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Wohnungsnot ist groß

So geht es den 18 Brandopfern von Bruckmühl kurz vor Weihnachten

Sie bauen auf Nicole Körnig (Zweit von links) und ihre ehrenamtlichen Helfer: (von links) Narinder Kumar, Gabor und Klementina Balogh mit ihren beiden Kindern Hunor und Heike sowie Rizki und Rizki Abdelhadi.
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Sie bauen auf Nicole Körnig (zweite von links) und ihre ehrenamtlichen Helfer: (von links) Narinder Kumar, Gabor und Klementina Balogh mit ihren beiden Kindern Hunor und Heike sowie Rizki und Rizki Abdelhadi.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Die Wohnungsnot ist riesig. 18 Bruckmühler sind nach dem Brand am Fabrikweg 1 in Heufeldmühle obdachlos. Seit einer Woche werden sie vom ehrenamtlichen Helferkreis um Nicole Körnig und von der Marktgemeinde Bruckmühl unterstützt.

Bruckmühl – Nach Informationen des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd sind die Brandursachenermittlungen nicht abgeschlossen. Wie es mit dem Gebäude weitergeht, ist noch nicht klar. Noch bis Mitte Januar müssen verschiedene Gutachten erstellt werden.

So können Sie den Brandopfern von Bruckmühl helfen

Die Hilfsbereitschaft der Bruckmühler für die Brandopfer ist überwältigend. Das Spendenkonto ist auf 14 000 Euro angestiegen. Viele persönliche Botschaften haben die Brandopfer erreicht. Sogar Einladungen für den Heiligabend gibt es. Die größte Sorge allerdings bereitet den obdachlosen Familien die Suche nach einem neuen Zuhause.

Gute Nachrichten für junge Familie

Gute Nachrichten gibt es für Gabor und Klementina Balogh mit ihren beiden Kindern Hunor und Heike. Sie können am 1. Januar in eine große Wohnung mit Terrasse und Garten einziehen. Die Vorbereitungen für den Umzug der Baloghs aus der Übergangswohnung in Bad Aibling laufen schon. Hilfe kommt unter anderem vom Hagebaumarkt in Bruckmühl. Er spendet allen Betroffenen das Material zum Vorrichten der neuen Wohnungen. „Für Götting haben wir sogar schon freiwillige Helfer gefunden, die uns beim Malern unterstützen, denn wir wollen die junge Familie damit nicht belasten“, so Nicole Körnig.

Ein Bewohner kann am 20. Dezember in eine 1,5-Raum-Wohnung einziehen, die die Gemeinde Feldkirchen-Westerham zur Verfügung gestellt hat.

Indischer Wirt sucht Restaurant und Bleibe

Für 13 Menschen zeichnet sich bislang noch keine Perspektive ab. Darunter ist auch der Wirt des indischen Restaurants „Safran“: Narinder Kumar (39) hatte Glück im Unglück. Seine Frau und die beiden Kinder, mit denen er in einer Wohnung über dem Restaurant lebte, sind seit einigen Wochen in Indien. Solange der Vater noch keine neue Wohnung hat, werden sie nun auch erst einmal dort bleiben.

Doch Kumar braucht nicht nur Wohnraum, sondern auch eine neue Existenz. Die ehrenamtlichen Helfer suchen auch nach einem neuen Standort für die Gastronomie. Sie prüfen alle Ideen, die per Telefon oder Facebook ankommen, um Narinder zu unterstützen. Vier Jahre lang führte er das „Safran“ und machte es zu einem der beliebtesten Restaurants in Bruckmühl. Jetzt steht er vor dem Nichts.

Lesen Sie auch: 18 Menschen in Bruckmühl verlieren bei Brand vor Weihnachten ihr Heim - Warum flammte Feuer erneut auf?

Aufgeben wird er nicht, deshalb sucht er ein kleines Restaurant mit etwa 20 Tischen für 70 bis 80 Gäste. Optimal wäre eine integrierte oder nahegelegene Wohnung für seine Familie. Als Selbstständiger erhält er keine staatlichen Hilfen. Zwar sucht er mit seinem Steuerberater nach Lösungen, wovon und wie er künftig leben und arbeiten kann. Doch momentan ist das „Team Körnig“ sein einziger Ankerpunkt im Chaos.

Wohnung und Restaurant darf er nicht betreten, da das Haus einsturzgefährdet ist. Zum Glück wurde bei ihm nicht alles Hab und Gut zerstört.

