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Wilhelm-Leibl-Realschule

Schüler in Bad Aibling sind für einen Tag Abgeordneter

Die „Alterspräsidentin“ am Rednerpult eröffnete im Plenum die konstituierende Landtagssitzung. Foto: Baumann
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Die „Alterspräsidentin“ am Rednerpult eröffnete im Plenum die konstituierende Landtagssitzung.
  • VonJohann Baumann
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Beim Planspiel „Der Landtag sind wir“ schlüpfen Zehntklässler für einen Tag in die Rolle von Politikern und beschließend ein Gesetz. Um welches Gesetz es sich dieser Tag drehte, lesen Sie hier.

Bad Aibling – Einen ganz besonderen Sozialkunde-Unterricht erlebten 57 Schüler der Abschlussklassen 10 d und 10 e in der Wilhelm Leibl-Realschule. Für einen Schultag schlüpften sie in dem Planspiel „Der Landtag sind wir“ in die Rolle der Abgeordneten des Bayerischen Landtags und gestalteten den parlamentarischen Weg eines Gesetzentwurfes.

Studenten leiten Simulation

Geleitet und moderiert wurde die „Landtags-Simulation“ im Auftrag des Bayerischen Landtags von Stefan Ebert, Julia Halemba, Tanja Kappler und Tobias Urbin von der Forschungsgruppe Jugend und Europa am Centrum für angewandte Politikforschung (CAP) der Ludwig-Maximilians-Universität. Bei dem Quartett handelt es sich um Studenten verschiedener Fakultäten und Universitäten.

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Realschul-Rektor Matthias Wabner wies zu Beginn auf das kürzlich abgelehnte Volksbegehren „Landtag abberufen“ hin und zitierte hierzu die Landtagspräsidentin Ilse Aigner, eine ehemalige Schülerin der Schule, die im deutlichen Scheitern einen Beleg sieht, „dass sich die Menschen in Bayern auch in einer Pandemie gut von ihrem Parlament repräsentiert fühlen und der Landtag bei der Bevölkerung ein hohes Ansehen genießt“. Weiter führte der Schulleiter aus: „Gerade das eingangs erwähnte Volksbegehren demonstriert sehr anschaulich, wie stark und auch wehrhaft demokratische Systeme sind, weil Demokratie von Kompromiss und Toleranz geprägt ist“.

Parlamentarische Abläufe

Das Planspiel soll auch parlamentarische Abläufe und politische Entscheidungsprozesse der Landespolitik vermitteln. Ausgehend von einem fiktiven Szenario arbeitet die Planspielmethode daher mit eindeutigen Interessensgegensätzen, einem Spannungsbogen und mit Entscheidungsdruck.

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Die Ausgangskonstellation, die Spielregeln und das Szenario werden im Vorfeld festgelegt. Das Spielergebnis selbst aber bestimmen die Teilnehmenden und kann somit von diesen aktiv gestaltet werden. Zu Beginn ihrer Tätigkeit wurden die „Schul-Parlamentarier“ in die fiktiven Fraktionen Konservative, Soziale, Ökologen und Freie aufgeteilt und die unterschiedlichen Fraktions-Profile dargelegt. Ferner wurden die Fraktionsvertreter für die Ausschüsse „Kommunale Fragen und Innere Sicherheit“ (federführender Ausschuss), „Verfassung und Recht“ und „Arbeit und Soziales“ (beide mitberatend) benannt.

Öffnungszeiten von Läden

Als Szenario war ein Gesetzentwurf der „Freien“ zur Flexibilisierung der Öffnungszeiten von Läden und Tankstellenshops in Bayern vorgegeben. Er enthielt auch Forderungen nach erweiterter Öffnung von Tankstellenshops und die Ausweitung verkaufsoffenerer Sonn- und Feiertage für Regionen mit hohem Tourismusaufkommen.

Entwürfe diskutiert

Der Entwurf wurde zunächst fraktionsintern jeweils pro und contra diskutiert, unter anderem hinsichtlich Arbeitnehmer- und Jugendschutzschutz, Familieninteressen und Tourismus. Danach legten die Fraktionen ihre Standpunkte fest. Anschließend trat das Plenum zu seiner konstituierenden Sitzung unter der Leitung der „Alterspräsidentin“ zusammen. Außerdem stellten sich die Fraktionsvorsitzenden vor und der Landtagspräsident wurde gewählt. Anstelle der üblichen „1. Lesung“ des Gesetzentwurfes wurde dieser direkt an die Ausschüsse überwiesen.

Standpunkte vortragen

Dort trugen die Fraktionsvertreter ihre Standpunkte vor, berieten sich und stimmten ab. Der letzte Akt fand dann wieder im Plenum mit der Schlussabstimmung statt, bei der der Gesetzentwurf in Teilen modifiziert angenommen beziehungsweise abgelehnt wurde. Am Ende bedankte sich der Schulleiter für die Vorbereitung und Durchführung des Planspiels („tolle Sache und echter Erkenntnisgewinn“) bei den Sozialkunde-Lehrkräften Christine Pfleger (Fachschaftsleiterin) und Holger Tögel und dem CAP-Quartett – für alle spendete das Plenum kräftigen Beifall.

Engagierte Schüler

Gegenüber des Mangfall-Boten lobte Tobias Urbin vom CAP die engagierte Arbeit des „Parlaments: „Man hat gemerkt, dass die Schüler einen Lernerfolg hatten. Sie haben mit Begeisterung diskutiert – hart in der Sache, aber fair im Ton. Sie werden den Tag lange nicht vergessen, weil die Erfahrung im Kopf bleibt.“

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