Sportliche Gaudi mit Abstand

Eine Mordsgaudi war das erste Treffen in der „Senioren-Spielstraße für Stockschützen“ in der Heufelder Otto-Perutz-Straße.
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Eine Mordsgaudi war das erste Treffen in der „Senioren-Spielstraße für Stockschützen“ in der Heufelder Otto-Perutz-Straße.

Bruckmühl. – „Covid-19 und ein Geburtstagsgeschenk mit überraschenden Folgen“, so kann man kurz und knapp die illustren Geschehnisse rund um die Otto-Perutz-Straße im Bruckmühler Ortsteil Heufeld skizzieren.

Schon von Kindesbeinen an begeistert sich Alfred Bergbauer für den Eisstockschützen-Sport. Nachdem mit Beginn der „Corona-Krise“ auch Ausgangsbeschränkungen ausgesprochen wurden, waren die sportlichen und geselligen Freitags-Trainingseinheiten für ihn und seine Eisstockschützen-Spezl vom SV Bruckmühl quasi sofort „auf Eis gelegt“.

„Solo-Challenge“vor der Haustür

„Da hat mir richtig was gefehlt, das war ein harter Einschnitt“, blickt der Ur-Heufelder auf diese Zeit zurück. Doch machte Bergbauer nach ein paar Frust-Tagen aus der Not eine Tugend, schnappte sich kurzer Hand aus der Garage seinen Eisstock samt bunten Plattenarsenal und startete seine „Solo-Challenge“ Eisstocktraining vor der Haustür.

„Zu meiner Überraschung hatte der Asphaltbelag der Otto-Perutz-Straße sogar gute Rutsch- und Gleitqualitäten“, erzählt er mit einem breiten Lächeln. So folgten dem Auftakt-Training weitere „Einzel-Einheiten“. Von Vorteil erwies sich auch der Umstand, dass es sich bei der Heufelder Otto-Perutz-Straße um eine reine Anrainer-Sackgassen-Zufahrt mit wenig Autoverkehr handelt. Mit jeder Trainingseinheit wurde die Technik trotz leicht zum Grundstück hinhängender Straßendecke besser, und so „zauberte“ Bergbauer zum besseren Entfernungs-Timing mit Straßenkreide eine Stockbahn in Original-Maßen auf den Teer.

Vor Kurzem überreichte Hans Scheidl zum 65. Geburtstag dann seinem Schwiegervater ein eigens kreiertes und ganz spezielles Straßen-Hinweisschild „Verkehrsberuhigte Zone“, umgangssprachlich auch Spielstraße genannt. Im Gegensatz zu dem blauen Schild mit dem großen und kleinen weißen Strichmännchen, die vor einem Auto im Hintergrund einen Ball hin- und herschieben, waren auf dem Geburtstags-Präsent ebenfalls vor einem Auto zwei ranke und schlanke Eisstockschützen mit ihren Sportgeräten abgebildet.

Nach dem Auspacken und einem daraufhin leicht verdutzten Gesichtsausdruck des Beschenkten, ergänzte Schwiegersohn Scheidl mit einem Augenzwinkern, „gell da schaugst, jetzt host dei offizielles Senioren-Stockschützen-Spielstraßen- Schuidl, ned, dass beim Training no was passiert“. Schon kurze Zeit später blinkte eine Fotonachricht vom Eisstocktraining auf der „Senioren-Spielstraße“ bei der Whatsapp-Gruppe der SVB-Eisstockfreunde auf. Dies löste zahlreiche Spontan-Reaktionen von „cool“ über „ich bin total neidisch“ bis hin zu „so was will ich auch haben“ aus. Gleich zu Beginn der Ausgangslockerungen nahm Franz Wasl daraufhin die Sache final in die Hand und machte „Nägel mit Köpfen“. Der Spartenleiter der SVBler setzte ein außerplanmäßigen „Outdoor-Mannschaftstraining Otto-Perutz-Straße“ im kleinen Seniorenkreis unter Einhaltung der Sicherheitsstandards an. Ruckzuck waren die sechs Startplätze vergeben. Was dann Tage später folgte, war eine Mordsgaudi. Moni Fischer, Gabi und Theo Klein sowie Alfred Bergbauer sowie Manfred Rohner und Spartenleiter Wasl hatte ihre helle Freude beim Spiel auf unbekanntem Terrain, wobei Initiator Bergbauer der Fairness halber nur phasenweise seinen Heimvorteil zum Anvisieren der Daubn nutzte.

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