Aus dem Gemeinderat

Setzt Bruckmühl Leinenzwang für große Hunde durch?

Die Großen müssen an die Leine: In der Marktgemeinde Bruckmühl wird über eine Hundeverordnung diskutiert, die einen Leinenzwang für Hunde ab einer Höhe von 50 Zentimetern vorsieht. Für kleine Wadenbeißer kann es nur Einzelanordnungen geben.
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Die Großen müssen an die Leine: In der Marktgemeinde Bruckmühl wird über eine Hundeverordnung diskutiert, die einen Leinenzwang für Hunde ab einer Höhe von 50 Zentimetern vorsieht. Für kleine Wadenbeißer kann es nur Einzelanordnungen geben.
  • vonKathrin Gerlach
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Wenn Appelle nicht helfen, müssen Verordnungen her. Im Markt Bruckmühl könnte es bald eine Leinenpflicht geben. Der Marktausschuss hat dem Entwurf einer „Hundehaltungsverordnung“ mit 9:2-Stimmen zugestimmt. Darüber entscheiden wird der Marktgemeinderat.

Bruckmühl – Wo Hundehalter, Radfahrer, junge Familien und Kinder aufeinandertreffen, kann es zu Konflikten kommen. In Bruckmühl sind davon vor allem beliebte Freizeitbereiche wie der Mangfalldamm und die Ufer des Triftbaches betroffen.

Nachdem die Marktgemeinde erst im April dazu aufrief, mit „Abstand und Anstand aneinander vorbeizugehen“, und die Hundehalter darum bat, ihre Tiere an die Leine zu nehmen, hat sich an der kritischen Situation nichts geändert. „Die Appelle haben nicht gefruchtet“, bedauerte der Bürgermeister. Also bleibt der Marktgemeinde nichts anderes übrig, als Spielregeln für das Miteinander von Mensch und Tier im öffentlichen Bereich festzulegen.

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„Wir können nicht über das gesamte Gebiet der Marktgemeinde eine Leinenpflicht verhängen, das widerspräche dem Tierschutzgesetz“, erläuterte Elfriede Bengl-Kimmel, Fachbereichsleiterin für Ordnung und Sicherheit. Deshalb solle diese künftig nur in öffentlichen Anlagen, auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen innerhalb der bebauten Ortsteile sowie auf den Verkehrswegen entlang der Mangfall und des Triftbaches gelten.

Wadenbeißer sind außen vor

Zudem sei ein Leinenzwang nur für große Hunde mit einer Schulterhöhe von mindestens 50 Zentimetern und für Kampfhunde möglich. „In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, brachte Stefan Mager (Grüne) den Zwiespalt auf den Punkt, Hundefreund zu sein und trotzdem ein Problem lösen zu müssen. Auch Anna Wallner (CSU/PW) bedauerte, dass eine solche Verordnung notwendig ist und betonte: „Wenn wir sie schon brauchen, sollte sie für alle Hunde gelten.“

Kleinere Hunden aber bleiben aufgrund des Tierschutzgesetzes von der Verordnung unberührt. „Im Einzelfall, also beispielsweise bei Störungen durch die sogenannten Wadenbeißer, können wir eine Einzelfallanordnung erlassen“, informierte Bengl-Kimmel.

Auch Bewegungsbedürfnis beachten

Mager machte auf ein Manko der Verordnung aufmerksam. „Wenn nur auf den Verkehrswegen Leinenpflicht besteht, dürften die Hunde an den Ufern entlang des Mangfalldammes also frei laufen?“, fragte er an. Benlg-Kimmel bestätigte das und erklärte, dass auch dem Bewegungsbedürfnis der Tiere Rechnung getragen werden müsse.

Patrouillen sind nicht geplant

Sollte der Gemeinderat die Verordnung beschließen, muss eine Beschilderung der sensiblen Bereiche erfolgen. Die Einhaltung der Verordnung könne die Gemeinde allerdings nicht kontrollieren, schränkte Benlg-Kimmel ein: „Wir werden nicht Patrouille gehen.“ Wenn aber etwas passiere, habe die Marktgemeinde mit der Verordnung eine ganz andere Handhabe als bisher.

Josef Staudt (SPD) und Wolfgang Huber (Grüne) regten an, im Gemeindebereich Flächen für Hunde auszuweisen.

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Als weitaus größeres Problem kristallisierte sich in der Diskussion nicht ordnungsgemäß entsorgter Hundekot heraus. „Für eine derartige Verordnung fehlt in Bayern die rechtliche Grundlage“, informierte Bengl-Kimmel. Richard Linke (OLB), Referent für Grünanlagen, appellierte an die Hundehalter, die Hundetoiletten zu nutzen, von denen es im Gemeindegebiet viele gebe. Zudem nimmt die Verwaltung Anregungen für neue Standorte entgegen.

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