Das Feuer hat alles vernichtet: Hier haben Dunay und Rizki Abdelhadi gelebt. Geblieben sind ihnen nach dem Brand nur ihre Schlafanzüge. Sie haben alles verloren. Neue Bekleidung wurde ihnen gespendet.

Vor dem absoluten Nichts stehen Dunay und Rizki Abdelhadi. Das junge Ehepaar hat sich in Bruckmühl einen Traum erfüllt. In München erarbeiteten sie sich als Altenpflegerin und Schichtarbeiter in der BMW-Aufbereitung das Startkapital für ihre Selbstständigkeit. Der Döner-Stand war ihr Traum und ihre einzige Lebensgrundlage.

„Die Bayernwerke sind beauftragt, hier so schnell wie möglich einen Baustromanschluss zu schaffen, damit es weitergehen kann“, informiert Hannes Eisner von Werndl & Partner, dem Hauseigentümer.

Tränen in den verkohlten Überresten der Wohnung

„Da war meine Küche, mein Sessel, mein Bett, mein Schrank“, beschreibt Dunay unter Tränen die verkohlten Überreste ihrer Wohnung. Eine Hausratversicherung hatten sie nicht. Im Schlafanzug flüchtete die 27-Jährige mit ihrem Mann Rizki (33) aus den Flammen.

„Direkt vor unserer Wohnungstür waren Feuer und Rauch“, sagt sie weinend. Sie suchten auf dem Dachboden nach einem Fluchtweg, riefen am Fenster um Hilfe. „Wir haben 45 Minuten gebraucht, ehe wir einen Weg nach draußen fanden“, so Dunay. Die Albträume wecken sie jede Nacht. Um psychologische Hilfe bemüht sich Nicole Körnig gerade.

Nur der Döner-Stand ist ihnen geblieben

Bis auf ihren mobilen Döner-Stand haben die Abdelhadis nichts mehr – alles ist verbrannt. Was sie auf dem Leib tragen, wurde gespendet. Dunay und Rizki leben in der Notunterkunft des Marktes Bruckmühl. Bis Ende Januar dürfen sie dort bleiben. Bis dahin müssen sie eine neue Wohnung gefunden haben. „Wir brauchen nicht viel Platz, wir sind ja nur zu weit“, sagt Rizki bescheiden. Doch bezahlbar muss die Wohnung sein, denn sie leben von dem Geld, das sie hoffentlich bald wieder mit ihrem „Sultan-Kebap“ verdienen. Auch sie stehen ohne staatliche Unterstützung da, denn sie waren selbstständig.

Eine barrierefreie Wohnung wird für ein älteres Ehepaar gesucht, das vorübergehend in der Notunterkunft lebt. Sabrina Kreykenbohm von der Seniorenbetreuung „Daheim Zuhause“ hat sich um die Versorgung des Ehepaares gekümmert.

Ein weiteres Ehepaar ist vorübergehend beim Sohn in Rosenheim untergekommen und sucht eine Wohnung. Zudem sind noch drei Einzelpersonen unversorgt.

Bruckmühler möchten in Bruckmühl bleiben

Ein einstiger Mieter vom Fabrikweg 1 ist noch immer im Krankenhaus. Für ihn haben die Helfer neue Bekleidung beschafft, denn auch er lebte unter dem Dach und hat in den Flammen alles verloren.“

So können Sie den Brandopfern von Bruckmühl helfen

„Wir brauchen dringend Wohnraum für diese Menschen“, ruft Elfriede Bengl-Kimmel, die Sachgebietsleiterin für öffentliche Ordnung und Sicherheit des Marktes Bruckmühl, zur Mithilfe auf. Viele temporäre Angebote seien eingegangen, doch: „Was sie jetzt wirklich brauchen, ist eine dauerhafte Bleibe, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar ist.“ Und fast alle wünschten sich, in Bruckmühl und Umgebung bleiben zu können.

Ab Januar sind auch Möbelspenden gefragt

• Nicole Körnig und ihre Freunde koordinieren die Spendenaktion für die Opfer des verheerenden Brandes am Fabrikweg in Heufeldmühle. Sie helfen beim Ausfüllen von Formularen, bei der Abmeldung von Strom, Wasser und Telefon, bei der Wohnungssuche und vielem mehr.

• Wer helfen möchte, kann sich an Nicole Körnig unter der E-Mail nicolekoernig2705@gmail.com wenden oder an Elisabeth Bengl-Kimmel von der Marktgemeinde Bruckmühl unter der E-Mail elisabeth.bengl-kimmel@bruckmuehl.de.

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