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Vier Aufführungen im Stadl in Voglried

Schönauer Theaterspieler locken mit ihrem „Rauberpfaff“ 450 Zuschauer an

Der neue Pfarrer kommt an: (von links) die gläubige Siachlerin (Margit Feller), die geldige Bäuerin Kupplingerin (Angela Baumgartner), die „Pfarrersköchin“ Rothen Res (Lisa Eder), der Rauberpfaff (Michael Pletzer), der Bräu (Dominik Gambos) und der Bürgermeister (Stefan Lausch).
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Der neue Pfarrer kommt an: (von links) die gläubige Siachlerin (Margit Feller), die geldige Bäuerin Kupplingerin (Angela Baumgartner), die „Pfarrersköchin“ Rothen Res (Lisa Eder), der Rauberpfaff (Michael Pletzer), der Bräu (Dominik Gambos) und der Bürgermeister (Stefan Lausch).

Rund 450 Zuschauer besuchten die vier Vorstellungen der Schönauer Theaterspieler im kurzfristig umfunktionierten Stadl in Voglried bei Schönau. Vom 7. bis 10. Oktober schlüpften jeden Abend die Laienschauspieler in ihre Rollen.

Tuntenhausen – Michael Pletzer spielte versiert die Hauptrolle des Räuberhauptmann Raubauser Gust, flankiert von seiner Räuberbraut (und Pfarrersköchin) Rothen Res (Lisa Eder) und seinem Kumpanen Jakl (gespielt von Robert Hartmann). Diese drei sieht man im Vorspann des Stücks in der Wildnis, wo sie auf ein geeignetes Opfer warten, das sie ausrauben können.

Ein solches taucht an diesem „sehr guten Platz“ aber nicht auf – stattdessen beobachten sie, wie ein einzelner Reisender einem Unfall zum Opfer fällt. Sein Hab und Gut ist natürlich auf jeden Fall einen Blick wert, denkt sich die Bande und entdeckt dabei, dass der Tote der zukünftige Pfarrer des Ortes Keitersberg gewesen wäre. Diese Umstand nutzen die drei Räuber, sehen sie doch die Chance damit leicht an das Ersparte der Keitersberger zu kommen – und so wird Gust mehr oder weniger freiwillig zum Rauberpfaff.

Vom Raubhauser Gust zum Rauberpfaff von Keitersberg: Räuberbraut Rothen Res (Lisa Eder) bereitet den Raubhauser Gust (Michael Pletzer) auf seine neue Mission vor.

Als solcher taucht er in der ersten Szene des Stücks im Dorf auf, wo schon der geldige Bräu (Dominik Gambos), der Bürgermeister (Stefan Lausch) sowie die reiche Bäuerin (Angela Baumgartner) mit ihrer „geprellten“ Tochter Annamirl (Anna Gambos) und die streng gläubige Jungfrau Siachlerin (Margit Feller) sein Ankommen erwarten. Jeder von ihnen mit einer eigenen Motivation: Der Bräu und der Bürgermeister versprechen sich vom neuen Pfarrer, dass er sie in Ruhe seine Geschäfte machen lässt und sich nicht in ihre Belange einmischt. Die reiche Bäuerin möchte ihre Tochter mit dem Sohn des Bräus verkuppeln, bevor diese „vollends verblödet“.

Der gläubigen Siachlerin ist es nur wichtig, dass der neue Pfarrer „recht schee“ is, weil’s nix „scheeners gibt wie an scheena Pfarrer“. Und dann wäre da noch der „Schlucker“ (Franz Huber), dem ausschließlich wichtig ist, dass sein „Meßweinabkommen“ auch beim neuen Pfarrer Bestand hat, denn das sichert ihm täglich freien Meßwein für kleinere Gefälligkeiten wie Totengräber- oder Gärtnerarbeiten. Einen Schreckmoment erlebt der neue „Pfarrer“ und seine Pfarrersköchin, als plötzlich der örtliche Gendarm (Theaterspielleiter Sepp Heimgartner) vor ihnen steht und ihnen versichert, dass er es bisher noch immer geschafft hat, jedes kriminelle Subjekt von Keitersberg fernzuhalten.

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So entspinnt sich ein heiteres Lustspiel, in dem alle recht zufrieden sind, auch wenn die Gestaltung der Abendgebete und Heiligen Messen alles andere als liturgiekonform sind. So schickt er die Ministranten erstmal mit einem „Setzts Euch brav hi, Buam und seids recht brav“ in die erste Reihe und verabschiedet sich von der Gemeinde statt mit einem Segen mit den Worten „Schee wars, Pfiad Eich und bis glei beim Wirt“.

Diese als Volksnähe ausgelegte Eigenschaft des neuen Pfarrers wird von den Bürgern gleich für eigene Zwecke genutzt: Der Bräu möchte gegen Geld, dass bei der nächsten Predigt seine Gänse in der Kirche angepriesen werden. Der Bürgermeister möchte gegen eine erkleckliche Summe gelobhubelt werden. In einer angesetzten Generalbeichte erlässt der Rauberpfaff zudem gegen Geld jedem Bürger großzügig alle Sünden. So kommt die Rauberbande ihrem Ziel nach und nach näher – wäre da nicht der Mesner (Sepp Friesinger), der das Spiel schnell durchschaut und am Ende des letzen Aktes dem Rauberpfaff einen Handel anbietet: Wenn er Pfarrer von Keitersberg bleibt, wird er ihn nicht verraten, denn „beliebt bei den Leute ist er“.

Die Theaterspieler hatten viel Freude bei dem Stück, das sie bereits im Frühjahr 2020 aufführen wollten, doch ein paar Tage vor der Premiere kam Corona und damit der erste Lock-Down. So waren nun zwar wieder etliche Proben, die Suche nach einem passenden Ort für die Aufführung und eine Neubesetzung wegen Schwangerschaft nötig, am Ende haben sich die Mühen aber gelohnt, und die Spieler wurden mit viel Applaus und Lachen belohnt.

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