Freibad Tuntenhausen bleibt trotz Corona-Lockerung ab Juni zu: "Risiko einfach zu groß"

Solche Bilder sind im Corona-Jahr unvorstellbar. Auch im Wasser muss Abstand gehalten werden. Deshalb bleibt das Schwimmbad in Tuntenhausen zu. Stache
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Solche Bilder sind im Corona-Jahr unvorstellbar. Auch im Wasser muss Abstand gehalten werden. Deshalb bleibt das Schwimmbad in Tuntenhausen zu. Stache
  • vonWerner Stache
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Die Nachricht erfreut alle Pfingstferienkinder: Am 8. Juni dürfen die Freibäder wieder öffnen. Das in Tuntenhausen allerdings wird geschlossen bleiben, weil die Einhaltung der Auflagen den Verein finanziell und personell überfordert.

Tuntenhausen – „Wir können die Auflagen einfach nicht erfüllen. Das wäre mit viel zu hohen Kosten verbunden“, bedauert Sebastian Ehberger, der Vorsitzende des Schwimmbadvereins Tuntenhausen.

Die Zahl der Besucher, die gleichzeitig im Bad sein dürfen, müsste reguliert werden. Es müssten Badezeiten vergeben und zwischendurch alle Einrichtungen desinfiziert werden.

Desinfektion, begrenzter Eintritt - zu kompliziert für Trägerverein

„Das können wir nicht leisten. Dafür bräuchten wir zusätzliches Personal“, so Ehberger. Nur den Kiosk zu öffnen, wie es beispielsweise in Bad Feilnbach gemacht wird, kommt für die Tuntenhausener nicht in Frage: „Dann müssten wir die Becken absperren, bräuchten trotzdem eine Tagesaufsicht. Das Risiko ist uns einfach zu groß“, gibt Ehberger die Entscheidung des Vorstandes wider.

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Er geht davon aus, dass das „kleine schnuckelige Freibad“ in Tuntenhausen in diesem Jahr nicht mehr öffnet. „Auch wenn es uns wirklich leid tut, aber mit den Auflagen schaffen wir es nicht. Und den Badebetrieb für vier Wochen hochzufahren, drei Becken mit Wasser zu füllen, das wäre unwirtschaftlich.“

Nach der Corona-Krise 2021 wieder öffnen

Gegenwärtig fallen im Tuntenhausener Freibad keine Kosten an. Die Becken sind leer. Reparaturen sind nicht erforderlich. Auch der Kiosk bleibt geschlossen. Zum Glück hat der Verein keine Schulden und damit auch keine Verbindlichkeiten.

„So können wir die Corona-Krise überstehen und im nächsten Jahr wieder öffnen“, meint Ehberger und betont: „Wir buchen derzeit auch keine Mitgliedsbeiträge ab, denn das wäre unfair, wenn man schon nicht baden kann.“

Freibad Tuntenhausen hoff auf Lockerungen

Auch wenn die Entscheidung des Schwimmbadvereins nachvollziehbar ist, ist sie für die Tuntenhausener ein weiterer schmerzlicher Einschnitt in den eh schon ereignislosen Sommer. Etwa 7.000 Badelustige kommen pro Jahr in das kleine Schwimmbad, das, wie Sebastian Ehberger sagt, „für eine Erfrischung zwischendurch oder ein paar Bahnen am Abend genau richtig ist“.

Neben dem 25 Meter langen Schwimmbecken laden zwei achteckige höhenversetzte Becken mit Wasserrutsche zum Planschen ein. Vor zwei Jahren konnte der Verein mit großzügigen Spenden und der Unterstützung der Gemeinde eine neue Umwälzanlage installieren. Eine Solarheizung sorgt für wohlige Wassertemperaturen von 25 bis 28 Grad. Perfekte Bedingungen also. In diesem Jahr aber bleiben die Tuntenhausener Schwimm- und Planschbecken leer. Es sei denn, die Auflagen werden schnell komplett aufgehoben.

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