Herzlicher Empfang

Schule, Lehre, Arbeit und viele Freunde: Syrische Familie ist in Bruckmühl integriert

Die Familie Al Khobbi ist in Heufeld angekommen: Mohamad, Khadijeh Al Youssef mit Sham, Muhannad, Ahmed, Mouamen und Mahmoud fühlen sich wohl in der Marktgemeinde Bruckmühl. Sie haben hier Freunde gefunden.
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Die Familie Al Khobbi ist in Heufeld angekommen: Mohamad, Khadijeh Al Youssef mit Sham, Muhannad, Ahmed, Mouamen und Mahmoud fühlen sich wohl in der Marktgemeinde Bruckmühl. Sie haben hier Freunde gefunden.

Ahmed Al Khobbi, seine Frau Khadijeh Al Youssef und die fünf Kinder fühlen sich wohl in Bruckmühl. Auch inmitten der Corona-Pandemie sind die syrischen Flüchtlinge nicht allein. Gute Freunde aus Nachbarschaft, Sportverein und Feuerwehr stehen ihnen zur Seite.

Bruckmühl – Wer ins Haus der Familie Al Khobbi kommt, wird von Herzlichkeit empfangen. Die Innigkeit dieser Menschen erfüllt den ganzen Raum. Fern ihrer syrischen Heimat sind sie in Heufeld angekommen. Sie fühlen sich wohl in der neuen Heimat. Doch die Corona-Krise hat sie hart getroffen. In Syrien ist die Großmutter der Kinder der Pandemie zum Opfer gefallen. Und auch hier in Bayern hat der Lockdown die Flüchtlinge vor völlig neue Herausforderungen gestellt.

Flucht aus Krieg und Hoffnungslosigkeit

Ein Blick zurück: Fünf Jahre ist es her, dass Vater Ahmed Al Khobbi sich mit seinen beiden ältesten Söhnen Mahmoud (heute 21 Jahre) und Mohamad (jetzt 22) aus Syrien auf den beschwerlichen Weg nach Deutschland machte. Sie sind geflohen, um einem bedrohlichen Kreislauf zu entkommen: Einer Vergangenheit in einem kriegsgebeutelten Land, einer Gegenwart mit täglicher Angst und einer Zukunft, in der die Söhne zum Armee-Dienst verpflichtet gewesen wären.

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Ein Jahr später folgten ihnen seine Frau Khadijeh Al Youssef mit den kleinen Söhnen Mouamen und Muhannad. Inzwischen hat die Familie Zuwachs bekommen: Vor zwei Jahren wurde Tochter Sham in Bad Aibling geboren.

Muhannad ist jetzt 13 Jahre alt und geht in die sechste Klasse der Mittelschule in Heufeld. Der Lockdown im März traf auch ihn völlig unvorbereitet. Denn wie sollte er nun an all die Aufgaben kommen, die die Lehrer über die verschiedenen Portale oder per E-Mail zusendeten? Doch in der Nachbarschaft fand sich schnell Hilfe: Die Dokumente wurden an einen Nachbarn weitergeleitet, der sie ausdruckte. Bis sich dieses Prozedere eingespielt hatte, verging einige Zeit, was den Alltag nicht gerade einfacher machte.

Der neunjährige Mouamen erhielt seine Aufgaben von der Aiblinger Schule per Post. Dadurch entfiel zwar das Ausdrucken, aber alles lief zeitlich verzögert ab. Die Eltern und der große Bruder versuchten natürlich, so gut es ging, bei den Hausaufgaben zu helfen.

Ein Herz und eine Seele: Patin Monika Winter-Wessely mit Mouamen und Muhannad (von links).

Eine Person wurde in dieser Zeit noch wichtiger, als sie es eh schon war: Patin Monika Winter-Wessely. „Ohne sie wären wir aufgeschmissen“, berichtet Vater Al Khobbi. Seit Jahren steht die Patin der Familie bei, begleitet sie durch den Behördendschungel, berät sie im Alltag und hat nun auch dabei geholfen, den Überblick über die Hausaufgaben nicht zu verlieren. Inzwischen hat sie für die Familie sogar einen PC mit Drucker organisiert.

Erst Kurzarbeit, dann ein fester Vertrag

Vater Al Khobbi traf mit dem Lockdown wie viele andere auch die Kurzarbeit. Doch inzwischen gibt es gute Nachrichten: Er ist stolz auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit der Firma Fritzmeyer in Heufeld. Sohn Mahmoud ist inzwischen im zweiten Lehrjahr seiner Mechatroniker-Ausbildung.

Ihre neue Heimat in Oberbayern möchte die Familie nicht mehr verlassen. „Deutschland ist ein schönes Land, wir schätzen vor allem den Respekt der Menschen“, sind sich alle einig. Zudem haben sie hier Fuß gefasst. Zwei der Jungs sind im Fußball-Verein SV-DJK Heufeld aktiv. Und Muhannad ist sogar schon bei der Jugendfeuerwehr.

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Wie wertvoll das Leben ist, haben die Al Khobbis nicht nur in den Kriegsjahren in Syrien erfahren, sondern auch jetzt wieder. Die Pandemie hat ihnen einen lieben Menschen genommen: Die Mutter von Ahmed Al Khobbi ist in Syrien an Corona gestorben.

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