50-jähriges Bestehen

Rupert-Egenberger-Schule in Bad Aibling: Eine wechselvolle „Raum-Geschichte“

Das Schulgebäude an der Kellerstraße („Haus der Großen“) ist sanierungsbedürftig.
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Das Schulgebäude an der Kellerstraße („Haus der Großen“) ist sanierungsbedürftig.
  • vonJohann Baumann
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Von der Villa an der Kolbermoorer Straße in Bad Aibling bis zu den heutigen zwei Standorten an Keller- und Krankenhausstraße – die Rupert-Egenberger-Schule blickt in den 50 JAhren ihres Bestehens auf eine wechselvolle Geschichte zurück.

Bad Aibling– Die Rupert-Egenberger-Schule, „Sonderpädagogisches Förderzentrum“, feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Nach unserem Bericht über die Entwicklung des pädagogischen Konzeptes seit ihrer Gründung widmen wir uns im zweiten Teil der wechselvollen „Raum-Geschichte“ der Schule.

Start mit 90 Schülern in der BRK-Villa

Im ersten Schuljahr 1970/71 wurden 90 Schüler in der BRK-Villa an der Kolbermoorer Straße in Bad Aibling in drei Klassen unterrichtet. Im zweiten Schuljahr (1971/72) mussten bereits zusätzliche drei Klassenzimmer und ein Lehrerzimmer in der Berufsschule Bad Aibling akquiriert werden. Unter ungünstigen Rahmenbedingungen – Klassenstärken von 30 und mehr Schülern sowie und weiter zunehmenden Schülerzahlen – unterrichtete man in den Folgejahren in zu kleinen Räumen und an zwei weit auseinanderliegenden Schulstandorten.

Bewegte Historie des Haupthauses

Mit Beginn des Schuljahres 1974/75 konnte man in das heutige Hauptgebäude in der Kellerstraße 1 umziehen. Das Haupthaus der Rupert-Egenberger-Schule blickt auf eine bewegte Historie zurück. Es wurde um 1850 als Brauereigaststätte „Steingarten“ von der Brauereifamilie Duschl erbaut. Zur Brauerei Duschl gehörte in der Funktion eines Hotels auch das heutige Seniorenheim Höllmüller. 1860 ging das Gebäude in das Brauerei-Imperium Wild über.

Bierkeller bot Zuflucht in Kriegszeiten

Der ehemalige „Steingarten“ birgt unter sich einen riesigen Bierkeller, der im Zweiten Weltkrieg von der Aiblinger Bevölkerung als Luftschutzkeller genutzt wurde. In dieser Zeit fungierte die ehemalige Gaststätte auch als Ausweichschulgebäude für die Luitpoldschule, die als Lazarett für Kriegsverletzte benutzt wurde.

Der „Untergrund“ des Schulhauses an der Kellerstraße wurde früher als Bierkeller genutzt.

Nach Kriegsende bezog dann die Berufsschule Bad Aibling das Gebäude, bis der damalige Neubau der Kreisberufsschule 1951 an der Ellmosener Straße fertiggestellt wurde. Ab Herbst 1953 zogen dann die „landwirtschaftliche Winterschule“ (heute: Landwirtschaftsschule) und das damalige Landwirtschaftsamt Bad Aibling ins leerstehende Steingarten-Gebäude ein, das durch den Landkreis Bad Aibling von der Familie Wild angemietet und später erworben wurde.

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1973 wurden nach der Gebietsreform die Landwirtschaftsschule und das Landwirtschaftsamt nach Rosenheim verlegt. Der neugegliederte Landkreis Rosenheim erwarb nun den ehemaligen „Steingarten“ mitsamt den Außenflächen und nach kurzer Ertüchtigung der Klassenzimmer konnte die „Sonderschule für Lernbehinderte“ zum Schuljahr 1974/75 in die Räume am Kellerberg einziehen. Seither ist die später als Rupert-Egenberger-Schule benannte und zum „Sonderpädagogischen Förderzentrum“ entwickelte Schule in diesem Gebäude untergebracht.

Für das Schuljahr 1977/78 war aufgrund weiterer Schülerzuwächse auch dieses Gebäude endgültig zu klein geworden. In den Räumen über dem Technischen Überwachungsverein und der späteren Kfz-Zulassungsstelle im landkreiseigenen Gebäude an der Krankenhausstraße 5 wurden zunächst eine Klasse und im Weiteren bis zu vier Klassen ausgelagert. Aus Raumnot wurde ab dem Schuljahr 1986/87 eine der zwei neu entstandenen Diagnose- und Förderklassen in die damalige Volksschule an der Rainerstraße in Kolbermoor ausgelagert.

Das Schulgebäude an der Krankenhausstraße („Haus der Kleinen“).

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1998 wurde bei der Nebenstelle an der Krankenhausstraße ein Neubau an das Gebäude der Zulassungsstelle angefügt. Hier konnten jetzt alle Diagnose- und Förderklassen sowie die drei Gruppen der Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) untergebracht werden. Das Haupthaus stand nun den Klassen 3 bis 7 zur Verfügung. Für zwei Oberstufenklassen musste der Unterricht aber bis zum Schuljahr 1999/2000 immer noch in der Berufsschule in Bad Aibling stattfinden.

Haupthaus bedarf dringend einer Sanierung

Das Haupthaus an der Kellerstraße ist inzwischen in die Jahre gekommen, es ist stark sanierungsbedürftig. Da die Erhaltung im Moment auf das Notwendigste reduziert wurde, hofft man nun von Schulseite, dass eine Entscheidung über einen Schulstandort des Sonderpädagogischen Förderzentrums Bad Aibling vom Landkreis Rosenheim mitgetragen wird.

„Ein Zugewinn der Räumlichkeiten der Zulassungsstelle in Kombination mit einem Schulanbau in der Krankenhausstraße wäre unser größter Wunsch, um die derzeit getrennten Schulhäuser zusammen zu führen und beide Standorte zu vereinen“, erklärte Rektorin Angelika Held gegenüber unserer Zeitung.

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