Runder Geburtstag in Wiechs: Der „Gürtler-Sepp“ hat aus 90 Jahren viel zu erzählen

Jubliar Josef Gürtler (Dritter von rechts) im Kreise seiner Familie: Erika und Pius Gürtler, Wolfgang Gürtler, Martin und Anna Gürtler, Urenkelin Valerie mit Andreas Gürtler, dessen Frau Corinna und Urenkelin Nora sowie Dagmar und Josef Gürtler junior (von links)
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Jubliar Josef Gürtler (Dritter von rechts) im Kreise seiner Familie: Erika und Pius Gürtler, Wolfgang Gürtler, Martin und Anna Gürtler, Urenkelin Valerie mit Andreas Gürtler, dessen Frau Corinna und Urenkelin Nora sowie Dagmar und Josef Gürtler junior (von links)

Kommt man mit Josef Gürtler ins Gespräch– dem „Gürtler Sepp“ oder dem „Tauberer“, wie ihn seine engen Freunde nennen – so merkt man schnell, wie zufrieden und glücklich der Jubilar ist. Im Kreise seiner Familie und Freunde feierte er in Wiechs jetzt seinen 90. Geburtstag.

Von Jeannette Wolf

Bruckmühl – Zu den Gratulanten gehörten auch der Bürgermeister der Marktgemeinde Bruckmühl Richard Richter, Karl Leitner in Vertretung des Altersvereins Bruckmühl, EC-Mittenkirchen-Vorstand Konrad Mayer sowie Florian Seidl und Martin Rummel vom Bruckmühler Brieftaubenverein „Mangfallsegler“. Bei Letzterem ist Josef Gürtler seit über 45 Jahren aktives Mitglied. „Einen Großteil meiner Freizeit verbrachte ich mit dem Brieftaubensport. Über 38 Jahre leitete ich als Vorsitzender die Geschicke der Vereine in München und dann hier in Bruckmühl“, erinnert sich Gürtler noch genau.

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In den 1970er-Jahren wurde er beim Privilegierten Brieftaubenverein 05001 „Club München“ mit „Leumund“ aufgenommen, was ihn auch heute noch mit großem Stolz erfüllt. Besonders in Erinnerung bleibt ihm die Überreichung des Goldpokals des Deutschen Brieftaubenverbandhes zum 100-jährigen Bestehen des Münchener Vereins im Jahre 1976. Taubenzüchter sind rar geworden, Sepp Gürtler hält diese Tradition aber mit seinen zwölf Brieftauben immer noch aufrecht und hat Freude an seinem Hobby.

Aus der Oberpfalz nach Oberbayern

Gürtler stammt aus Gleitrisch in der Oberpfalz. Nach der Lehre des Spengler-Handwerks führte ihn sein Lebensweg nach Unterhaching, wo er die Meisterprüfung ablegte. 1959 heiratet er seine Frau Maria, die aus Bleibach im Bayerischen Wald stammte. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. 1974 zog Josef Gürtler mit seiner Familie in das neu erbaute Haus nach Wiechs. Ein großer Schicksalsschlag war der Tod seiner geliebten Frau, die bereits 1997 verstarb.

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Viele Geschichten und Anekdoten kann Gürtler auch aus seinem Arbeitsleben erzählen. Von 1965 bis zu seinem Ruhestand 1988 war der Jubilar bei Messerschmitt-Bölkow-Blohm (MBB) in Ottobrunn als Betriebsingenieur tätig, erst in der hauseigenen Werkstatt und dann im Büro. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich an seine frühen Jahre in München und die berufliche Laufbahn: „Ich kann da Geschichten erzählen“, zwinkert Gürtler froh gelaunt.

Magnetschwebebahn lässt ihn nicht los

Besonders die Entwicklung der Magnetschwebebahn lässt ihn gedanklich nicht los. „Ich war von der ersten Schraube und Niete an bis hin zum Probelauf bei unserem damaligen Prestigeobjekt dabei“, erzählt er sich voller Stolz. Zu seinem Bedauern wurde die Schwebebahn zur Weiterreife erst ins Emsland verlegt und dann letztendlich nach China verkauft, wo sie noch heute auf dem Pekinger Flughafen in Betrieb ist. Sicher hätte der Gürtler, Sepp noch einiges zu berichten gehabt, aber es wurde Zeit, die Geburtstagstorte anzuschneiden, denn darauf warteten seine beiden Urenkelinnen schon sehnsüchtig.

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