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PLÄNE FÜR BAHNHOF-UMBAU VORGESTELLT

So könnte der Bahnhof in Bad Aibling aussehen

Neues Vordach samt Fenstern in den Flachdächern: So könnte der neue Bahnhof in Bad Aibling ausschauen. Architekturbüro Rossteuscher
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Neues Vordach samt Fenstern in den Flachdächern: So könnte der neue Bahnhof in Bad Aibling ausschauen. Architekturbüro Rossteuscher
  • Ines Weinzierl
    VonInes Weinzierl
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Das historische Gebäude soll erhalten bleiben. Über die Pläne und die Nutzung informierte Architekt Stefan Rossteuscher die Mitglieder des Ausschusses für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Gesamtverkehrsplanung.

Bad Aibling– Ein Bahnhof gilt als Visitenkarte eine Stadt. Wie der Bad Aiblinger Bahnhof, der 1858 eröffnet wurde, nach der Umgestaltung aussehen könnte, stellte Architekt Stefan Rossteuscher dem Gremium des Ausschusses für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Gesamtverkehrsplanung jetzt vor. Eines vorweg: Zu den Kosten konnte der Architekt noch nichts sagen. Schließlich wisse man noch nicht, was kommt, da das Gebäude noch nicht untersucht wurde. Nur soviel: „Von der Substanz her ist es gut“, erklärte der Architekt dem Gremium.

Licht soll Innneres durchfluten

Das historische Gebäude soll erhalten bleiben, barrierefreie Zugänge sowie ein komplett barrierefreies Erdgeschoss, obendrein soll mehr Licht den Innenraum durchfluten und es soll „eine neue attraktive Nutzung im Erdgeschoss erfolgen“.

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So könnten im Erdgeschoss eine Post-Filiale entstehen, ein Kiosk/Café sowie ein Bereich, in dem Zeitschriften Bücher und Co. angeboten werden. Darüber hinaus gibt es weitere Bereiche, die vermietet werden können. In den oberen Etagen könnten Wohnungen, aber auch Büros entstehen – „die gerade im Zeitalter des Homeoffice immer attraktiver werden und die man wochen- oder monatelang vermieten könnte“, gab Rossteuscher ein Beispiel für die Nutzung. Und erklärte: „Wir sind ganz am Anfang.“

Vereinsraum wie in Kolbermoor

Im großen und ganzen war das Gremium von der Vorstellung überzeugt – nur hier und da hatten einige Ratsmitglieder andere Vorstellungen von der Umsetzung. Die geplante Wirtschaft „könnte man etwas größer machen“, fand beispielsweise Stefan Glas (SPD), denn für den Einzelhandel sei es dort sicher schwierig. Richard Lindl (Grüne) fand, dass man einige Bereiche für die allgemeine Nutzung ausbauen sollte. Das fand auch Anita Fuchs (Grüne) und warf einen Blick nach Kolbermoor. „Der Bahnhof ist ein wahres Schmuckkörbchen“, sagte sie. Und so einen Veranstaltungsraum, den die Vereine, aber auch die Volkshochschule im Kolbermoorer Bahnhof nutzt, hätte sie auch gerne im neuen Bahnhof in Bad Aibling. Ein Raum, den man den Vereinen in der Stadt zur Verfügung stellt, fehlt bei uns“, sagte sie.

Uneinig über Gastronomie

Einig war man sich auch nicht über den Kiosk/Gastronomie – nicht, dass der als Konkurenz zu denen in der Bahnhofstraße gesehen wird, hieß es. Dazu sagte Bürgermeister Stephan Schlier (CSU): „Brezn und Kaffee stehen ja nicht in Konkurrenz zu einem Café, in dem Kaffee in Porzellantassen ausgeschenkt wird.“ Aber auch Johan Schweiger (CSU) war da skeptisch: „Wir haben ja keine Umsteiger – bei uns ist ja nur raus und weg“, sagte er. „Wir müssen an die Aiblinger in Aibling denken“, sagte Lindl.

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Das historische Bahnsteigdach wird seitens der Bahn bei der Umgestaltung abgetragen und nicht wieder ersetzt, hieß es. Anstelle dessen soll ein neues Vordach errichtet werden. Obendrein sollen teilweise in den Bereichen der Dächer Fenster eingesetzt werden, um die Innenbereiche heller zu machen.

Einstimmig entschieden sich die Ausschuss-Mitglieder, dass der Architekt Rossteuscher jetzt eine Vorentwurfsplanung samt Kostenschätzung erstellen solle.

