Sportschule „Goodball“: Existenzgründung in Bad Aibling trotz Corona-Krise

„Da geht‘s lang“ – Tobias Guggenhuber hat klare Vorstellungen zur Positionierung seiner neuen Sportschule „Goodball“.
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„Da geht‘s lang“ – Tobias Guggenhuber hat klare Vorstellungen zur Positionierung seiner neuen Sportschule „Goodball“.

Angetrieben von krisensicherer Idee: In Bad Aibling hat eine neue Sportschule mit ausgefallenem Konzept ihren Betrieb aufgenommen. Sie verbindet zwei Sportarten, die auf den ersten Blick wenig miteinander gemein haben – Tennis und Basketball. „Goodball“ hat Gründer Tobias Guggenhuber sie getauft.

Von Ulrich Nathen-Berger

Bad Aibling – Das Corona-Virus hatte in den letzten Monaten das gesellschaftliche Leben fest im Griff. Auch in der Wirtschaft hat die Pandemie deutliche Spuren hinterlassen: Die Bundesregierung rechnet mit der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Wer vor diesem Hintergrund trotzdem den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit wagt, wird offenbar von einer krisensicheren Geschäftsidee angetrieben. Wie Tobias Guggenhuber aus Bad Aibling: Vor Kurzem hat er die Sportschule „Goodball“ mit Sitz in Bad Aibling gegründet.

Existenzielle Probleme aufgrund der Corona-Krise befürchtet der 36-Jährige nicht, denn unter seinem Firmenlabel verberge sich ein völlig neues Konzept, wie er im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen betont. Es verbindet zwei Sportarten, die auf den ersten Blick wenig miteinander gemein haben: Tennis und Basketball.

Mit dualem Angebot Risiko minimiert

„Mit meinem dualen Angebot habe ich mein Risiko minimiert. Aktuell sind einige Sportarten nicht erlaubt, deshalb ist der Run auf Tennis sehr groß. Davon profitiere ich. Das Training ist im Freien, die Abstände sind spielbedingt gegeben. Wir dürfen halt nur mit vier Spielern maximal auf den Platz, und die Standardhygienemaßnahmen halten wir sowieso ein.“ Mannschaftssportarten wie Basketball sind seit dem 8. Juli wieder erlaubt.

Der Aiblinger will „einen völlig neuen und innovativen Ansatz“ verfolgen, wie er sagt. „Ich biete mehr als ein gängiges sportartspezifisches Training, das fängt an mit einer allgemeinen motorischen Ausbildung für Kinder wie auch für Erwachsene, und geht erst dann weiter in die sportarttypischen Inhalte – mit professionalisierter Trainings- und Bewegungslehre.“

Grund für die ungewöhnliche Kombination sind seine sportlichen Vorlieben. „Ich war in beiden Sportarten auf hohem Niveau aktiv, deshalb die hybride Lösung, für meine Schulungsangebote Positives aus beiden Bereichen zusammenzuführen.“

Geschäftsbereiche unabhängig voneinander

Grundsätzlich seien die beiden Geschäftsbereiche unabhängig voneinander zu sehen, so Guggenhuber. „Was sie aber eint, ist die enge Zusammenarbeit mit Vereinen.“ Sein Auftragsbuch – sprich, der Terminkalender – ist mittlerweile gut gefüllt. Dafür haben bislang zwei renommierte Sportvereine aus der Region gesorgt: Seit 2018 ist Guggenhuber „Head Coach“ der Basketball-Regionalligamannschaft „Fireballs“ im TuS Bad Aibling; er war selbst über zehn Jahre aktiver Spieler der Kurstädter. Und seit Saisonbeginn betreut er die Sparte Tennis des TV Feldkirchen; in deren Herrenmannschaft spielt er seit 2017. In Zusammenarbeit mit der Tennisschule „beTennis“ von David Bergbauer organisiert „Goodball“ das Training für rund 350 aktive Mitglieder, davon rund 130 Jugendliche und Kinder.

Chancen für eine bessere Jugendarbeit

Abteilungsleiter Hans-Joachim Klinger setzt voll auf die Zusammenarbeit mit der neuen Sportschule, wie er auf Anfrage unserer Zeitung versichert. „Ich hoffe, dass wir neue Impulse bekommen, aber es geht auch um mehr Trainingskapazität, die uns jetzt zur Verfügung stehen wird. Unser Übungsleiter David Bergbauer kann nicht noch mehr Zeit aufbringen, um unsere Bedürfnisse abzudecken, vor allem im Jugendbereich.“

Deshalb sei der Verein schon seit Längerem verzweifelt auf der Suche nach einer Trainingsschule gewesen, „die uns unterstützt und mehr bietet, als normales Tennistraining“, so Klinger. Angebote habe es in letzter Zeit einige gegeben, daraus sei aber nichts geworden. „Chancen sehen wir mit Goodball in der Intensivierung unserer Jugendarbeit sowie Leistungssteigerungen und Aufstiegshoffnungen bei unseren ersten Herren- und Damenmannschaften.“

Mit Tobias Guggenhuber verbunden

„Schon vor der Gründung seiner Sportschule waren wir mit Tobias Guggenhuber verbunden“, erklärt Manfred Kristian, Abteilungsleiter Basketball im TUS Bad Aibling. „Er war viele Jahre Spieler in der 1. Herrenmannschaft, zuletzt in der Regionalliga-Mannschaft, die höchste Amateurligaklasse, die es im deutschen Basketball gibt. Seine Trainerlaufbahn hat er später in der Bayernliga-Mannschaft Holzkirchen begonnen, und vor drei Jahren kam er zurück zu uns als Trainer“, berichtet Kristian. „Wir haben ihn hier als Übungsleiter beschäftigt und ihn auf verschiedene Trainerlehrgänge geschickt. Jetzt ist er Head Coach unserer Regionalligamannschaft Fireballs.“

Der Basketball werde durch die Sportschule wohl nicht neu erfunden, sagt Kristian, sieht aber dennoch die Vorteile, „dass Tobias uns jetzt in Vollzeit zur Verfügung stehen kann, weil er beruflich nicht mehr anderweitig verpflichtet ist. Zusätzlich können wir aus dem Angebot seiner Schule zum Beispiel Individualtraining oder auch Sondertraining für Perspektivspieler in Anspruch nehmen“.

Dienstleistungen aus dem Sportumfeld

Neben Tennisschule und Basketballcoaching bietet Tobias Guggenhuber zudem Dienstleistungen aus dem Sportumfeld an, die nicht direkt dem Trainingsbetrieb zuzuordnen sind. Unter der Überschrift „Sportmanagement“ will er Vereine und Verbände in den Bereichen Eventorganisation, Marketing und Pressearbeit unterstützen.

Das Rüstzeug dazu hat der Aiblinger mit seinem Studium „Sportmanagement“ an der Hochschule Erding/Ismaning mit dem Schwerpunkt Vereins- und Verbandsmanagement und seiner Berufserfahrung in diesem Metier erworben – ein drittes Standbein, um sich in diesen Krisenzeiten zu behaupten.

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