Solide Finanzen und Bewahrung des Ortsbildes gefordert

Ortsvorsitzender Armin Niedermeyr (links) und Bürgermeisterkandidatin Kristin Sauter dankten den Mitgliedschaftsjubilaren Ruth Gomm (rechts) und Carsten Kuttnik.
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Ortsvorsitzender Armin Niedermeyr (links) und Bürgermeisterkandidatin Kristin Sauter dankten den Mitgliedschaftsjubilaren Ruth Gomm (rechts) und Carsten Kuttnik.

Die hohe Verschuldung der Stadt, die Sorge um das Ortsbild sowie ein Überblick von SPD-Bürgermeisterkandidatin Kristin Sauter über ihre kommunalpolitischen Vorstellungen waren die prägenden Themen bei der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins. Für ihre Treue zum Verein wurden zwei Mitglieder geehrt.

Bad Aibling - Bei seinem Rückblick erwähnte Ortsvorsitzender Armin Niedermeyr neben den Bundestags- und Landtagswahlen auch die Teilnahme an der Demonstration des Rosenheimer Bündnisses gegen Rechts.

Richard Lechner, Sprecher der SPD-Fraktion im Stadtrat, ging auf den kürzlich be-schlossenen Haushalt 2014 der Stadt Bad Aibling ein. Angesichts einer Rekordver-schuldung von rund 50 Millionenen Euro hätten nun auch die anderen Fraktionen die Notwendigkeit des Sparens und des Schuldenabbaus betont. Bad Aibling sei zwar der größte Kreisumlagenzahler aufgrund seines hohen Steueraufkommens, habe aber mit Abstand die höchsten Schulden aller 46 Landkreisgemeinden, weil man schlicht und einfach zu viel Geld ausgegeben habe.

So seien beim Projekt Rathaus aus im Jahr 2009 veranschlagten 5,2 Millionen Euro schließlich 14 Millionen für zwei Rathäuser geworden. Da habe der Bürgermeister auch kein Hindernis gesehen, allein für die Einweihung des Rathauses am Marienplatz 65000 Euro auszugeben. Angesichts der Verschuldung sei derzeit an eine kurzfristige Verwirklichung von Projekten wie Nordumgehung, Sportbad oder sonstige neue Sportstätten nicht zu denken. Dafür müssten in jedem Fall erhebliche Eigenmittel aufgebracht werden, über die Bad Aibling derzeit nicht verfüge.

Eine große Aufgabe für die künftige SPD-Fraktion sieht Lechner beim stets aktuellen Problem der Bewahrung des Ortsbildes. Die Beschlussempfehlungen der Verwaltung zu diversen Bauanträgen der letzten Monate hätten wenig Feingefühl bewiesen. Verwunderung bei den Versammlungsteilnehmern lösten vergleichende Lichtbilder von vorhandener und geplanter Bebauung aus, ebenso von früheren und jetzigen Gebäuden an gleicher Stelle. Dass man modern, größer als bisher und trotzdem mit Gespür für die gewachsene Umgebung planen und bauen könne, zeigte Lechner ebenfalls mit Bildern von der Kirchzeile oder von einem privaten Anwesen am Marienplatz.

Anschließend präsentierte Bürgermeisterkandidatin Kristin Sauter ihre kommunalpolitischen Vorstellungen von einer bürgerfreundlichen Politik mit langfristigen Konzepten für Bad Aibling. Die Kleinstadt solle ihren Charakter erhalten und trotzdem für Neues offen sein. Das breitgefächerte Angebot an Kindertagesstätten und Schulen sei eine Werbung für junge Familien. Den Senioren müsse man durch entsprechende Rahmenbedingungen ein möglichst langes Verbleiben in der eigenen Wohnung ermöglichen. Entweder bringe man die Einkaufsgelegenheiten zu den Senioren oder die Senioren zu den Einkaufsgelegenheiten. In der Diskussion sprach Stadtrat Josef Taufler den Stadtratskandidaten seine Anerkennung dafür aus, dass sie sich in einer Zeit der Politikverdrossenheit zur Verfügung stellen. Danach ehrten Kristin Sauter und Ortsvorsitzender Niedermeyr zwei Jubilare: Ruth Gomm für 40 Jahre und Carsten Kuttnik für zehn Jahre Mitgliedschaft bei der SPD. Niedermeyr lud zur ersten SPD-Wahlversammlung am Freitag, 7. Februar, um 19.30 Uhr beim Oberwirt in Berbling ein.

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