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48 Jahre Einsatz für die Trachtensache

Sebastian Gasteiger aus Bad Feilnbach mit Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten geehrt

Mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt wurde Sebastian Gasteiger (rechts) jetzt ausgezeichnet. Zur Festveranstaltung nach München begleitete ihn Michael Hauser, Vorsitzender des Gauverbandes I.
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Mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für Verdienste im Ehrenamt wurde Sebastian Gasteiger (rechts) jetzt ausgezeichnet. Zur Festveranstaltung nach München begleitete ihn Michael Hauser, Vorsitzender des Gauverbandes I.
  • Kathrin Gerlach
    VonKathrin Gerlach
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Sebastian Gasteiger gehört zu den Menschen, die die Trachtensache am Leben halten. „Sie verkörpert Heimatverbundenheit, Traditionspflege und Gemeinschaft“, sagt der 64-jährige Bad Feilnbacher. Seit 48 Jahren ist er Mitglied im Trachtenverein D‘Jenbachtaler.

Bad Feilnbach – Geplattelt hat er im Verein aber schon viel eher – mit acht Jahren, so wie es alle Buben tun, die in einer Trachtlerfamilie aufwachsen. „Neun Jahre war ich Vorplatter, zwei Jahre zweiter und 21 Jahre erster Vorsitzender“, blickt er auf seine aktive Zeit bei den Jenbachtalern zurück. Parallel dazu war er seit 1998 der zweite Vorsitzende des Gauverbandes I, dem mit 117 Trachtenvereinen und 41 .000 Mitgliedern größten Gauverband in Bayern.

Jenbachtaler haben großen Zulauf

Nach 23 Jahren hat sich Gasteiger aus gesundheitlichen Gründen im Juli nicht wieder zur Wahl gestellt, mit der Trachtensache eng verbunden ist der Ehrenvorsitzende der Jenbachtaler aber trotzdem noch. „Es ist wichtig, die Trachtensache am Leben zu halten“, sagt er. Viele Vereine haben Nachwuchssorgen. „Wir Jenbachtaler zum Glück nicht. Wir haben dank unserer guten Jugendleiter großen Zulauf, weil sie es verstehen, die Kinder und Jugendlichen so zu begeistern, dass sie beim Verein bleiben.“

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Anderen Vereinen im Gauverband stand er mit Rat zur Seite: „Wer Nachwuchssorgen hat, muss in die Schulen gehen und Werbung machen, mal eine Unterrichtsstunde über Brauchtum halten, um so die Kinder und Lehrer für die Traditionen der Trachtler zu begeistern“, weiß er. Auch müsse man nicht unbedingt in der Region geboren sein, um dazuzugehören. „Mancher Quereinsteiger hat sich die Vereinsarbeit erst einmal angeschaut, sich dann eine Tracht angelegt und aktiv beteiligt. Ich war immer wieder überrascht, was in manchen Leuten für Fähigkeiten stecken.“

Trachtensache ist für Sebastian Gasteiger unverzichtbare Brauchtumspflege. „1883 wurde der erste Gebirgstrachtenverein in Bayrischzell gegründet“, erzählt er: „Weil die Leute keine Tracht mehr anziehen wollten, die Tracht im Leitzachtal aber erhalten bleiben sollte.“ 138 Jahre später wird die traditionelle Miesbacher Gebirgstracht in den Landkreisen Miesbach und Rosenheim noch getragen. Auch Wast Gasteiger legt sie immer wieder voller Stolz an, denn sie symbolisiert für ihn Verbundenheit zu seiner Heimat und zu Gleichgesinnten in den Trachtenvereinen. „Wir haben eine wirklich schöne Gebirgstracht, die wir in unterschiedlichen Varianten zu besonderen Anlässen tragen“, beschreibt er.

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Natürlich wisse ein Trachtler, was er wann anziehen müsse. Als gedankliche und bildliche Unterstützung haben die Jenbachtaler jetzt ein Buch mit den Regeln zum Trachtenjahr herausgegeben. Die Idee stammte von Gasteigers Namensvetter, dem heutigen Vorsitzenden des Trachtenverein D‘Jenbachtaler. Umgesetzt wurden sie in der veranstaltungslosen Corona-Zeit. „Das zeigt, dass unsere Trachtenvereine keinen Dornröschenschlaf machen“, freut sich der Ehrenvorsitzende über die Idee, genauso wie über die Hofnamentafeln oder die Gaufeste dahaom.

„Ich hoffe, dass 2022 wieder richtige Gaufeste gefeiert werden können, dass wir uns wieder in großer Form treffen können, damit die Leute glücklich sind“, blickt er optimistisch voraus.

Engagement für Trachtenzentrum

Sebastian Gasteiger hat seinen Beitrag zum Erhalt der Trachtensache geleistet. Nicht nur mit seinen drei Söhnen als Nachwuchs für den Trachtenverein und die „Feilnbegga Musi“. Auch mit fast fünf Jahrzehnten ehrenamtlichen Engagements im Trachtenverein, dem Gauverband und als stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins für das Trachtenkulturzentrum, dessen Museum spätestens 2023 in Holzhausen eröffnet werden soll.

Dafür hat er jetzt das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für besondere Verdienste im Ehrenamt erhalten. „Das hätte ich nie erwartet“, sagt Wast Gasteiger bescheiden: „Ich fühle mich wirklich sehr geehrt.“

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