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Rosenheimer Greenpeace-Aktivist bei EM in München: Scharfschützen waren zum Schuss bereit

Beinahe-Katastrophe vor EM-Spiel Deutschland - Frankreich

Rosenheimer Greenpeace-Aktivist bei EM in München: Scharfschützen waren zum Schuss bereit

Gerade verliest der Stadionsprecher die Aufstellung Deutschlands vor dem EM-Spiel gegen Frankreich. …
Rosenheimer Greenpeace-Aktivist bei EM in München: Scharfschützen waren zum Schuss bereit
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VOR 90 JAHREN

Mit spektakulärem Plan gescheitert

Otto Könnecke(Mitte), der 1956 in Bad Aibling starb, hatte vor 90 Jahren große Pläne.  Müller
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Otto Könnecke(Mitte), der 1956 in Bad Aibling starb, hatte vor 90 Jahren große Pläne. Müller

Mit großer Wahrscheinlichkeit wäre der Harzer Otto Könnecke 1927 der erste Weltumflieger geworden – wenn es nicht zu einem Unglück auf seinem in Köln gestarteten Erstflug gekommen wäre. Sagt Werner Müller vom Historischen Luftfahrtarchiv Köln. Der Pilot überlebte, startete aber keinen neuen Flug. 1956 starb er in Bad Aibling.

Bad Aibling– Am 20. September 1927 startete der „Pour le Mérite“-Träger Könnecke, wie Müller berichtet, zu einem international beachteten Erstflug von Europa in die USA vom Flughafen Köln Butzweilerhof. Aufgrund des schlechten Wetters sollte die Route aber nach Osten über Asien entlang der Küsten gehen.

Schon kurz nach dem Ersten Weltkrieg hatten zwei Briten mit einem umgebauten zweimotorigen englischen Bomber versucht, über den Atlantik zu fliegen. Sie kamen jedoch nie an.

Der deutsche Weltkriegs-Pour-le-Mérite-Flieger Otto Könnecke wollte mit dem Weltkriegsbeobachter Graf Solms-Laubach und dem Mechaniker Johannes Hermann nun diese Strecke bewältigen. Mit einem ehemaligen Agrarflugzeug, einer umgebauten Caspar C 32, plante er, mit seinen Begleitern anlässlich der „Pressa-Ausstellung“ in Köln am 12. Mai 1928, einen Flug über den Nordatlantik nach Amerika durchführen. Das Flugzeug wurde auf den Namen „Germania“ mit dem Kennzeichen D-1142 getauft.

Konrad Adenauer sehr interessiert

Nachdem Könnecke den Flughafen Köln Butzweilerhof als Trainings- und Startplatz für seinen Ozeanflug ausersehen hatte, beschloss die Kölner Stadtverwaltung, ihn auch finanziell zu unterstützen. Die Zeitungen nannten als Summe 35 000 Mark. Die Maschine sollte als Werbeträger für die 1928 in Köln stattfindende Internationale Presseausstellung fungieren. Auf der Motorhaube stand der Schriftzug „Caspar“, auf den Flächen die Aufschrift „Pressa“ und auf dem Seitenruder „Köln Pressa 1928“.

Oberbürgermeister Konrad Adenauer verfolgte die Durchführung mit großem Interesse. Diesen besonderen Flug nahm die in Köln-Riehl gegründete Karnevalsgesellschaft „Am Zoo“ als Motto für den Karnevalsorden der Session 1928.

Der Start zum Atlantikflug musste wegen schlechter Witterung mehrmals verschoben werden. Das ungünstige Wetter war dann auch für die kurzfristige Änderung der Flugroute verantwortlich. Statt über den Nordatlantik in die USA zu fliegen, wollte Könnecke nun „hinten rum“ über Asien fliegen. Das führte zu freundschaftlichem Spott seines Fliegerkollegen Ernst Udet, der diese Idee in einer Karikatur, in der Könnecke in die falsche Richtung fliegt, „würdigte“.

Während der Vorbereitungsphase ließ sich Oberbürgermeister Adenauer in seinem Urlaubsort persönlich über den Fortgang des Projekts informieren. Am 12. August 1927 telegrafierte er an die Flugleitung: „Dem Flieger Könnecke ist jede Erleichterung zu gewähren.“ Und vier Tage später: „Bitte mich über Amerikaflug Könnecke telegrafisch auf dem Laufenden zu halten.“

In- und ausländische Zeitungen berichteten regelmäßig über die Vorbereitung sowie den Flug. Könnecke startet zusammen mit Graf zu Solms-Laubach und dem Funker Johannes Hermann am 20. September um 14.22 Uhr in Köln auf dem Flughafen Butzweilerhof mit der schwer beladenen Maschine. Auf dem Flughafen waren nur wenige Zuschauer anwesend, aber Oberbürgermeister Adenauer verfolgte mit einigen Beigeordneten den Start.

Nach und nach gewann die „Germania“ Höhe. Der Flug verlief ohne große Probleme bis Hinaidi bei Bagdad. Dort kam es zu einem Unfall, aber die Maschine blieb flugfähig. Auf dem Weiterflug geriet die Maschine über Basra in ein Luftloch und stürzte fast ab. Otto Könnecke, der als Jagdflieger solche Manöver kannte, konnte die Maschine aber abfangen. Graf Solms-Laubach verletzte sich allerdings am Kopf so schwer, dass er aus dem Unternehmen ausstieg und mit der Imperial Airways zurück nach Deutschland flog. Könnecke und Herman flogen alleine weiter in Richtung Indien.

Unfall mit schweren Folgen

In Etawah in Nordindien kam es bei der Landung zu einem weiteren, diesmal folgenschweren, Unfall. Könnecke versuchte, zusammen mit dem Funker Hermann noch die Maschine zu reparieren. Jedoch erfolglos. Das Unternehmen war gescheitert. Daraufhin wurde das Flugzeug mit dem deutschen Dampfer „Stolzenfels“ nach Hamburg gebracht. Dort verliert sich dann die Spur dieses bekannten Flugzeugs.

Nur ein halbes Jahr später, im Frühjahr 1928, schafften die drei Europäer Hermann Köhl, Ehrenfried von Hünefeld und James Fitzmaurice über Irland dann den ersten „Sprung“ von Europa nach Amerika. Wer heute von Europa in die USA fliegt, hat eine Ahnung, unter welchen Gefahren auch diese Flugroute erschlossen wurde.

Könnecke selbst arbeitete nach seiner Rückkehr wieder als Flugzeugführer in der Deutsche Luft Hansa AG. 1935 reaktiviert, diente Könnecke erneut als Fluglehrer und Ausbildungsleiter bei der Luftwaffe.

Als Major wurde er Kommandant einer Flugschule. Seine letzte Dienststellung im Zweiten Weltkrieg hatte Oberstleutnant Könnecke seit 15. Oktober 1944 als Flughafenbereichskommandant. Er war verheiratet und hatte einen Sohn. Er starb laut Standesamteintrag am 25. Januar 1956 im Alter von 63 Jahren in Bad Aibling. Dort wurde er am 18. Januar 1956 auf dem städtischen Friedhof begraben. Wie er nach Bad Aibling kam und wie lange er hier lebte, ist allerdings nicht bekannt.

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