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Forderung von Bündnis90/DieGrünen

Rufbus-System für Bad Aibling? Das sind die Pläne der Stadt

Ausschuss für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Gesamtverkehrsplanung
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Ist ein Rufbus-System geeignet, die Lücken im ÖPNV-Angebot in Bad Aibling zu schließen? Mit dieser Frage beschäftigte sich jetzt der Ausschuss für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Gesamtverkehrsplanung.
  • Eva Lagler
    VonEva Lagler
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Passt ein Rufbus-System in die Infrastruktur der Stadt Bad Aibling und kann damit die Versorgungslücke im Öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) geschlossen werden? Der Ausschuss für Klimaschutz, Stadtentwicklung und Gesamtverkehrsplanung hat dazu eine einhellige Meinung.

Bad Aibling – Gestellt hatte den Antrag auf Erarbeitung eines „realistischen und bedarfsorientierten Konzepts für die Einführung eines Rufbus-Systems für Bad Aibling im Jahr 2023“ das Bündnis90/Die Grünen. Bei Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) rannten sie damit offenen Türen ein, wie dieser eingangs der Beratungen erklärte. „Der ÖPNV beschäftigt uns andauernd“, meinte Schlier und ging damit auch auf die von den Antragstellern angeprangerte diesbezügliche Versorgungslücke ein.

Dieser zu begegnen habe man sich auch schon in der Vergangenheit bemüht. Zum einen mit der - inzwischen historisch gewachsenen - Moor-Express-Linie. Deren Erweiterung um zusätzliche Linien sei in der Vergangenheit von kommunalpolitischer Seite jedoch immer ebenso abgelehnt worden wie die Einrichtung eines Ortsbusnetzes – aufgrund von Zweifeln, dass diese auch genutzt würden, hatte die Grünen-Fraktion moniert. Zum anderen habe die Stadt vor knapp zehn Jahren auch noch das Senioren- und Behindertentaxi ins Rennen geschickt, das von den Bürgern gut angenommen werde, so Schlier.

Zudem berate der Landkreis Rosenheim derzeit über einen Beitritt zum Münchner Verkehrs- und Tarfiverbund (MVV). Um den restlichen Bedarf abzudecken, sehe er, so Schlier, eine echte Chance in einem On-Demand-System (Mobilitätsangebot auf Bestellung), das sich konkret nach dem Bedarf der Fahrgäste richtet. Im östlichen Landkreis werde ein derartiges Angebot namens „Rosi-mobil“ bereits sehr gut angenommen.

Die Nutzer können „Rosi“ je nach Fahrtwunsch über eine App oder per Telefon anfordern. Dafür sind fünf Elektrofahrzeuge zwischen Chiemsee, Nußdorf und Sachrang im Einsatz. Spezielle Halteschilder zeigen an, wo „Rosi“ überall hält und wo ein Zu- oder Ausstieg möglich ist. Eine festgelegte Route gibt es dabei nicht. Startort, Ziel und Zeitpunkt der Fahrt bestimmt der Fahrgast selbst.

Dieses im vergangenen Jahr gestartete Projekt stecke noch in den Kinderschuhen und es gebe Optimierungsbedarf. „Aber es ist auf alle Fälle eine gute Sache“, so Schlier, der sich das auch für Bad Aibling vorstellen kann. Allerdings müsse man zu große Euphorie bremsen: „Mit 120.000 bis 130.000 Euro im Jahr wie beim Moorexpress wird man das sicher nicht hinbekommen.“ Das Projekt werde zwar bezuschusst, die Förderung schmelze aber über Jahre von dieser Summe ab.

Die Erfahrungen im östlichen Landkreis zeigten, dass das Projekt für eine einzelne Gemeinde wenig Sinn macht. Deshalb habe er sich diesbezüglich mit den Bürgermeistern im Westen des Landkreises getroffen. Die Resonanz sei allerdings „sehr gering“ gewesen. „Ich habe nicht den Eindruck, dass man bestrebt ist, mit Feuereifer in das System einzusteigen – vorsichtig ausgedrückt.“ Wenn es eine Lösung gebe, den ÖPNV in Bad Aibling zu verbessern, sehe er diese aber einem „On-Demand“-System wie dem „Rosi-mobil“.

Im Gebiet von Bad Aibling gebe es, so Grünen-Rätin Katharina Dietel, von Oberpfarr bis Holzhausen viel Bedarf für ein derartiges Mobilitätsangebot - nicht nur für Senioren, sondern unter anderem auch für Familien mit Kindern. Dann gäbe es vielleicht auch weniger „Mama-Taxis“, was wiederum positive Auswirkungen auf die Umwelt hätte. Dietel sieht die Chancen, weitere Mitstreiter zu gewinnen, in den Gemeinden östlich und südlich von Bad Aibling am besten gegeben und nannte hierzu Tuntenhausen, Bad Feilnbach und Großkarolinenfeld: „Auf diese Kommunen sollten wir unser Augenmerk richten.“

Thomas Höllmüller (CSU) erkundigte sich, wie groß die Fahrzeuge sein würden. „In etwa wie die Kolbermoorer Stadtbusse oder kleiner“, meinte Schlier. Nun soll die Verwaltung ein realistisches und bedarfsorientertes Konzept für die Einführung eines Rufbussystems erstellen und die Fördermöglichkeiten abklären, während Schlier noch einmal das Gespräch mit seinen Bürgermeisterkollegen suchen werde. Diesem Vorgehen stimmte der Ausschuss einstimmig zu.

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