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Bläserquartett umrahmt Andacht

Segen für das renovierte Pestkreuz von Au

Pater John segnet das renovierte Pestkreuz. Auf der Bank sitzen Peter und Pauline Kaffl.
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Pater John segnet das renovierte Pestkreuz. Auf der Bank sitzen Peter und Pauline Kaffl.
  • VonPeter Strim
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Seuchen und Pandemien sind so alt wie die Menschheitsgeschichte. Seit über 15 Monaten fordert Corona die Gesellschaft heraus und ist mit zahlreichen Einschränkungen für unser Zusammenleben verbunden.

Bad Feilnbach – Anfang des 17. Jahrhunderts war es die Pest, die auch im beschaulichen Au bei Bad Aibling, damals auch als „Au vorm Gepürg“ in Aufzeichnungen geführt, grassierte und beinahe das ganze Dorf auslöschte. Ein Zeugnis, das an diese schreckliche Zeit erinnert, ist das Pestkreuz in der „Berghalde“, nördlich von Au an der Dettendorfer Straße gelegen. Es soll die Erinnerung an Tote lebendig halten, die Opfer von Seuchen und Pandemien wurden. Nach einer Kompletterneuerung der Holzbalken und der Restaurierung der Christusfigur erteilte Pater John im Beisein von Mitgliedern der Kirchenverwaltung, des Pfarrgemeinderats, der beteiligten Handwerker sowie Nachbarn und Pfarrmitgliedern dem renovierten Kreuz den göttlichen Segen. Für den musikalischen Rahmen der kirchlichen Feier sorgte das Auer Bläserquartett.

„Tote von Seuchen und Pandemien aller Epochen“ in Erinnerung halten

Wie Kirchenpflegerin Marianne Spann zu Beginn der Segnung erläuterte, solle das Kreuz die „Toten von Seuchen und Pandemien aller Epochen einst und jetzt“ in Erinnerung halten. Das Pestkreuz wurde im September 1983 aufgestellt und einen Monat später von Pfarrer Lorenz Perzlmaier gesegnet. Kirchenpfleger war damals Konrad Baumann. Wie es in Au guter Brauch ist, beteiligten sich zahlreiche Pfarrmitglieder an der Segnungsfeier. Den Standort für das Kreuz sicherte nach Abschluss der Flurbereinigung zu jener Zeit der damalige Gemeinderat Bepperl Forster. Der Zahn der Zeit nagte am Gehölz und machte eine Erneuerung des Kruzifixes notwendig.

Recherchen in Gemeindechronik

Recherchen in den Matrikelbüchern sowie ein Auszug aus der Gemeindechronik von Wilhelm Ossenbrink belegen, dass der „Schwarze Tod“ in Au von 1634 bis weit ins Jahr 1635 hinein grassierte. 120 Bürger des Ortes starben, lediglich fünf Dorfbewohner blieben am Leben. Ortsgeistlicher zu jener Zeit während des 30-jährigen Krieges war Michael Pruckmayr, der über Leiden und Sterben im Ort Buch führte. Aus seinen Aufzeichnungen geht hervor, dass eine Frau die Pest nach Au eingeschleppt hatte. Über weitere Opfer gibt es keine Aufzeichnungen mehr, da der Pfarrer selbst an der Pest starb.

Gelegenheit zum Innehalten

Das Kreuz erstrahlt nun im neuen Glanz und bietet den Vorbeiziehenden Gelegenheit zum Innehalten. Der Dank der Kirchenpflegerin für die Renovierung des Symbols galt er Familie Pauls, den Zimmerern Anton und Georg Huber, den Restauratoren Franz und Thomas Mair, Steffi Pauls, die die Schrift an der Gedenktafel auffrischte, sowie Sepp Stuffer. Er hält das Umfeld des Kreuzes sauber.

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