Rat, Halt und frohe Stunden

Schlaganfall-Selbsthilfegruppe Bad Aibling-Rosenheim: Eine Gemeinschaft zum Krafttanken

Im Freien bei sonnigem Wetter feierten betroffene Mitglieder und Angehörige das Jubiläum zum 20-jährigen Bestehen der Schlaganfallgruppe mit Freunden und Förderern.  Schmitz
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Im Freien bei sonnigem Wetter feierten betroffene Mitglieder und Angehörige das Jubiläum zum 20-jährigen Bestehen der Schlaganfallgruppe mit Freunden und Förderern. Schmitz

EIn Schlaganfall ist immer auch ein schwerer Schicksalsschlag – für Betroffene, aber auch für Angehörige. Seit 20 Jahren finden sie hier Rat, Halt und frohe Stunden: in der Selbsthilfegruppe für Bad Aibling und Rosenheim

Von Margit Schmitz

Bad Aibling –Bei schönstem Spätsommerwetter haben die Mitglieder der Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener Bad Aibling-Rosenheim das 20-jährige Bestehen nachgefeiert. „In all den Jahren haben wir noch nie so eine Feier ausgerichtet“, sagt die zweite Vorsitzende des Vereins, Waltraud Aschenbrenner. „Wir werden sicherlich alle lange von diesem bewegenden Ereignis zehren.“

Vorsitzende Gerda Hellmiß erinnerte an die Gründungszeit, als sie in der Neurologischen Klinik – heute Schönklinik – in Bad Aibling für die Betreuung und Beratung von Patienten zuständig war. Aschenbrenner hatte sich als Angehörige damals mit dem Vorschlag, eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfallbetroffene zu gründen, an sie gewendet.

50 Interessierte bei Gründungstreffen

Die beiden Frauen warben um Unterstützung für diese Idee und stießen auch bei Klinikleiter Professor Dr. Eberhard König auf offene Ohren. Wenig später fand im Mai 2000 das Gründungstreffen mit 50 interessierten Betroffenen, Angehörigen und Förderern statt. Die Zahl der aktiven Mitglieder wuchs von anfangs sieben oder acht kontinuierlich auf zeitweise 30 Betroffene und Angehörige an. Aktuell besteht die Gruppe aus rund 20 Personen.

Hellmiß hatte im Rahmen ihres Aufgabengebietes zunächst viel Zeit, um gemeinsam mit Aschenbrenner als zweite Vorsitzende die Treffen und Ausflüge zu organisieren und daran teilzunehmen. Im Lauf der Zeit konnte sie sich immer weniger einbringen und musste nach einem internen Stellenwechsel vor etwa einem Jahr ihre aktive Mitarbeit ganz aufgeben.

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Der Einladung zur Jubiläumsfeier waren auch viele Freunde und Förderer der Selbsthilfegruppe gefolgt: Vertreter der Schön Klinik, der Sparkasse Bad Aibling, des Tennisclubs und einiger örtlicher Unternehmen, die alle die Selbsthilfegruppe seit Jahren auf unterschiedliche Weise finanziell fördern oder tatkräftig unterstützen.

Ihnen dankte Aschenbrenner ebenso wie einigen Mitgliedern der Gruppe, die als Kassenprüfer oder durch jahrelange Fahrdienste zum Gelingen des Vereinslebens beitragen.

Bürgermeister Stephan Schlier lobte die beiden Leiterinnen für ihren Einsatz und die positive Einstellung der Mitglieder. „Ich finde das Engagement toll“, erklärte Schlier. „Man könnte ja auch den Kopf in den Sand stecken nach so einem Schicksalsschlag.“

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Mit Ausnahme von zwei Erkrankten erschienen die Mitglieder vollzählig zur Feier. Die meisten kennen sich schon sehr lange, manche sind seit 20 Jahren dabei. Eine lange Zeit, geprägt durch das große persönliche Engagement der beiden Vorsitzenden.

„Ich wollte ja nach 20 Jahren aufhören und in Rente gehen, aber ich mach jetzt einfach weiter“, verkündete Traudel“ Aschenbrenner zur Freude der Vereinsmitglieder.

Wer Interesse an Informationen hat oder gerne Kontakt zur Selbsthilfegruppe Schlaganfallbetroffener Bad Aibling-Rosenheim aufnehmen möchte, wendet sich entweder an Traudel Aschenbrenner unter Telefon 0 80 61/9 39 03 70, an Gerda Hellmiß unter Telefon 0 80 61/9 03 19 22 oder wird unter https://schlaganfall-in-bayern.de/gruppen/rosenheim fündig.

Eigens zum Jubiläum kreierte T-Shirts tragen die zweite Vorsitzende Waltraud Aschenbrenner und Werner Engelhauser.
Bürgermeister Stephan Schlier im Gespräch mit der Vorsitzenden der Schlaganfall-Selbsthilfegruppe, Gerda Hellmiß.
Über das Wiedersehen mit dem ehemaligen Ärztlichen Direktor der Schön Klinik, Prof. Dr. Eberhard König freuten sich die langjährigen Mitglieder.

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