Der Architekt im Interview: „Bereich mit Leben füllen – Flächen müssen aus Dornröschenschlaf erwachen“

Architekt Stefan Rossteuscher (65) verrät im Interview mit dem Mangfall-Boten, wie wichtig er es findet, einen Kiosk zu integrieren und wie lange die Bauzeit sein wird.

Herr Rossteuscher, was ist Ihrer Meinung nach das wichtigste, um den Bahnhof attraktiv zu gestalten?

Stefan Rossteuscher:Der Bahnhof mit Vorplatz ist der Auftakt zum Stadtzentrum. Das wichtigste ist nach meiner Meinung diesen Bereich wieder mit Leben zu füllen. Insbesondere die Flächen im Erdgeschoss müssen aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen und mit einem attraktiven Angebot aufwarten. Wichtig ist auch eine ansprechende Gestaltung des Gebäudes im Kontext mit dem Umfeld. Ein ansprechendes Ambiente wertet den gesamten Bereich erheblich auf und macht den Bahnhof wieder zu dem zentralen Punkt, der er in früheren Zeiten schon war.

Bad Aibling will das historische Gebäude erhalten. Muss es komplett entkernt werden – wie schaut das aus?

Rossteuscher: Im Erdgeschoss sind größere Veränderungen geplant. Insbesondere sollen unterschiedliche Nutzungen möglich sein, aber auch zusammenhängende Flächen entstehen. Unsere Vorstellung ist hier ein attraktiver Nutzungsmix sowohl für die Fahrgäste, als auch für die Aiblinger Bürger. Weiters soll das gesamte EG barrierefrei umgebaut werden. In beiden Obergeschossen sind Wohnungen untergebracht, die in der Grundstruktur erhalten werden können. Für die künftige Nutzung sind attraktive Wohnungen oder auch Teilflächen als Büros denkbar. Umbauten und Renovierungen sind erforderlich, nicht aber eine komplette Entkernung.

Wie wichtig ist Ihrer Meinung nach, ein Kiosk in das Gebäude zu integrieren?

Rossteuscher: Einen Kiosk mit Getränkeausschank halten wir in jedem Fall für sinnvoll und notwendig. Ein kleiner Snack, ein schneller Kaffee, Reiseproviant. Mit dem richtigen Angebotsmix und an den Fahrplan angepassten Öffnungszeiten wird dieser sicher gut angenommen und steigert die Attraktivität des Standorts. Diese Erfahrung haben wir schon an anderen, auch kleineren Standorten gemacht, an denen wir Bahnhöfe umgebaut und renoviert haben.

Wie schaut es mit der Substanz des Gebäudes aus?

Rossteuscher: Die Gebäudesubstanz ist insgesamt gut, sowohl was das Mauerwerk als auch den Dachstuhl betrifft. Heizung, Sanitär und Elektro müssen an die aktuellen Standards angepasst werden.

WC-Anlagen müssen erneuert und im EG barrierefrei ausgebaut werden. Ob und inwieweit eine energetische Sanierung sinnvoll ist, muss im Zuge der Planungen geklärt werden.

Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz, hat das Vorteile?

Rossteuscher: Bei einem denkmalgeschützten Gebäude müssen sämtliche Umbau und Renovierungsmaßnahmen im Vorfeld mit dem Denkmalamt abgestimmt werden. Dadurch ist man zum Teil erheblich eingeschränkt, beziheunsgsweise sind oftmals bestimmte Veränderungen gar nicht möglich. Unser Planungsansatz ist den Gebäudebestand in seiner ursprünglichen Form möglichst zu erhalten und durch behutsame An- und Umbauten insgesamt zeitgemäß aufzuwerten.

Wann könnte es losgehen?

Rossteuscher: Aktuell sind wir am Beginn der Planungsphase. Zusammen mit der Stadt wollen wir in den nächsten Wochen ein Nutzungskonzept entwickeln, und auf der Basis eine Vorplanung mit Kostenschätzung erstellen. Wenn alles geklärt und auch die Finanzierung gesichert ist, kann ein Umbau aus unserer Sicht im Jahr 2022 erfolgen. Für die reine Umbauzeit würden wir neun bis zwölf Monate veranschlagen. Die Umsetzung des Projekts ist natürlich auch eine Frage der Finanzierung, wobei man in diesem Fall durch Mieteinnahmen und mögliche staatliche Zuschüsse die Belastung für die Stadt wesentlich vermindern kann. Interview: Ines Weinzierl

Stefan Rossteuscher Architekt

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