweitem Lockdown habe kein einziger den Weg in ihren Laden gefunden.

Gutscheine zwei Jahre lang gültig

„Der Rücklauf wird aufgrund der Laufzeit der Gutscheine auch noch etwas dauern“, sagt Jahn. Ab dem Verkaufsdatum sind sie zwei Jahre lang gültig. Viele Unternehmen hätten auch eigene Gutscheine angeboten, die nur in diesen Restaurants und Geschäften einlösbar sind. Das müsse bei der Auswertung der Aktion beachtet werden.

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„Klar, wir freuen uns immer, wenn das Ergebnis noch besser ist als geplant“, so Kurdirektor Jahn auf die Frage, ob er sich mehr erwartet hätte. Jedoch hätten fast alle Bad Aiblinger Betriebe die Pandemie überstanden. Obwohl die Lage noch schwierig sei, hätten sie nun die Chance, wieder Kunden zu bedienen. „Das zählt unter dem Strich.“

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