Sicherheitswacht im Mangfalltal: Jetzt geht´s los

In der dunklen Jahreszeit ist es wieder so weit: Häufig sind Fahrradfahrer ohne Licht unterwegs. Auch hier erhoffen sich die Mangfalltal-Kommunen eine Verbesserung der Situation durch die Präsenz der Sicherheitswacht. dpa
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In der dunklen Jahreszeit ist es wieder so weit: Häufig sind Fahrradfahrer ohne Licht unterwegs. Auch hier erhoffen sich die Mangfalltal-Kommunen eine Verbesserung der Situation durch die Präsenz der Sicherheitswacht. dpa

Vor zwei Wochen offiziell ins Leben gerufen, soll er nun an den Start gehen, der Sicherheitswachtverbund Mangfalltal. Am Mittwoch, 2. Oktober, findet für die gemeldeten Bewerber ein Infoabend bei der Polizei in Bad Aibling statt.

Bad Aibling – Dem Sicherheitsverbund Mangfalltal gehören die Städte Bad Aibling und Kolbermoor, der Markt Bruckmühl und die Gemeinde Feldkirchen-Westerham an.

Am Mittwoch findet bei der Polizei Bad Aibling der erste Informationsabend für die Bewerber statt. Insgesamt haben sich seit 17. September über 20 Bürger bei der Polizei Bad Aibling gemeldet, die sich für den ehrenamtlichen Dienst interessieren.

Kurzentschlossene können sich melden

Erster Polizeihauptkommissar Bernd Heller, bei dem die Fäden des Projekts zusammenlaufen“, rechnet mit einem vollen Haus: Neben den angemeldeten Bewerbern werden auch Vertreter aus den vier Kommunen sowie Kollegen aus anderen Dienststellen, die sich für das Konzept interessieren, vor Ort sein. Kurzentschlossene Interessierte können sich bei ihm noch unter Telefon 0 80 61/ 9 07 31 01 melden.

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Im nächsten Schritt werden Polizei und Vertreter der Kommunen mit jedem Bewerber ein persönliches Gespräch führen, bevor dann Mitte Oktober die Ausbildung startet. Sie umfasst rund 40 Einheiten. Eventuell könnten die ersten Streifen dann schon bei den Weihnachtsmärkten im Mangfalltal unterwegs sein.

Nicht nur für die Polizei Bad Aibling, sondern auch für die Bürgermeister im Mangfalltal ist die Sicherheitswacht ein willkommenes Instrument, um das subjektive Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung noch zu stärken. Denn: „Die objektive Sicherheitslage hier ist sehr gut, die Wahrnehmung eines Einzelnen kann aber ganz anders ausschauen.“

„Hier ist kein rechtsfreier Raum“

„Uns Kommunen ist es wichtig, dass durch die Sicherheitswacht von vorneherein schon gezeigt wird, dass hier kein rechtsfreier Raum ist“, betont Kolbermoors Bürgermeister Peter Kloo. Es gehe hier nicht darum, in Blockwartmanier herumzulaufen und gleich zu sanktionieren, sondern viel mehr durch Präsenz und Gespräche aufzuklären und zu sensibilisieren – „da kann man bei Einsicht dann auch vielleicht das ein oder andere Mal ein Auge zudrücken.“

Hinsehen und auch einschreiten

Die Mitglieder der Sicherheitswacht hätten, so Kloo, eben einen gewissen Auftrag und würden in Situationen, in denen sich ein „Normalbürger“ vielleicht nicht traut, hinsehen und auch eingreifen. „Mit den Befugnissen, die ein Sicherheitswachtmitglied hat, tut sich derjenige einfach auch leichter“, so Kloo. Wie berichtet, kann die Sicherheitswacht zur Gefahrenabwehr Befragungen und Identitätsfeststellungen von Personen durchführen, personenbezogenen Daten an Polizei und Gemeinden übermitteln und Platzverweise erteilen.

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Bruckmühls Gemeindeoberhaupt Richard Richter sieht in der Sicherheitswacht auch eine Art „Hilfsbürgermeister“. Er erhofft sich, dass die Mitglieder als Respektspersonen wahrgenommen werden. Was ihm wichtig ist: „Dass auch weiterhin fröhlich gefeiert werden kann, ohne dass gleich denunziert wird, wenn es mal lauter ist. Hier kann man besonnen einschreiten und auch vermitteln, wenn es Beschweren gibt. Wenn aber etwas kaputt gemacht wird oder die Verstöße gravierender sind, besteht klarer Handlungsbedarf – seitens der Sicherheitswacht, oder, wenn sich die Situation nicht beruhigen lässt, durch das Hinzurufen der Polizei.“

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Von der Präsenz der Sicherheitswacht erhofft sich auch Feldkirchen-Westerhams Bürgermeister Hans Schaberl einen spürbaren positiven Effekt. „Es hat sich viel verändert in der Gesellschaft. Früher galten der Pfarrer, der Bürgermeister oder noch der größte Bauer im Dorf als Respektsperson. Es gab auch kleine Polizeistationen in den Kommunen. Heute höre ich immer wieder von den Bürgern: Zu uns kommt ja keiner raus von der Polizei.“

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Ein Dorn im Auge sind ihm Radfahrer, die ohne Licht im Dunkeln vom Bahnhof nach Hause fahren. „Klar, die Leute haben ihre ,Bahnradl‘, irgendwelche billigen Räder, die keiner stehlen mag, aber die sind halt oft auch nicht so verkehrstüchtig. Da kann man nicht jedes Mal die Polizei rufen. Aber es ist wirklich ein Wunder, dass da noch nie was passiert ist.“ Hier erhofft sich Schaberl durch die Sicherheitswacht eine Verbesserung. „Und vielleicht werden auch generell die Anrufe bei der Polizei und der Verwaltung wegen kleinerer Dinge weniger.“

„Solidarität ist ausschlaggebend“

Für Bad Aiblings Bürgermeister Felix Schwaller ist vor allem auch die Solidarität der Mangfall ausschlaggebend für den Erfolg der neuen Sicherheitswacht. „Damit wird der Sicherheitsraum von Rosenheim, wo es diese Einrichtung ja schon gibt, bis nach Feldkirchen-Westerham gestärkt. Jetzt brauchen wie bloß noch gute Leute“, hofft Schwaller im Hinblick auf den Start des Verbundes. Ausgewählt werden die Mitglieder durch die Polizei in enger Abstimmung mit den Kommunen.

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