Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Was tun, wenn ich einen Igel finde?

„Stachelige Klienten“ – Wie sich der Tierschutzverein Bruckmühl um „bedürftige“ Igel kümmert

Dieser Igel kann sich in einem Bruckmühler Garten den Bauch für den Winter vollschlagen.
+
Dieser Igel kann sich in einem Bruckmühler Garten den Bauch für den Winter vollschlagen.
  • VonJohann Baumann
    schließen

Zu den „tierischen Klienten“ des Bruckmühler Tierschutzvereins gehören auch zahlreiche Igel. Was das Igel-Team über das ganze Jahr zu tun hat und wie man sich verhalten sollte, wenn man ein bedürftiges Tier findet.

Bruckmühl – Der Tierschutzverein Bruckmühl und Umgebung e. V. kümmert sich seit 1956 um das Wohl der Tiere rund um den Markt Bruckmühl und die Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Zu seinen „tierischen Klienten“ zählen auch „bedürftige“ Igel. Auf der Homepage des Vereins heißt es dazu: „Du hast einen Igel gefunden, der sehr klein ist und weniger als 450 Gamm wiegt, sich kalt anfühlt, tagsüber rumläuft, schwankt, sehr dünn ist? Dann bitte sichern, wiegen, warmhalten, Wasser und Katzenfutter/Rührei bereitstellen, kontrollieren, ob Fliegeneier oder Maden auf dem Igel sind und wenn ja, dann absammeln, kein Flohmittel auftragen, bei uns oder beim örtlichen Tierarzt anrufen“.

Igel-Team ganzjährig im Einsatz

Man habe es jährlich mit rund 300 Igeln zu tun und die Tendenz sei steigend, berichtet Sarah Zapf, die „Igel-Referentin“ des Vereins, dem Mangfall-Boten. Das Einzugsgebiet erstrecke sich zwischen München und dem Chiemsee, telefonische Beratungsanfragen kommen auch von weiter her. Das ehrenamtliche Igel-Team ist ganzjährig im Einsatz, in Spitzenzeiten bis zu 30 Stunden pro Woche. Ruhiger geht es in den Monaten Januar und Februar sowie im Mai und Juni zu.

„Aktuell laufen vereinzelt Igel herum, die mit zu wenig Gewicht ihren Winterschlaf begonnen haben und deswegen jetzt vorzeitig aufwachen“ stellt die Igel-Expertin fest. Zur gestörten Winterruhe trage möglicherweise auch die Klimaerwärmung bei, so Sarah Zap f. In den Sommermonaten gebe es hingegen Tiere mit Verletzungen, die sie unter anderem durch Rasenmäher und Rasenroboter, aber auch durch das Verheddern in Zäunen und Netzen erlitten haben.

Hochkonjunktur für Igel von Oktober bis Dezember

Absolute Hochkonjunktur herrsche in der Zeit von Oktober bis Dezember. In diesem Zeitraum finde man viele Igel, die das für den Winterschlaf erforderliche „Mindestgewicht“ von 600 Gramm nicht erreicht haben. Das liege auch daran, dass die Lebensräume für die Tiere immer kleiner würden und sie dadurch zu wenig Futter fänden. Gefundene Igel werden oftmals von den Findern nach telefonischer oder persönlicher Anleitung beziehungsweise Beratung gepflegt und behandelt, so Zapf. So wird bei Untertemperatur empfohlen, das Tier mit Handtuch und Wärmflasche in einer Kiste unterzubringen. „Medizinische Fälle werden sofort aufgenommen, die Marktgemeinde hat uns dankenswerterweise bis Mai 2022 Räume zur Verfügung gestellt“, erklärt Sarah Zapf.

Die Kosten für Futter und Medikamente übernimmt dabei der Tierschutzverein. In diesen Fällen kommt Dr. Tanja Radzey ins Spiel. Auf dem Behandlungstisch der Bruckmühler Tierärztin landen pro Jahr etwa 150 „stachelige Patienten“, die sie kostenlos behandelt. Bei der Untersuchung werden häufig bakterielle Infektionen, Bronchitis, Lungenentzündungen, Durchfall, Lungenwürmer oder Virenbefall festgestellt“, erläutert gegenüber der Redaktion.

Kranke Tiere stationär aufnehmen

Bei jedem Tier werde zudem eine Kotuntersuchung vorgenommen. Schwer erkrankte Tiere werden stationär aufgenommen und mit Medikamenten und Infusionen behandelt, so die Tiermedizinerin. Um „hilfsbedürftige“ Igel kümmern sich neben dem Tierschutzverein auch viele private „Asylgeber“ wie die Bruckmühlerin Cornelia Ahrens. Seit gut 30 Jahren gewährt sie „untergewichtigen Findlingen“ im Herbst einen Unterschlupf in ihrer Waschküche. Nach ärztlicher Grundversorgung und einem „Medizin-Check“ werden sie von der erfahrenen „Pflegemutter“ aufgepäppelt und auf ihren Winterschlaf vorbereitet. „Junge Igel können mit Katzenfutter, Rührei, zerdrückten Bananen und Wasser durchaus überleben“, lautet ihr „Speiseplan“. Allerdings betont sie auch: „Keinesfalls dürfen sie jedoch Milch bekommen.“

Mehr zum Thema

Kommentare