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Wand zwischen Privatgründstück und Pendlerparkplatz

„Rücksichtsloses Verhalten“: So entscheidet Bad Aibling den Nachbarschafts-Streit um eine Pool-Lärmschutzwand

Vom Bahnhofsparkplatz aus ist die Sicht- und Lärmschutzwand auf einem Privatgrundstück gut zu sehen.
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Vom Bahnhofsparkplatz aus ist die Sicht- und Lärmschutzwand auf einem Privatgrundstück gut zu sehen.
  • VonNicolas Bettinger
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Laut Antragsteller sei „eine Lärmbelastung durch den angrenzenden Pendlerparkplatz und Bahnhof“ bekannt. Nun befasste sich der Aiblinger Bauausschuss mit dem Anliegen, einen Sichtschutzwand zu errichten. Doch ein Nachbar hat etwas dagegen.

Bad Aibling – Eine Einzelfallentscheidung, die sich auf weitere Beschlüsse auswirken könnte, hatte der Bad Aiblinger Bauausschuss kürzlich während seiner jüngsten Sitzung zu treffen. Beantragt wurde eine Abweichung von der Einfriedungssatzung zur Errichtung einer Sicht- und Lärmschutzwand auf einem Privatgrundstück, dass an den Aiblinger Pendlerparkplatz angrenzt.

Lärmbelastung durch den Pendlerparkplatz

Laut Antragsteller sei „eine Lärmbelastung durch den angrenzenden Pendlerparkplatz und Bahnhof“ bekannt. Es wurde bereits ein Entwurf seitens der Stadt vorgenommen, der aufgrund von Verzögerungen jedoch nicht weitergeführt worden ist. Die geplante Wand liege unter der maximalen Höhe von zwei Metern und werde in Holzbauweise ausgeführt. Eine Begrünung der Wand schränkt die Haltbarkeit der Holzkonstruktion deutlich ein, begründet der Antragssteller die Bitte.

Aufgrund der Lärmbelastung durch den angrenzenden Parkplatz und Bahnhof könne nach Auffassung der Verwaltung in diesem Fall eine Abweichung zugelassen werden. Allerdings teilte Stadtbaumeisters Andreas Krämer während der Sitzung mit, dass ein Nachbareinwand vorliege, der die Zustimmung zum Bauvorhaben verweigert. Der Nachbar begründet seinen Einwand damit, dass der Stadtrat bereits 2017 die Errichtung einer Licht- und Lärmschutzwand (Gabionenwand) zum Parkplatz nördlich der Bahn für alle benachbarten Anlieger beschlossen hatte. „Schon damals war allen Beteiligten bekannt, dass sich mit der Erhöhung des nördlichen Bahnsteigs am Bahnhof die Fertigstellung des Parkplatzes verzögern wird“, heißt es in dem Schreiben.

„Unverständliches Aufsehen in der Nachbarschaft“

Während die Anlieger weiter auf die Gabionenwand warteten, habe besagter Nachbar im vergangenen Jahr „mit dem Aushub seines Swimmingpools sowie mit dem Bau eines großen Nebengebäudes in der nächsten Nähe zu meiner Grundstücksgrenze“ begonnen. Dies habe „unverständliches Aufsehen in der Nachbarschaft“ hervorgerufen, beklagt der Verfasser des Nachbareinwandes. Er habe die Sorge, dass durch das „rücksichtslose“ Verhalten die geplante Gabionenwand in Frage gestellt werde.

Die eigens errichtete Sichtschutzwand sorgte auch im Bauausschuss-Gremium für Gesprächsstoff. Stadtrat Florian Weber (Bayernpartei) erinnert an die Beschlusslage im Stadtrat hinsichtlich der Gabionenwand. Bei einer jetzigen Zulassung würde eine „Stückelei von verschiedenen Wänden“ entstehen. Denn dann würden auch andere Nachbarn Wände errichten wollen. Er habe grundsätzlich nichts gegen einen Sichtschutz, wünschte sich aber eine einheitliche Gesamtlösung.

Bürgermeister Stephan Schlier.

Bürgermeister Stephan Schlier (CSU) zeigte für Webers Wunsch Verständnis. „Ich kann mir vorstellen, dass sich künftige Antragssteller an dieser Lösung orientieren.“

„Mir wäre einheitliche Gestaltung lieber“

Stadtrat Richard Lechner (SPD) wäre eine „einheitliche Gestaltung auch lieber“. Er wies zudem darauf hin, dass laut Gutachten des Ingenieurbüros Greiner keine Lärmschutzwand notwendig wäre. Nach seiner Auffassung sollten entweder alle Anlieger oder kein Anlieger eine Lärmschutzwand erhalten. Zudem sollte eine Begrünung geschaffen werden.

Letztlich beschloss der Bauausschuss mit 7:4 Stimmen, dem Antrag unter Auflagen zuzustimmen. Eine Voraussetzung sei, dass die geplante Sichtschutzwand auf Privatgrund steht und keine öffentliche Fläche tangiert.

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